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Wellness-Urlaub
Die Kurze Auszeit vom Alltag

Stress, Anspannung, Druck im Job. In kurzen Wellness-Urlauben kann es gelingen, den eigenen Akku wieder aufzuladen - wenn man die Reise mit Köpfchen plant. Von Tom Nebe

Raus aus dem Alltag, und wenn es nur für ein paar Tage ist: Viele Menschen suchen auf Wellness-Kurzreisen Erholung und Entspannung. Nicht wenige Hoteliers sind auf die Bedürfnisse eingestellt und bieten maßgeschneiderte Pakete. Damit Körper und Geist am Urlaubsort aber wirklich zur Ruhe kommen, sollte der Kurztrip gut geplant werden.

Im Urlaub beginnt die Erholung idealerweise schon bei der Anreise. Dauert der Trip nur wenige Tage, wird diese alte Weisheit noch wichtiger. "An erster Stelle sollte man sich bei der Buchung der Entfernung zum Urlaubsort bewusst sein", empfiehlt Lutz Hertel, Gesundheitspsychologe und Vorsitzender des Deutschen Wellness Verbandes. Länger als zwei Stunden dauert die Fahrt besser nicht. "Reist man mit dem Auto an, dann ist das die Toleranzdistanz, die noch gut weggesteckt wird, ohne genervt zu sein." Stressfreier seien Fernbus oder Bahn. Im Idealfall bietet das Hotel dann einen kostenfreien Transfer vom (Bus-)Bahnhof.

Der klassische Zeitraum für einen Kurztrip ist das Wochenende. Gerade Berufstätige können es oft nicht anders einrichten. Ist man aber flexibel, umgeht man diesen Zeitraum besser. "In dieser Stoßzeit zu fahren, ist nicht die beste Idee", sagt Hertel. Wellness-Hotels sind am Wochenende in der Regel ausgelastet. Das bedeutet: Wenig zeitlicher Spielraum bei den Wellness-Behandlungen, viel Andrang im Spa-Bereich, ausgelastetes Personal.

Volle Wellness-Tempel sind nicht ungewöhnlich. Die Nachfrage für Wellness-Urlaube soll laut Prognosen des Instituts für Freizeitwirtschaft auch weiter zunehmen. Die Wellness-Auszeit ist nichts Exotisches mehr, sondern etwas, das sich viele Menschen regelmäßig gönnen, heißt es beim Hotelverband Deutschland (IHA). Unter der Woche fehlen jedoch häufig die Gäste, gerade in der Nebensaison. Hotels bieten dann nicht selten Sonderkonditionen.

Ganz wichtig: Die Termine für Wellness-Behandlungen vereinbart man am besten noch vor der Abreise von zu Hause aus. Denn kein Spa hat unendliche Kapazitäten an Behandlungsräumen und Personal. "Kurzfristig sind Wunschtermine oft nur schwer zu realisieren", sagt beispielsweise Petra Bensemann, Direktorin vom Hotel "Das Ahlbeck" auf Usedom. Wer Behandlungszeiten erst vor Ort vereinbart, hat mitunter kaum terminliche Alternativen. Zwischen den Behandlungen braucht der Körper Ruhe, um die Reize zu verarbeiten und herunterzufahren. Es ist also nicht ratsam, sich den Tag mit Anwendungen voll zu packen. "Eine Massage ist für den Körper anstrengend. Diese Anstrengung muss er danach erst einmal verarbeiten", erläutert Bensemann. Weniger ist also tatsächlich mehr, wenn es um die Zahl der Anwendungen geht. Schließlich findet Wellness nicht nur in den Behandlungsräumen des Spas statt: Spaziergänge in der Natur, mit einem Buch im Sessel vorm Kamin sitzen, gutes Essen genießen, Zeit für sich haben. All das entspannt.

Ohne guten Schlaf nutzt aber das ganze Entspannungsprogramm des Hotels nichts. Deshalb bieten viele Häuser nicht nur ruhige Umgebungen, sondern eigene "Kissen-Menüs", wie sie der Hotelverband nennt. "Aus unterschiedlich großen und dicken Kissen kann jeder Gast das für ihn optimale Kopfkissen wählen."

Sauna, Whirlpool und Schwimmbad sind ein Sehnsuchtsort vieler Wellness-Urlauber. Damit der Spa-Bereich am Urlaubsort nicht enttäuscht, recherchiert man im Zweifel lieber im Vorfeld, wie er ausgestattet ist.

Hertel nennt eine einfache Faustformel: Pro Zimmer mit zehn Quadratmeter Spa-Fläche rechnen. Hat das Hotel also 100 Zimmer, sollte der Spa mindestens 1000 Quadratmeter messen. "Außerdem klärt man vorher ab, ob das Hotel Tagesgäste in den Spa lässt", sagt der Wellness-Experte. Das könne für Gedränge sorgen. "Und der Mensch fühlt sich nun einmal am wohlsten, wenn es nicht so eng ist."

Wellness-Urlaub sollte immer ein Kontrast zum Alltag sein. "Da ist Nähe zur Natur grundsätzlich von Vorteil, weil sie ausgleichend auf Menschen wirkt", schildert Hertel. Darauf sollte man bei der Buchung Wert legen, findet er. Das heißt: Idealerweise sind in der Umgebung des Hotels reizvolle Landschaften. Ob das nun Wälder, Wiesen, Weiden oder Strände sind, ist Geschmackssache. Für manche Landmenschen wiederum könne das urbane Gewusel einer Großstadt ausgleichend sein, ergänzt Hertel.

Auch zur Digitalisierung des Alltags kann ein Wellness-Urlaub Kontrastprogramm liefern. Einige Wellness-Hotels bieten laut IHA bereits "Digital Detox" an, also digitales Entgiften. In Seminaren und Vorträgen lernen die Teilnehmer, auf das Smartphone zu verzichten.

Quelle: RP
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