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Laues Winterwetter
Zum Skifahren fehlt der Schnee

Wintersport: Zum Skifahren fehlt der Schnee
Dies ist eigentlich eine Ski-Piste. Doch im Dezember gibt es dort bei Kitzbühel in Tirol nicht mehr als eine Ansammlung von Schneehaufen. FOTO: dpa, pla zeh
Garmisch Partenkirchen. Für einen Dezember ist es in der Region viel zu warm. Weiße Weihnachten wird es nicht geben, das ist klar. Aber auch in den Skigebieten mangelt es an Schnee: Bislang kommt nur die Zugspitze ohne künstliche Berieselung aus. Von Emily Senf

Wer für diesen Winter einen Skiurlaub geplant hat, der dürfte derzeit noch sorgenvoller auf das Wetter blicken, als es viele ohnehin schon tun. Schnee ist Mangelware. "Unterhalb von 2000 Metern gibt es kaum eine geschlossene Schneedecke, die ohne Kunstschnee auskommt", sagt Meteorologe Christian Ehmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in München. "Und es ist erst einmal keine Verbesserung in Sicht."

Auf der knapp 3000 Meter hohen Zugspitze sei die Situation gut, sagt der Experte. "Es liegen 90 Zentimeter Schnee, und die Pisten sind offen." Allerdings misst das Thermometer auch dort in diesen Tagen knapp über null Grad. "Normal für einen Dezember wären um die minus zehn Grad", sagt Ehmann. Wer noch in diesem Jahr in die Skigebiete fährt, dem macht der Meteorologe wenig Hoffnung. Bis nach Silvester werde sich an der Schneelage wahrscheinlich wenig ändern. "Es soll trocken bleiben, und ohne Niederschlag gibt es keinen Schnee", sagt Ehmann. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr lagen auf der Zugspitze am 23. Dezember etwa ein Meter Schnee, 2013 waren es 1,30 Meter und im Jahr 2010 sogar 1,40 Meter.

Saison begann Anfang Dezember

So weiß könnte die Region aussehen FOTO: Andre Tiedens

Auf Deutschlands höchstem Berg sind derzeit sechs von acht Ski-Anlagen geöffnet, ab dem ersten Weihnachtstag kommt eine weitere hinzu. Die Saison hat dort Anfang Dezember begonnen. Das sei zwar nicht früh, aber auch nicht besonders spät, sagt ein Sprecher der Aktiengesellschaft "Zugspitze", die in Garmisch-Partenkirchen 30 Seilbahnen betreut. Man sei allerdings auch schon mal Ende Oktober in die Saison gestartet.

Während es im Ski-Gebiet der Zugspitze, das auf einer Höhe von 2000 bis 2700 Meter liegt, gar keine Beschneiungsmaschinen gibt, kommen solche in "Garmisch Klassik" bereits zum Einsatz. Dieses Gebiet liegt im Tal auf etwa 700 bis 2050 Meter Höhe. Die Besucher fahren in diesen Tagen auf einem Gemisch aus echtem und Kunstschnee. Erst 13 von 18 Anlagen seien geöffnet, sagt der "Zugspitze"-Sprecher. Die Ski-Gebiete "Ammergauer Alpen" und "Alpenwelt Karwendel" sind noch ganz geschlossen.

30 Zentimeter Schnee in Ischgl

Auch im österreichischen Top-Gebiet Ischgl läuft die Ski-Saison noch nicht so ganz wie sie sollte. Aktuell zeigt das Thermometer dort um die zehn Grad an, und es ist trocken. An der Bergstation in 2864 Metern Höhe liegen 30 Zentimeter Pulverschnee, im Tal (1377 Meter) ist es grün. Dennoch sind 39 der 45 Lifte geöffnet, nur die Rodelbahn und der Eislaufplatz bleiben noch zu. Ähnlich ist die Lage in St. Anton am Arlberg sowie in Gröden in Südtirol und Kitzbühel in Tirol, wo es wenige Grad kälter ist.

Gelaufen ist die Saison für den "Zugspitze"-Sprecher damit aber noch lange nicht. "Wir sind entspannt", sagt er: "Irgendwann wird der Winter kommen."

Wie es in den Skigebieten der Schweiz aussieht, zeigt ein eindrucksvolles Video mit Luftaufnahmen der Zeitung "Blick": Wie weiße Streifen sind die Pisten dort in die grüne Landschaft gemalt. 

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