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Mietwagen
So finden Urlauber die besten Angebote

Günstige Mietautos im Urlaub
Günstige Mietautos im Urlaub FOTO: ddp
München/Stuttgart. Die schönste Zeit des Jahres soll vor allem eins sein: stressfrei. Wer im Urlaub einen Mietwagen braucht, tut sich deshalb einen großen Gefallen, diesen vor der Abreise daheim zu buchen. Das spart meist viel Geld und man hat noch Zeit, die Angebotsklippen zu umschiffen.

Sonne, Strand und süßes Nichtstun - so sieht für viele der perfekte Urlaub aus. Doch wer auch Städte und Landschaften erkunden, entlegene Traumstrände suchen oder gar eine Rundreise unternehmen möchte, kommt um einen Mietwagen oft nicht herum. Doch wie findet sich ein gutes und günstiges Auto? ADAC und Auto Club Europa (ACE) geben Tipps - und Experten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und des Deutschen Anwaltvereins (DAV) weisen auf Tücken hin:

  • Frühzeitig buchen: Wer zeitig vor dem Urlaub von zu Hause aus bucht, kann Angebote und Bedingungen in Ruhe sichten und muss das nicht unter Druck oder mit Sprachbarriere etwa am Flughafenschalter oder in einem kleinem Strandbüro tun. Frühbucher vermeiden hohe Preise und sichern sich Wunschkategorien oder Extras wie Kindersitze.
  • Ausgiebig online vergleichen: Direktanbieter, Broker und Vergleichsportale sorgen für Konkurrenz und günstige Preise. Unterschiede von fast 150 Prozent für vergleichbare Autos sind möglich, hat eine ACE-Stichprobe ergeben. Neben Direktangeboten von Vermietern wie Avis, Europcar, Hertz, Sixt oder Verleihern, die nur im jeweiligen Reiseland aktiv sind, gibt es Mietwagen-Broker wie Auto Europe, CarDelMar, DriveFTI oder Sunny Cars, die Mietwagen-Kontingente der Direktvermieter selbst an den Endkunden bringen. Portale wie Billiger-Mietwagen.de, Check24.de oder Mietwagen-Check.de listen alle Angebotsarten zum Preisvergleich auf.
  • Angebote abwägen: Zeit und Geduld müssen Sparfüchse mitbringen. Denn mit den vielen Suchfiltern, Einstellungsoptionen und Anzeigen vergleichbare Ergebnisse zu bekommen, ist nicht einfach. Oft wird zunächst ein billiges Lockangebot angezeigt. Das kann aber teuer werden. So ist vielleicht die Versicherung schlecht oder hat eine hohe Selbstbeteiligung. Möglicherweise sind auch die Kilometer nicht unbegrenzt. Von einem zweiten erlaubten Fahrer oder günstigen Tankregelungen ganz zu schweigen. Auch der Abholort mag weit außerhalb sein, was wieder Zeit und Geld kostet.
  • Bestmöglich absichern: Die Experten raten zur Vollkaskoversicherung mit Diebstahlschutz ohne Selbstbeteiligung. Vorsicht bei Worthülsen wie Premium-Versicherungsschutz - immer ganz genau die Leistungen prüfen. Eine "richtige" Vollkasko ohne Selbstbeteiligung bedeutet: Der Kunde geht im Schadensfall nicht in Vorleistung. Sie ist in der Regel nur bei Direktanbietern buchbar und oft sehr teuer. Broker machen oft günstigere Angebote mit einer eigenen Versicherung für die Kosten der Selbstbeteiligung. Im Schadensfall muss der Kunde erst einmal bis zur Höhe der Selbstbeteiligung selbst aufkommen - dazu wird der auf der Kreditkarte geblockte Kautionsbetrag herangezogen. Die Summe wird später vom Broker erstattet. Das kann aber dauern, von einigen Wochen bis hin zu mehreren Monaten. In vielen Angeboten ist etwa die Erstattung von Schäden an Glas, Felgen und Reifen ausgeschlossen - diese sollten aber mindestens mitversichert sein, raten die Experten. Am Ende des Buchungsvorgangs sollte der Endpreis inklusive sämtlicher Versicherungen und Gebühren angezeigt werden.
  • Buchungsbestandteile studieren: Was genau gebucht wurde, steht auf der Buchungsbestätigung des Vermieters oder auf dem sogenannten Mietwagen-Voucher, wie ihn die Broker ausstellen. Wer die Unterlagen genau studiert hat, gerät auch nicht unter Druck, wenn ihm der Vermieter vor Ort plötzlich etwa eine unnötige, bereits vorhandene Versicherung oder andere nicht gewünschte Zusatzleistungen verkaufen will. Das könne vorkommen, so ein ADAC-Sprecher, denn einige Mitarbeiter der Vermieter arbeiteten auf Provisionsbasis.
  • Ausreichende Haftpflicht: In einigen Ländern reicht die Mindestsumme der Haftpflicht nach einem Unfall womöglich für die Ansprüche der Geschädigten nicht aus. Sie sollte mindestens 1 Million Euro betragen, einige Experten raten zu wenigstens 2 oder besser gleich zu 7,5 Millionen Euro oder mehr. Einige Autofahrer sind aber im Rahmen ihrer eigenen Kfz-Haftplicht durch die sogenannte "Mallorca-Police" auch im Ausland geschützt. Die übernimmt etwaige Deckungslücken. Dazu rechtzeitig den eigenen Versicherer fragen.
  • Freie Fahrt und Zusatzfahrer: Unbegrenzte Inklusivkilometer sind ratsam und oft üblich. Denn wer sonst mehr Kilometer fährt, muss mit hohen Extrakosten rechnen. Soll es einen zweiten Fahrer geben, vor der Reise nach entsprechenden Angeboten suchen, sonst muss der weitere Fahrer beim Vermieter vor Ort teuer dazugebucht werden.
  • Vertrag lesen: Nicht die Aussagen des Vermieter-Mitarbeiters vor Ort sind maßgeblich, sondern die Bestandteile des Vertrags, den man dort unterschreibt. Ist der Vertrag nicht auf Deutsch verfügbar, sollte ihn man sich neben der Landessprache auch noch auf Englisch vorlegen lassen und nach einer Kopie fragen.
  • Zubehör mitbringen: Auf Mallorca etwa schlagen Kindersitze in der Hauptsaison schon mal 50 bis 80 Euro pro Woche zu Buche. Die eigenen Sitze mitbringen kann eine Alternative sein - auch weil man dann weiß, was man hat. Das eigene, vertraute Navi oder eine Handy-App können den Geldbeutel weiter schonen. Dabei klären, welches Auslands-Datenvolumen zur Verfügung steht, alternativ am Urlaubsort eine Prepaidkarte kaufen oder falls möglich vorab Offline-Karten für die Navi-App herunterladen.
  • Upgrade prüfen: In der Regel bucht man eine Kategorie, nicht ein bestimmtes Modell. Ist vor Ort kein Modell der jeweiligen Kategorie verfügbar, bieten Firmen meist gratis eine höhere an. Dabei trotzdem rückversichern, das wirklich keine Extrakosten entstehen.
  • Schäden sichten: Vor der Übernahme innen und außen penibel auf Spurensuche gehen - am besten gemeinsam mit einem Mitarbeiter. Bei noch nicht erfassten Schäden unbedingt darauf bestehen, dass sie in einem Schadenprotokoll vermerkt werden. Zusätzlich Fotos machen. Hat das Auto starke Mängel oder ist nicht verkehrstauglich: Auf Ersatz pochen. Sind Verbandskasten, Warndreieck und Reserverad an Bord? Tipp: Eine Sicherheitsweste für jeden Passagier selbst mitbringen. Sie sind in vielen Ländern Vorschrift, oft fehlen sie aber.
  • Vorsichtig fahren: Im Vertrag genau nachlesen, unter welchen Umständen kein Versicherungsschutz besteht. Oft ist das etwa bei schweren Fahrfehlern oder grober Fahrlässigkeit, bei Alkohol und Drogen der Fall, aber auch bei Fahrten auf unbefestigten Straßen. Deswegen ist laut ADAC auch eine Unterbodenversicherung nicht nötig, da solche Schäden in erster Linie auf unbefestigten Straßen entstehen und somit nicht ersetzt werden.
  • Polizei holen: Bei einem Unfall in der Regel immer die Polizei rufen. Ein Europäischer Unfallbericht als Vordruck hilft bei der Aufnahme des Schadens. Immer aber die Bedingungen des Vermieters oder Brokers beachten. Meist sind diese sofort über den Unfall zu informieren.
  • Rückgabe bestätigen: Den Schlüssel nicht ohne Protokoll abgeben oder nur beim Vermieter einwerfen, sondern bei der Rückgabe den korrekten Zustand oder Schäden schriftlich bestätigen lassen. Sonst können sich vorher übersehene, nicht aufgenommene Schäden rächen.
  • Auf Tankregelung achten: Am kundenfreundlichsten ist: Vollgetankt mieten und auch so wieder abgeben. So muss man am Ende keinen Sprit verschenken, wenn man die erste Tankfüllung gekauft und es am Ende nicht geschafft hat, den Tank leerzufahren, was die Regel sein dürfte. Rückerstattungen für Restsprit im Tank gibt es von den Vermietern in aller Regel nicht. Bei der Voll-Voll-Regelung wirklich darauf achten, vor Abgabe vollzutanken. Denn den Vermieter nachtanken zu lassen, ist teuer. Wer ganz sichergehen will, kann den Tankstand fotografieren und sollte die Spritquittung aufheben.
(dpa)
 
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