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Düsseldorfer erlebt Tsunami auf Kos
"Eine so starke Erschütterung habe ich noch nie erlebt"

So sieht es am Tag nach dem Seebeben auf Kos aus
So sieht es am Tag nach dem Seebeben auf Kos aus FOTO: afp, OZN
Karodamen/Düsseldorf. Die griechische Insel Kos wurde in der Nacht zu Freitag von einem Tsunami getroffen. Gordon Kleebaum, Hotelmanager aus Düsseldorf, war dort. In einem E-Mail-Interview beschreibt er seine Eindrücke. Von Susanne Hamann, Henning Bulka

Herr Kleebaum, haben Sie den Tsunami gesehen?

Gordon Kleebaum Wir befinden uns in Karodamen. Das ist etwa 30 Kilometer vom Hafen entfernt. Entsprechend haben wir auch nichts gesehen. Aber wir wurden gegen 1.30 Uhr von einer starken Erschütterung aus dem Schlaf gerissen. Ich weiß nicht warum, aber meiner Frau war sofort klar, dass es sich dabei um einen Tsunami handelt. Eine so starke Erschütterung habe ich noch nie erlebt. Nach dem ersten Beben folgte auch gleich eine weitere Erschütterung.

Gordon Kleebaum aus Düsseldorf hat das Beben und den Tsunami vor Ort erlebt. FOTO: Gordon Kleebaum

Und wie haben Sie reagiert?

Kleebaum Wir haben unsere Tochter aus dem Schlaf gerissen und uns auf das Schlimmste vorbereitet - mit einer schrecklichen Angst vor dem Ungewissen, das da noch kommen könnte. Wir haben ein Zimmer im Erdgeschoss und haben uns von der Terrasse ein Bild von der Anlage verschafft. Der Pool war übergelaufen und eine Horde von Gästen hat versucht das Hotel zu verlassen.

Wie hat das Hotel reagiert?

Kleebaum Wir haben bis jetzt keine Informationen vom Hotelmanagement bekommen.

Video: Zwei Tote und 120 Verletzte nach Seebeben vor Kos

Wie ging es weiter?

Kleebaum Die Beben hörten bis 5 Uhr morgens nicht auf, so dass an Schlaf nicht zu denken war. Vor allem viele Engländer und Amerikaner haben sich mit ihren Decken und Kissen aus den Zimmern unter freiem Himmel hingelegt.

Wie erleben Sie die Situation heute am Tag?

Kleebaum Die Lage ist irgendwie angespannt. Unseren geplanten Strandtag haben wir aufgrund der Unsicherheit an den Pool verlegt. Der befindet sich nämlich ein ganzes Stück über dem Meeresspiegel. Das Beben und seine Folgen sind Gesprächsthema Nummer eins hier in der Hotelanlage. Am Strand findet man nur noch ein Drittel der Menschen vom Vortag. Trotzdem gibt es Gäste, die ihren Urlaub wie gewohnt weiter machen.

Tote und Verletzte durch Seebeben in der Ägäis FOTO: rtr, KC

Können Sie den Urlaub jetzt noch genießen?

Kleebaum Wir warten heute mal ab, ob noch etwas passiert und wenn, was. Geplant war, dass wir uns ab Montag einen Leihwagen nehmen, um in die Berge und nach Kos Stadt zu fahren. Ob das noch etwas wird..? Wir warten es ab.

 
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