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Volunteering
Helfer auf Zeit

Nach dem Abi ins Ausland: Das ist möglich
Nach dem Abi ins Ausland: Das ist möglich FOTO: dpa, Karlheinz Schindler
Volunteering ist ein Trend, der seit einigen Jahren den deutschen Reisemarkt erobert. Vor allem Abiturienten und Studenten helfen gerne für eine Zeit im Ausland bei Hilfsprojekten mit. Von Tina Stockhausen

Schon mal Leoparden in Namibia gefüttert? Oder in Peru mit Waisenkindern um die Wette gesungen? Kurz: Schon mal eine einzigartige Reise erlebt und dabei Gutes getan? Solche Erfahrungen versprechen Reiseagenturen, die Volunteering-Angebote im Programm führen. Dabei helfen die Teilnehmer im Ausland für einen gewissen Zeitraum freiwillig bei Sozialprojekten mit, sei es für zwei Wochen oder gleich für mehrere Monate.

Seit ein paar Jahren gibt es diese Volunteering-Reisen auf dem deutschen Reisemarkt - und seitdem boomt das Segment. Vor allem Abiturienten und Studenten nutzen immer öfter freie Zeitfenster, um sich bei einer Auslandsreise sozial zu engagieren. "Die Bandbreite an Angeboten ist mittlerweile gigantisch", sagt Christian Rhode, Leiter der Redaktion von Initiative Auslandszeit, zu der sich mehrere Fachportale für Auslandsaufenthalte zusammengeschlossen haben. "Die deutschen Anbieter arbeiten immer mit lokalen Partnern in den jeweiligen Ländern zusammen, beispielsweise mit Umweltinitiativen, Tierschutzvereinen, Kinderheimen oder Schulen."

Rhode betreut auch das Portal freiwilligenarbeit.de der Initiative Auslandszeit, das einen Überblick über die interessantesten Angebote bieten soll. Doch so einfach ist die Auswahl nicht: "Leider gibt es unter den Anbietern auch einige schwarze Schafe", erklärt er. "Teilweise bieten unerfahrene Reiseveranstalter in Entwicklungsländern oder auch Initiatoren von Hilfsprojekten Volunteering-Reisen an - ohne die nötigen organisatorischen Voraussetzungen mitzubringen und ohne einen sinnvollen Aufgabenbereich für die Volunteers bereitstellen zu können." Vor Ort sei die Enttäuschung dann groß: Die Volunteers stehen eher im Weg, als eine Hilfe zu sein, und die Unterkunft sowie die Verpflegung sind mangelhaft. Deshalb empfiehlt Rhode: ganz genau hinschauen, bevor man eine Volunteering-Reise bucht. Wie professionell ist der Anbieter, welche Aufgaben übernehme ich vor Ort, mit wem arbeite ich dort zusammen: All dies sollte vorher geklärt sein. "Wer nicht aufpasst, findet sich sonst schnell in einem Projekt wieder, bei dem er überhaupt nicht gebraucht wird", erklärt Rhode. "Manchen Organisatoren geht es dabei nur ums Geld." Trotzdem: Rund um die Welt gibt es eine Vielzahl an Projekten, bei denen Volunteers eine große Hilfe sind: Afrika Projekte im Tierschutz und Wildlife gehören in Afrika - vor allem in Namibia, Südafrika, Tansania und Sansibar - zu den beliebtesten Angeboten. Die Volunteers kümmern sich auf Farmen und in Auffangstationen um verletzte Elefanten, Affen oder Geparden. So bietet beispielsweise der Reiseveranstalter "Step In" Freiwilligenarbeit auf Zeit in einer Wildtier-Pflegestation an. "Gemeinsam mit anderen Volunteers aus der ganzen Welt kümmern sich die Teilnehmer um verletzte oder kranke Tiere", erklärt Lara Lehnen, die bei "Step In" die Reiseangebote im Bereich Freiwilligenarbeit koordiniert. "Die Volunteers füttern und pflegen die Tiere, bauen Zäune, reinigen die Gehege und assistieren bei medizinischen Behandlungen."

Asien Direkt reagiert haben die Anbieter auf die Erdbebenkatastrophe in Nepal. So bietet die Agentur "Karmalaya" Reisen zu Workcamps in den betroffenen Erdbebengebieten an. Die Teilnehmer helfen beispielsweise beim Wiederaufbau eines zerstörten Heimes für blinde Kinder. Gerade in Asien sind Hilfsprojekte, die mit Kindern zu tun haben, besonders gefragt. Eines der beliebtesten Reiseziele für Volunteers ist Thailand. "Diese Destination bietet viele Möglichkeiten, in sozialen Einrichtungen zu helfen, seien es Schulen, Kindergärten oder Waisenhäuser", sagt Rhode. "Die Volunteers gestalten die Freizeit der Kinder, unterrichten Englisch und leisten Aufklärungsarbeit zu Themen wie Umweltschutz und Hygiene."

Südamerika Peru gehört zu den beliebtesten Zielen für Volunteers in Südamerika. Zum Thema Umweltschutz gibt es besonders viele Projekte, bei denen sich Freiwillige engagieren können. Die Agentur NGO-Taxi arbeitet in Peru und Kolumbien sehr eng mit anerkannten Nicht-Regierungs-Organisationen zusammen, bei denen die Teilnehmer durchs Land reisen und Einblicke in die Arbeit von Entwicklungshelfern bekommen. Sie können auch spontan mithelfen. Daneben bietet NGO-Taxi aber auch klassische Volunteering-Aufenthalte an. Die Volunteers können beispielsweise Unterstützung bei einem Recycling-Programm in Kolumbien leisten oder bei einem Wiederaufforstungsprojekt im Amazonasgebiet in Peru mithelfen.

Quelle: RP
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