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Wie man sich in großen Skigebieten orientiert

Wie man sich in großen Skigebieten orientiert
Das Silvretta-Skigebiet ist sowohl von Ischgl als auch von Samnaun erreichbar - da müssen Skifahrer aufpassen, dass sie amEnde des Tages wieder an der richtigen Talstation herauskommen. Eine Orientierung können Skilifte bieten. FOTO: dpa, pla gab
Planegg/Ischgl. In den Alpen haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr kleine Skigebiete zusammengeschlossen. Entstanden sind riesige Skiregionen mit Hunderten Pistenkilometern, verbunden durch Dutzende Lifte. Wie findet man sich dort zurecht? Fünf Tipps.

In den nordamerikanischen Skigebieten gibt es Ehrenamtliche, die an den Bergstationen der Bahnen stehen und Wintersportlern Tipps geben. Zum Wetter, zur Schneesituation. Oder die einfach nur nach dem Befinden fragen und die schönste Piste empfehlen. Die Helfer nennen sich Mountain Hosts. In den Alpen sucht man diese Gastgeber vergebens. Dort müssen sich Skifahrer und Snowboarder selbst zurechtfinden - mit Pistenplänen, Panorama-Tafeln und Apps für das Smartphone. Das ist gar nicht so leicht.

Denn der Trend geht zu immer größeren Skiverbünden, wie zum Beispiel Ski amadé im Salzburger Land: fünf Regionen, 25 Skiorte, 270 Lift- und Seilbahnanlagen, 760 Pistenkilometer. Andere Skigebiete verbinden sogar zwei Länder - so wie das Silvretta-Gebiet, in das man aus Ischgl in Tirol oder Samnaun im Schweizer Engadin einsteigen kann. Wie schafft man es, in den großen Skigebieten nicht verloren zu gehen und sicher wieder dort anzukommen, wo man losgefahren ist?

7 total ungewöhnliche Skigebiete rund um die Welt FOTO: shutterstock/ Marty Wakat

1. Gute Vorbereitung

Einfach in den Lift steigen und los? Schlechte Idee. "Man sollte schon daheim einen Blick auf die Homepage des Skigebiets werfen oder sich die App herunterladen", rät Andreas König, Sicherheitsexperte beim Deutschen Skiverband. Spätestens an der Talstation wartet dann ein Pistenplan, der in die Jackentasche gehört. Doch die Faltkarte ist ein Relikt aus analogen Zeiten - vieles läuft bereits digital.

"Viele Apps haben inzwischen eine Ortungsfunktion, die den Skifahrern genau anzeigt, wo sie sich befinden", erklärt Hannes Parth, Vorstand der Silvrettaseilbahn AG. Voraussetzung ist, dass das Handy Empfang hat. Denn zwar gibt es in vielen Gebieten inzwischen WLAN-Hotspots, und auch die Roaming-Gebühren halten sich meist in Grenzen. "Doch gerade in Nebentälern zwischen hohen Bergen kann man auch mal keinen Empfang haben", sagt König. Und natürlich sollte man den Namen des Berges und der Seilbahn am Einstieg wissen.

2. Markante Punkte suchen

Auffällige Punkte helfen - vor allem bei schlechtem Wetter. "Gute Orientierungspunkte sind markante Bergstationen oder Hütten", sagt Reinhard Wieser, einer der Geschäftsführer der Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau Bergbahnen. So seien alle Zubringergondelbahnen vom Tal schon von weitem gut erkennbar und unterscheiden sich von der Farbe oder dem Typ der Bahn recht gut. "Auch herausragende Berggipfel oder Bergrestaurants sind gute Orientierungshilfen", ergänzt Christoph Eisinger, Geschäftsführer von Ski amadé.

3. Auf die Beschilderung achten

Das sind die Neuheiten in den Alpen-Skigebieten 2015 FOTO: dpa, pla

An nahezu allen neuralgischen Punkten, also immer bei den Bergstationen der großen Bahnen, gibt es Panoramatafeln. Sie zeigen die Pisten inklusive Schwierigkeitsgrad und Nummer. "Darauf ist auch vermerkt, welche Pisten geöffnet sind und welche Lifte fahren", sagt König. Entlang der Pisten sind in allen Gebieten in regelmäßigen Abständen Schilder aufgestellt, die den Wintersportlern zeigen, dass sie weiterhin auf dem richtigen Weg sind. Im Silvretta-Gebiet ist dieses Pistenleitsystem gerade überarbeitet worden, sagt Parth: "Neben Farbe und Pistennummer ist jetzt auf den Schildern auch ein Panoramaauschnitt zu sehen, damit man gleich weiß, wo man ist."

4. Die Zeit realistisch einteilen

Dabei sollten Skifahrer eine einfache Grundregel beachten: "So lange man zu einem Ziel gebraucht hat, braucht man auch wieder zurück", sagt König. Mindestens. Besser ist es sogar, einen größeren Zeitpuffer einzuplanen - denn Lifte können voll sein, und das Wetter kann sich verschlechtern. Außerdem sollte man darauf achten, dass zum Ende des Skitages keine steile schwarze Piste mehr auf dem Weg liegt, womöglich eisig und im Schatten. "Das macht keinen Spaß mehr." Wenn alle Wege zur Talabfahrt führen, ist das Skifahren am Nachmittag kein Problem. Doch wenn man im richtigen Tal bei den richtigen Liften sein muss, sollte man auch darauf schauen, wann die letzte Gondel oder der letzte Sessel fährt. Das steht an jeder Station.

5. Rechtzeitig Bescheid geben

Wenn man merkt, dass man es nicht rechtzeitig zum benötigten Lift schafft, sollte man bei nächster Gelegenheit mit dem Liftpersonal Kontakt aufnehmen, rät König. "Das sind nette Leute, die können den Verantwortlichen am nächsten Lift Bescheid geben."

Wenn man auf der falschen Seite des Berges hinuntergefahren ist oder sich im falschen Teil des Skigebietes befindet, kann man eventuell mit dem Pistengerät wieder hochfahren. Wer an einer ganz falschen Talstation herausgekommen ist, muss auf einen Shuttlebus hoffen oder ein Taxi nehmen. "Sehr Kommunikative können sich auch nach einer Mitfahrgelegenheit auf dem Liftparkplatz umsehen", sagt Eisinger.

(dpa)
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