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Reisen
Welche Folgen hat der Trump-Sieg für den Tourismus?

Foto & Infos: Abenteuerurlaub in den USA
Foto & Infos: Abenteuerurlaub in den USA FOTO: Shutterstock.com/ Jim David
Frankfurt/Main. Die erfolgsverwöhnte deutsche Reisebranche hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Drohen den Veranstaltern nach dem Wahlsieg von Donald Trump nun neue Belastungen?

Die Sehenswürdigkeiten New Yorks, der Grand Canyon oder die Route 66 locken jährlich mehr als 2 Millionen Reisende aus Deutschland in die USA. Nach dem Wahlsieg von Donald Trump hat sich die politische Landschaft jedoch verändert, die deutsche Industrie sorgt sich bereits um den freien Handel. Welche Folgen hat der Wahlausgang für die Tourismusbranche, die zuletzt unter der Türkei-Krise und Anschlägen in beliebten Reiseregionen gelitten hat?

Amerika gehört zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen

"Über Auswirkungen zu spekulieren ist noch viel zu früh", heißt es beim Reiseverband DRV. Bislang gebe es bei den Veranstaltern keine Anzeichen für ein verändertes Buchungs- und Reiseverhalten von Urlaubern aus Deutschland. Das Land belegte zuletzt Rang zehn bei den beliebtesten Auslandsreisezielen der Bundesbürger - allerdings mit riesigem Abstand zu den Top-Destinationen Spanien und Italien.

Zum letzten Mal sank dem DRV zufolge die Zahl der Reisenden aus Deutschland in die Vereinigten Staaten in der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2009. Auch verstärkte Sicherheitschecks und Einreisebestimmungen hätten nichts an der Anziehungskraft des Landes geändert. "Für viele Urlauber ist eine USA-Reise die Erfüllung eines Lebenstraums", sagt ein DRV-Sprecher. Ob sich unter dem neuen Präsidenten Trump etwas an den Einreisebestimmungen ändern werde, wisse derzeit niemand.

Beim Branchenprimus Tui zählen die USA neben der Dominikanischen Republik und Thailand zu den beliebtesten Fernreisezielen deutscher Urlauber. "Wir sind überzeugt, dass die USA auch 2017 ein Traumziel für viele Reisende werden", heißt es in Hannover. Veranstalter DER Touristik zeigt sich zuversichtlich und erwartet keinen Nachfragerückgang. "Der Buchungseingang für den Sommer ist bisher sehr gut", sagt eine Sprecherin.

Auch der Hamburger Spezialist für USA- und Kanadareisen CRD International reagiert gelassen. Man habe passionierte und loyale Nordamerika-Kunden: "Wir gehen davon aus, dass diese sich nicht vom Wahlergebnis beeinflussen lassen". Gegen die USA könnten sich allerdings Kurzentschlossene entscheiden, die zwischen mehreren Destinationen schwankten.

Abwarten, ob sich das Verhältnis von Euro zu Dollar ändert

Dabei könnten auch die Kosten den Ausschlag geben. Steigt der Dollar gegenüber dem Euro, wird ein Trip in den USA teurer. Verliert der Greenback an Stärke, wird es billiger. Für die Nachfrage nach Reisen in die USA sei der Ausgang von Wahlen erfahrungsgemäß kein Dämpfer, sagt Tourismus-Experte Martin Lohmann vom Institut für Tourismus- und Bäderforschung. Wichtiger sei beispielsweise der Wechselkurs.

Der Präsident der US-Tourismusorganisation in Deutschland Visit USA Committee, Hans Gesk, weist darauf hin, dass "in einer Demokratie ein regelmäßiger Wechsel der politisch Verantwortlichen an der Tagesordnung ist". Die Tourismusindustrie sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und sei von der US-Politik stets unterstützt und gefördert worden. "Der Wahlausgang hat keinerlei Einfluss auf die Vielfalt der touristischen Angebote in den Vereinigten Staaten".

(dpa)
 
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