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Dem Weihnachtsstress entfliehen
Tipps: Dem Weihnachtsstress entfliehen
Wenn die Lichterkette verknotet, das Gebäck im Ofen angekokelt ist, sollte aufkommender Ärger einfach weggelächelt werden. FOTO: thinkstockfotos.de/Alexey Stiop
Listen machen, auch mal innehalten und Prioritäten setzen: Wer ein paar Tipps beherzigt, kann den Advent genießen, statt genervt und gehetzt Silvester herbeizusehnen. Von Nadine Fischer

Das Spritzgebäck ist angebrannt. Die selbst gebastelte Weihnachtskarte für die Lieblingstante hat auf dem Weg in den Briefumschlag noch einen Knick abbekommen, das im Internet bestellte Geschenk für den Sohn wird einfach nicht geliefert – in den Wochen vor Heiligabend scheint allzu oft nichts richtig klappen zu wollen. Und das, wo doch gerade jetzt die Erwartungen besonders hoch sind.

"Weihnachten hat so einen bestimmten Zauber inne. Wir möchten die Menschen um uns herum glücklich machen und wollen, dass alles perfekt ist", sagt Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin Svenja Lüthge. "Das setzt uns unter Druck."

Wer an Heiligabend nicht frustriert und gestresst auf den Christbaum starren möchte, sollte schon früh ein paar Vorbereitungen fürs Fest treffen – und seine Erwartungen zurückschrauben.

Planen Jetzt ist die beste Zeit, Pläne für die Adventswochen zu machen. "Ich setze mich einmal hin und überlege, was mir wichtig ist", sagt Svenja Lüthge. Wann ist Zeit zum Geschenke-Shopping und Plätzchen backen? Welche Weihnachtsfeier ist tatsächlich ein Pflichttermin? Welche Freunde sollen unbedingt eine an sie persönlich gerichtete Weihnachtskarte bekommen, und bei wem reicht auch eine Rundmail?

"Mit den Freunden, die keine Karte bekommen, könnte man zum Beispiel mal gemeinsam auf den Weihnachtsmarkt gehen", sagt Svenja Lüthge. Das ist eine gute Gelegenheit, mal innezuhalten: Denn auch das ist wichtig, wenn es nicht zu stressig werden soll.

Durchhalten "Man sollte nicht alles so verbissen sehen, das nimmt den Druck raus", rät die Psychologin. Wenn die Lichterkette nicht funktioniert, die Vanillekipferl im Ofen ankokeln – was soll's? "Über solche Pannen lachen zu können, entstresst", sagt sie. Ist ein Punkt auf der persönlichen vorweihnachtlichen To-do-Liste abgehakt, "sollte man sich belohnen und nicht gleich auf die nächste Aufgabe stürzen". Ein Bad nehmen, auf die Couch lümmeln und den Lieblingsfilm ansehen, ein Glas Rotwein genießen oder ins Theater gehen: "Ich sollte mir überlegen, welche Highlights ich mir gönnen möchte." Das sei am besten etwas, "bei dem ich selbst nicht viel machen muss", ergänzt Svenja Lüthge und hat noch einen Tipp zur Entspannung: "Einfach mal zwischendurch bewusst zwei Minuten lang nichts tun, das gibt Kraft und geht auch im Büro."

Feiern Heiligabend bricht an, die Verwandten treffen aufeinander – und mit ihnen meist ein ganzes Bündel verschiedener Vorstellungen vom perfekten Fest.

Die Oma möchte vor der Bescherung in die Kirche, der Vater mit der Familie einen Spaziergang machen, die Mutter das Essen vorbereiten, und die Kinder wollen noch Freunde besuchen: Es sei wichtig vorab zu klären, welche Erwartungen jeder Einzelne habe, sagt Svenja Lüthge. Dann lasse sich der Tag besser planen. Welche Wünsche können erfüllt, wo müssen Kompromisse gemacht werden? Ist das geklärt, steigt die Chance auf ein harmonisches Weihnachtsfest. Sie erhöht sich noch weiter, wenn die Verwandten vorher ein Abkommen treffen, erläutert die Psychologin: "Themen, über die wir uns sonst immer streiten, lassen wir heute aus." Entwickelt sich ein Gespräch dann doch in verbotene Gefilde, müsse schnell eingehakt werden.

Das ist dann womöglich ein guter Zeitpunkt, um den Verwandten von all den vermeintlich erlebten Katastrophen im Advent zu erzählen – und darüber gemeinsam mit ihnen zu lachen.

Quelle: RP
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