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Richtig riestern
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Wer eine Riester-Rente aufbauen will, sollte sich vorher gut beraten lassen und die unterschiedlichen Angebote vergleichen. FOTO: istockphoto.com
Die Rente ist sicher – ziemlich knapp. So könnte man den berühmten Politikersatz nach der aktuellen Diskussion ergänzen. In den Fokus rückt da wieder die Riester-Rente. Von Jürgen Grosche

Ein bisschen investieren muss man schon – nicht nur Geld, auch Zeit. Sparer stören sich oft an den komplizierten Regeln der Riester-Vorsorgeverträge. Doch die Mühen lohnen sich – insbesondere für Geringverdiener mit Kindern. Denn ihnen winken satte Zulagen.

Riester-Verträge können gute Renditen bringen

Diese Zulagen gibt’s Der Riester-Sparer bekommt vom Staat jedes Jahr eine Zulage in Höhe von 154 Euro. Für jedes Kind gibt es dazu noch 185 Euro. Und wenn die Kinder 2008 oder später geboren wurden, steigt die Zulage für sie sogar auf 300 Euro. Junge Menschen bis 25 können eine einenmaligen so genannten Berufseinsteiger-Bonus von 200 Euro erhalten. Wie sich das rentieren kann, rechnet die Verbraucherzentrale Hamburg vor: Eine alleinerziehende Mutter mit einem Kind verdiente im vergangenen Jahr 20 000 Euro brutto. In ihren Riester-Vertrag will sie insgesamt 800 Euro einzahlen. Das sind vier Prozent ihres Gehaltes. Die Mutter bekommt die Zulage für sich in Höhe von 154 Euro und das Kind (185 Euro). Sie muss also nur 461 Euro im Jahr oder knapp 40 Euro pro Monat einzahlen. Am Ende des Jahres stehen auf ihrem Konto aber 800 Euro plus Zinsen. Für Gutverdiener ist statt der Zulage häufig der Sonderausgabenabzug günstiger. Das Finanzamt prüft das, wenn man der Einkommensteuererklärung die ausgefüllte Anlage AV beifügt. Für den Sonderausgabenabzug liegt der Höchstbetrag bei 2100 Euro.

Mehrere Wege Versicherer, Banken und Fondsgesellschaften bieten Verträge an, die zertifiziert sein müssen. Man kann also entweder einen Versicherungs-, Bank- oder Fondssparplan wählen. Außerdem gibt es noch den so genannten Wohn-Riester. Bei diesen von Bausparkassen angebotenen Verträgen können Kapital und Zulagen für den Immobilienkauf oder die Tilgung von Darlehen verwendet werden.

Wer davon profitiert Berechtigt für die Förderung sind Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung, aber auch Beamte, Empfänger von Arbeitslosengeld, versicherungspflichtige Selbstständige und einige andere. Interessant ist das Modell unter Umständen auch für Ehepartner, selbst wenn sie nicht zum begünstigten Personenkreis gehören und kein Einkommen haben. Nämlich dann, wenn der Partner mit einem eigenen Altersvorsorgevertrag gefördert wird. Der erstgenannte Partner erhält dann ebenfalls die Grundzulage; er muss lediglich einen Mindestbetrag von 60 Euro einzahlen. Seine eigenen Beiträge kann er zudem als Sonderausgaben geltend machen.

Regeln beachten Um die volle Riester-Förderung zu bekommen, zahlt man mindestens vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens in den Vertrag – wobei hier die Zulagen ja bereits mitzählen. Geringverdiener zahlen mindestens 60 Euro im Jahr. Der Höchstbetrag für die Förderung liegt bei 2100 Euro.

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