So essen wir morgen
So essen wir morgen
Schöner Schein: Die Molekularküche tischt Speisen auf, die anders schmecken als sie aussehen. FOTO: istockphoto.com
Früher waren Zitrusfrüchte das typische Winterobst, Kartoffeln und Schweinebraten das klassische Sonntagsessen. Das Essen der Zukunft ist eine Mischung aus Lifestyle und ökologischer Notwendigkeit. Von Michael Schreckenberg

 Singlehaushalte, Kleinfamilien, flexible Arbeitszeiten, wachsende Mobilität: Das schnelle Essen für Zwischendurch wird zur Hauptmahlzeit. Mundgerecht abgepackte Fruchtschalen, das fertige Nudelgericht und der vorgeschnittene Salat aus dem Kühlregal sind Ausdruck dieses Trends. Wichtig: Auch bei diesen Produkten auf das Haltbarkeitsdatum und eventuelle Allergene achten, wie Farbstoffe und Geschmacksverstärker.

Fleisch

Fleisch hat derzeit ein schlechtes Image. Ob es dabei bleibt oder ob die Lifestyle-Mode in eine andere Richtung geht, ist unklar. Sicher ist: Rinderherden brauchen Ackerflächen, industrielle Massentierhaltung lehnen viele Verbraucher aus ethischen und gesundheitlichen Gründen ab. Wer seinen Konsum einschränken möchte, kann klein anfangen: ein fleischloser Tag in der Woche hilft bei der Umstellung.

Exotische Proteine

Egal ob vom Rind, Schwein, Huhn oder aus anderen Quellen – unser Körper braucht Proteine. Die Globalisierung führt dazu, dass wir Lebensmittel von anderen Kontinenten ebenso kennenlernen, wie die dortigen Essgewohnheiten. In Europa gibt es bereits erste Anbieter für essbare Insekten: Maden, Heuschrecken oder Schaben sind in vielen Ländern Asiens Leckerbissen. Wem das das zu extrem ist: wie wäre es beispielsweise mit Meeresalgen? Eine Misosuppe im Sushi-Restaurant oder ein Algensalat sind ein Geschmackstest.

Regional vor global

Während die weltweiten Märkte uns in Zukunft noch mehr exotische Essgewohnheiten aus allen Kulturkreisen nahe bringen, geht ein anderer Trend in die entgegengesetzte Richtung: Obst und Gemüse aus dem Umland, Biofleisch vom Metzger nebenan – regionale Produkte genießen das Vertrauen der Verbraucher. Das muss nicht teuer sein. Wer die Menge individuell bestimmt, spart auch bei einem höheren Kilopreis. Im Supermarkt lohnt sich der Blick auf die Herkunft: Neben den Äpfeln aus Chile liegen oft solche aus dem Bergischen Land.

Designerfood

Analog-Käse und Pressfleisch mit Wasserzusatz haben dem Essen aus dem Labor den Ruf gründlich verdorben. Doch auch, wen es bei diesen Beispielen schüttelt, greift vielleicht gerne zum Wasser mit Geschmackszusatz oder genießt die überraschenden Kreationen eines Molekularkochs. Die Kreativität bei der Gestaltung von Essen wird in Zukunft noch deutlich zunehmen. Wenn die Verbraucher genau wissen wollen, was sie vor sich auf dem Teller haben, sollten sie beim Kauf auf die Liste der Zusatzstoffe achten: Eine „Surimi-Garnele“ ist zum Beispiel keine richtige Garnele, sondern lediglich gepresstes Fischeiweiß in Garnelenform.

Gentechnik

Für manche sind sie ein Segen, für die anderen eine Zeitbombe mit unkontrollierbaren Folgen für Umwelt und Gesundheit – Pflanzen mit manipuliertem Erbgut. Weltweit wandert derzeit der Großteil des genmanipulierten Getreides ins Tierfutter. Wer auch in Zukunft lieber ohne Gentechnik essen möchte, sollte zunächst auf die Liste der Inhaltsstoffe achten: Seit 2004 müssen gentechnisch veränderte Komponenten in Deutschland gekennzeichnet sein. Ausnahme sind allerdings tierische Produkte. Greenpeace empfiehlt daher, auf die Kennzeichnung „ohne Gentechnik“ zu achten.

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