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MS Amadea
"Wir sind Traumschiff"

Neuer Name, alter Schmusekurs: Ab Weihnachten sticht die MS Amadea als neues "Traumschiff" im ZDF in See. Von Bernd Schiller

Traumkulisse Südsee: Am Palmenstrand von Rarotonga, der schönsten und größten Insel im Cook-Archipel, begegnen sich zwei Menschen, die ein trauriges Schicksal teilen. Sie wollen - unabhängig voneinander - die Urne mit der Asche des verstorbenen Vaters beziehungsweise der Mutter nach Hause holen. Angereist sind sie mit dem Traumschiff - bekannt für Begegnungen, die so glücklich enden, wie es zur paradiesischen Umgebung passt.

So beginnt am zweiten Weihnachtstag eine neue Staffel der beliebten Fernsehserie. Und alles ist wie immer. Fast. Sascha Hehn begrüßt die Gäste als Kapitän Burger. Harald Schmidt spielt Kreuzfahrtdirektor Schifferle, Nick Wilder den Schiffsarzt Dr. Wolf Sander und Heide Keller die Chefhostess Beatrice. Gedreht wurde an einem traumhaften Reiseziel. Auch die Titelmelodie und der Schmusekurs durch die seichten Gewässer der Sehnsüchte bleiben den Fernsehzuschauern erhalten. Doch eines ist anders, wenn am 26. Dezember die erste Folge der neuen Staffel über die Bildschirme flimmert: Nach der Pleite der "Deutschland"-Reederei Deilmann hat sich das Team um Produzent Wolfgang Rademann nach 15 Jahren eine neue schwimmende Bleibe suchen müssen. "Wir haben sie gefunden und uns auf Anhieb wohl gefühlt", schwärmt die verantwortliche ZDF-Redakteurin Andrea Klingenschmidt über das neue Traumschiff: die MS Amadea der Reederei Phoenix.

Das Bonner Unternehmen steht seit Jahrzehnten für solide Kreuzfahrten auf hoher See und Flüssen. Kürzlich bestätigte die Reederei Gerüchte, nachdem sie die "Deutschland" für die Sommersaison 2016 und die darauffolgenden Sommer chartern und in die Phoenix-Flotte integrieren werde. Traumschiff bleibe dennoch die "Amadea". "Die Deutschland wird nach Generalüberholung und Modernisierung in unsere Flotte integriert", gab die Reederei bekannt. Im Frühjahr geht die "Deutschland" zunächst in die Werft und erhält dort den Phoenix-Schriftzug und einen türkisen Anstrich. Das Schiff wird außerdem renoviert. Die Außenkabinen auf den Decks sieben und acht erhalten französische Balkone, kündigte Phoenix Reisen an. Am 14. Mai startet sie ihre erste Reise zu den norwegischen Fjorden. Weitere Kreuzfahrten führen zum Nordkap und nach Spitzbergen, durch die Ostsee, nach England und Grönland.

Zurück zur Amadea: Das neue Traumschiff war im Sommer auf der Ostsee unterwegs - ohne Fernsehkameras. Mit 480 Passagieren und 280 Crew-Mitgliedern ging es ins Baltikum und nach Skandinavien. Und auch im echten Leben reist die Sehnsucht mit: An Bord sind Passagiere, die im litauischen Klaipeda, dem früheren Memel, das Haus der Großeltern aufsuchen möchten. Andere erfüllen sich den Lebenstraum "Sankt Petersburg" - die Eremitage sehen, zwei lange, weiße Nächte erleben. Man freut sich auf Metropolen wie Helsinki, Stockholm oder Kopenhagen und stromert ein paar Stunden durch idyllische Dörfer wie Borgholm auf Öland oder Aerösköbing in der dänischen Südsee.

Das Pogramm an Seetagen ist klassisch: vormittags Vorträge oder eine Massage im Wellness-Studio, abends bunte Shows und Musikeinlagen. Anschließend ein Mitternachts-Snack, als habe es das Fünf-Gänge-Dinner nie gegeben. Beinahe täglich wird Abschied gefeiert: zum Beispiel in Stockholm mit dem Song "Sail Away" und einem zünftigen "Hej då". Oder einen Tag vor der Rückkehr nach Bremerhaven mit einem gut besuchten Gottesdienst in der Vista Lounge: "Danke für diese schöne Reise", lässt Dekan Peter Holzer seine ökumenische Gemeinde singen. Abends, bei der Farewell-Sause im Kiel-Kanal, zwischen "Polonäse Blankenese" und der Suche nach dem Abendstern, fragen sich ein paar Amadea-Stammgäste, wieso man eigentlich von einem neuen Traumschiff rede... "Waren ,wir' das nicht schon immer, auch ohne Sascha Hehn und Heide Keller ?" Die Redaktion wurde von der Phoenix-Reederei zu der Reise eingeladen.

Quelle: RP
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