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Himmelsereignis am 20. März
So gelingen Fotos und Filme von der Sonnenfinsternis

Sonnenfinsternis: So gelingen Fotos und Filme
Am besten wird die Kamera auf ein Stativ gestellt, und beim Filmen ausschließlich auf den Display gesehen. Nicht durch den Sucher. FOTO: Shutterstock.com/ Gabriele Maltinti
Die Sonnenfinsternis am Freitag wirft zwei wichtige Fragen auf: Was muss man über die Schutzbrille wissen und wie kann man Fotos und Filme von dem Ereignis machen. Wir haben einen Düsseldorfer Fotografen danach befragt. Von Susanne Hamann

Ob mit Digitalkamera oder Smartphone, bei spektakulären Ereignissen gehört der Schnappschuss oder das Filmchen inzwischen einfach dazu. Schon allein, weil viele die Erfahrung mit anderen in den sozialen Medien teilen wollen.

Bei der Sonnenfinsternis ist die Sache mit dem Foto jedoch gar nicht so einfach. Das liegt schon allein daran, dass es höchstgefährlich ist mit dem Auge durch den Sucher zu gucken. "Der wirkt ja wie ein Fernglas", erklärt Michael Roll, Außendienstmitarbeiter und gelernter Fotograf bei Calumet in Düsseldorf, "das ist extrem gefährlich für das Auge und kann zur Blindheit führen."

Deshalb ist der erste Tipp des Experten beim Fotografieren oder Filmen immer auf das Live-View zu gucken, anstatt durch den Sucher. Besser noch: Den optischen Sucher abkleben, um ein versehentliches Durschauen zu vermeiden.

Für die Fotografie selbst sind dann, laut Roll, folgende Punkte zu beachten:

  • Am besten wird das Ereignis mit einer digitalen Spiegelreflexkamera festgehalten, die auf ein Stativ aufgebracht ist. Auf diese Weise bleibt der Ausschnitt immer gleich, auch wenn die Kamera mit der Sonne mitbewegt wird.
  • Roll empfiehlt ein 200 Millimeter Objekt für das Vollformat. Dann muss nicht so oft nachgestellt werden.
  • Ähnlich wie das Auge muss aber auch die Kamera vor den aggressiven Sonnenstrahlen geschützt werden. Nicht nur die Hornhaut des Menschen kann durch sie schwere Schäden nehmen. Auch die Sensoren der Kamera werden durch Sonnenlicht beschädigt. Aus diesem Grund, und weil die Bewegung des Mondes sonst auf den Bildern nicht wahrnehmbar ist, muss auf die Kamera ein Filter ND 5.0 aufgesetzt werden. Gute Qualität bieten etwa die Filter der Firma B und W. Ähnlich wie bei den Brillen, könnte es kurz vor der Sonnenfinsternis jedoch schwierig sein noch einen Filter zu bekommen.
  • Eine Alternative sind dann mehrere übereinander geschraubte D-Filter. Die sollten auch in Fotofachgeschäften noch vorrätig sein.
  • Durch den Filter ist es nicht mehr möglich die Kamera zu fokussieren. Deshalb sollte der Autofokus im Vorhinein abgestellt und das Objektiv auf unendlich gestellt werden.
  • Als Blende empfiehlt Michael Roll eine Blende acht, Iso 100. Bei der Verschlusszeit sollte mit einem Tausendstel angefangen werden.
  • Wichtig ist laut Experte auch das Format in dem die Bilder abgespeichert werden. Da der raw-Modus die Bilder als eine Art digitales Negativ abspeichert, eignet er sich für die Sonnenfinsternisaufnahmen besser, als das übliche jpeg-Format.

Beim Filmen gelten laut dem Fotografen ähnliche Regeln. Auch hier sollte vor allem an den Filter gedacht werden. "Da es bei vielen digitalen Kameras auch möglich ist, Filme zu machen, kann es jedoch sinnvoller sein, mehrere Fotos zu machen, und dann am Ende ein Timelaps-Video daraus zu schneiden", weiß der Roll.

Wer seinen Film mit dem Smartphone dreht hat dann Glück, wenn er noch eine der heißbegehrten Sonnenschutzbrillen erwischt. Da das Objektiv hier sehr klein ist, reicht es als Schutz für das Handy die Brille beim Filmen vor den Sucher zu halten, so Michael Roll. Wichtig ist dabei, dass nicht zu lange am Stück in die Sonne gefilmt wird.

Eine Garantie dafür, dass die Sensoren des Smartphones nicht trotzdem leiden, gibt es nicht. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte das Filmen mit seinem Handy deswegen besser lassen - und im Zweifelsfall doch darauf umschwenken einen Live-Stream im Internet mitzuschneiden. Live-Aufnahmen gibt es übrigens auch von der totalen Sonnenfinsternis über Grönland und Spitzbergen.

Ein paar empfehlenswerte Smartphone-Apps zur Sonnenfinsternis 2015 gibt es hier

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