Städtereisen New York
Manhattans Glamour preiswert erleben

Kurztrip New York: Was man unbedingt sehen sollte
Kurztrip New York: Was man unbedingt sehen sollte FOTO: AP
New York. Nicht für jeden USA-Touristen ist New York das Hauptziel. Viele sind nur kurz dort, weil sie eine Rundreise machen oder nur einen Zwischenstopp einlegen. Wir erklären, wie man "Big Apple" auch mit wenig Zeit und preiswert erleben kann. Von Aaron Clamann

Auch wenn man nur ein oder zwei Tage in der Ostküsten-Metropole New York zu Gast ist, lohnen sich einige Vorbereitungen. Vor allem für begehrte Attraktion, macht es Sinn, Tickets zu reservieren. So lassen sich im Internet Eintrittskarten für die Aussichtsplattformen des Empire State Building oder des Rockefeller Center ("Top of the Rock") vorbestellen. Langes Anstehen bleibt somit aus. Für "Top of the Rock” gibt es sogar Tickets mit konkretem Zeitfenster. Für Besucher mit wenig Zeit, ist das besonders hilfreich, um den Tag effektiv zu strukturieren. Übrigens, gibt es bei der Online-Bestellung immer wieder Rabatte.

Sparen mit dem City-Pass

Manhattanhenge: Ein faszinierender Sonnenuntergang FOTO: afp, TIMOTHY A. CLARY

Mit dem City-Pass lässt sich bei verschiedenen Attraktionen in New York Eintritt sparen. Der Pass enthält acht Sehenswürdigkeiten, von denen sechs ausgewählt werden können.  Besucht man nur vier der Orte, hat sich das Ticket preislich bereits gelohnt. Jeweils zwei der Angebote lassen sich an einem Tag problemlos bewältigen. Da unter den Attraktionen das Empire State Building, die Aussichtsplattform des Rockefeller Centers, das Museum of Modern Art und das Metropolitan Museum of Art sind, ist der Pass sehr empfehlenswert. Alle genannten Orte sind selbst bei einem Kurztrip ein Muss.

Kostenlose Attraktionen genießen

Im Pass enthalten ist auch eine von zwei unterschiedlichen Bootstouren. Damit lässt sich etwa zur Freiheitsstatue fahren und dann nach Ellis Island. Die Insel auf der früher Einwanderer auf ihre Einreise warten mussten. Die berühmte Schalterhalle, in der die Filmfigur Vito Andolini aus dem Film "Der Pate" seinen neuen Nachnamen "Corleone" erhielt, kann seit Frühjahr 2013 wieder besucht werden. Eine Bootstour ist ideal, um einen Überblick über die Lage Manhattans zu bekommen.

Wer auf den Pass verzichten und New York dennoch vom Wasser aus sehen möchte, dem sei die Staten Island Ferry ans Herz gelegt. Die Stadt New York hat die kostenlose Fährverbindung eingerichtet, damit Pendler aus dem Stadtteil Staten Island, der weitesgehend eine Wohngegend ist, in die Geschäfts- und Arbeitsviertel nach Manhattan kommen. Die Fähre legt tagsüber alle 30 Minuten ab und braucht für die Überfahrt etwa 20 Minuten. Dabei geht es vorbei an Ellis Island, Governors Island und der Freiheitsstatue. Zudem ergeben sich atemberaubende Blicke auf die Skyline Manhattans und die Brooklyn Bridge.

Vom Wasser aus geht es zu Fuß weiter

Staten Island bietet zwar viele Parks und eine entspannte Atmosphäre, aber der Blitzurlauber sollte nach dem Verlassen der Fähre direkt wieder die nächste Verbindung zurück nach Manhattan nehmen, denn hier warten noch weitere Highlights. Unweit des Fährterminals beginnt der Finanzdistrikt mit dem neuen Freedom Tower und der Gedenkstätte für die Anschläge des 11. Septembers, und natürlich der Börse an der Wall Street. Die Gedenkstätte erhebt keinen Eintritt bittet aber sehr nachdrücklich um Spenden. Auch wenn der Eintritt gratis ist, kann man online Tickets reservieren und damit Zeit beim Anstehen sparen. Für alle Gäste aber gibt es einen Sicherheitscheck, den man bei seiner Tagesplanung bedenken sollte. Länger als eine Stunde wartet man jedoch selten.

Das "9/11 Memorial" ist sehr schlicht gehalten und zeichnet die Namen aller Opfer als Inschriften rund um die Grundrisse der ehemaligen Zwillingstürme auf. Besonders hevorzuheben ist, dass weder die Gedenkstätte, noch der Inhalt des Informationsmaterials die Terroranschläge in belehrender oder vorwurfsvoller Weise einordnet. Damit wird der Fokus ausschließlich auf Opfer und Helfer geleitet.

Die 5th Avenue - nicht nur für Modefans ein Muss

Nördlich des Finanzdistrikt liegt der Washington Square, der eingerahmt wird von zahlreichen Gebäuden der New York University. Der Platz ist der perfekte Startpunkt für einen Spaziergang entlang der berühmten 5th Avenue. Vor dem Start kann man sich in einem der relativ günstigen Restaurants und Cafés rund um den Washington Square stärken oder sich an einem der Verkaufsstände an der U-Bahnhaltestelle "W 4th Street" mit köstlichen eingelegten Gurken aus regionalem Anbau versorgen.

Ein Spaziergang von Süden nach Norden ist ideal, um an einem Tag verschiedene Teile Manhattans kennenzulernen. Die 5th Avenue bietet das volle Manhattan-Feeling. Auf den circa 4,5 Kilometern bis zum Südende des Central Parks findet man bekannte Modemarken, traditionsreiche Hutmacher und Ikonen der Architektur. Am unteren Teil der Straße lohnt sich immer wieder ein Abstecher nach links oder rechts, zum Beispiel in die Ausläufer der Lower Eastside, die die Heimat viele Streetwear-Marken oder auch ausgefallener Lokale ist. Der DJ Moby betreibt hier sein veganes Teehaus "Teany", das über 140 verschiedene Teesorten anbietet.

Empire State Buildung und Rockefeller Center überragen Midtown

Aber auch auf der Hauptstraße gibt es unzählige Attraktionen. Die prominentesten Gebäude sind sicherlich das Empire State Building und das Rockefeller Center. Letzteres bietet nicht nur die berühmte Eisbahn in seiner Mitte, sondern auch innenarchitektonische Höhepunkte, wie die Fresken und Gemälde von Diego Rivera und Josep Maria Sert. Diesen begegnet man am besten vom GE-Building, indem der Fernsehsender NBC seinen Sitz hat. In der Lobby kann man sich einen kostenlosen und detailreichen Touristenführer holen, der die einzelnen Kunstwerke im Gebäude und im angrenzenden Einkaufszentrum erklärt. Nicht erwähnt wird jedoch, dass bei den Bauarbeiten zum GE-Building eines der bekanntesten Fotos New Yorks mit dem Titel "Lunch atop a Skyskraper" entstand. Auf dem Bild sieht man elf Bauarbeiter, die auf einem frei schwebenden Stahlträger ihr Mittagessen einnehmen. Erwähnt sei noch, dass man sowohl in der Lobby wie auch in den Geschäften und Restaurants des Rockefeller Centers regelmäßig Fernsehmoderatoren und deren Gäste sehen kann.

In New York wird öffentlich, was sonst in Bunkern liegt

Sechs Blocks südlich vom Rockefeller Center liegt die von John Hastings geplante New York Public Library. Die im Beaux-Arts-Stil erbaute Bibliothek hebt sich von den umstehenden Bürotürmen ab - ähnlich wie das im selben Stil gestaltete Grand Central Terminal, die anderthalb Blocks östlich liegt. Im Inneren gibt es eine Dauerausstellung zum Bau und Renovierung der Bücherei. Zudem gibt es hier - wie sonst in fast allen Museen - freien W-LAN-Zugang und gut gepflegte Toiletten. Da es in New York nur wenige öffentliche Toiletten im Freien gibt (z.B. im Central Park), suchen Touristen oft Restaurants oder Kaffeebars auf, in denen der Toilettenbesuch meist nur für Kunden gestattet ist. In öffentlichen Gebäuden wie Bibliotheken, Museen oder Ämtern ist der Besuch jedoch kostenlos und in vielen Fällen sind die Örtlichkeiten sogar besser gepflegt als bei privaten Anbietern.

Um Pausen einzulegen, können auch Touristen einige Lobbys großer Wolkenkratzer nutzen. An den Eingängen finden sich oft Schilder, die angeben, zu welchen Zeiten die Eingangshallen und Innenhöfe für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

Besinnlichkeit im Großstadtdschungel

Einen noch größeren architektonischen Unterschied zum Umfeld stellt die neogotische St. Patricks Cathedral dar. Sie steht zwischen Madison und 5th Avenue auf Höhe 50. Straße. Sie ist Amtssitz des Erzbischofs der Diözese New York.

Das besinnliche Innere der Kathedrale wirkt wie ein Widerspruch zu dem geschäftigen und vom Kommerz getriebenen oberen Teil der 5th Avenue. Vor allem ab den "50er-Straßen” reihen sich Filialen von Louis Vuitton, Gucci, Fendi, De Beers und Tiffany aneinander. Der südliche Central Park bildet einen perfekten Abschluss für den Spaziergang.

Ein Tag im Central Park und auf der Museumsmeile

Neben seinen zahlreichen Geschäften, Restaurants und architektonischen Denkmälern ist New York auch bekannt für seine Kultur und die zahlreichen Parks. Beides kann man am besten im und am Central Park erleben. Direkt an seiner Grenze liegt die Museumsmeile, auf der das Metropolitan Museum of Art und das Guggenheim Museum liegen. Praktisch gegenüber des Guggenheim Museums, aber durch den Park getrennt, liegt das National Museum of Natural History, das Naturkundemuseum der Stadt. Im Gegensatz zum Guggenheim Museum sollte man für die beiden anderen Museen mindestens einen halben Tag einplanen. Um keinen "Kulturschock" zu erleben, kann man den restlichen Tag dann im Central Park entspannen.

Um während des Kurzurlaubs Zeit zu sparen, empfiehlt sich in Manhattan die Metro. Vor allem Stadtkarten täuschen über die Dimensionen hinweg. Tatsächlich ist ein normaler Block in etwa 80 mal 270 groß. Die Bahnfahrten lohnen sich nicht nur zeitlich, sondern man lernt auch die New Yorker kennen, da alle sozialen und demografischen Schichten die U-Bahn nutzen. Viele Haltestellen sind zudem eigene Kunstwerke. Die Haltestelle am Naturkundemuseum zeigt in aufwendigen Mosaiken Schmetterlinge, Raupen und andere Tiere.

(ac/nbe)
 
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