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Tourismus
Busreisen mit Qualität
Tourismus: Busreisen mit Qualität
Bequem und sicher: Städtereisen mit dem Reisebus sind beliebt, etwa nach Hamburg. FOTO: privat
Vor allem für längere Fahrten ist das Komfortangebot an Bord entscheidend für die Wahl des Reisebusses. Kriterien für den Sitzkomfort sind die Beinfreiheit sowie die Stärke und Verstellbarkeit der Rückenlehnen. Klimaanlagen sowie Video- und Audio-Anlagen machen auch längere Fahrten zu einem kurzweiligen Vergnügen. Ebenso wie eine Bordküche mit Kühlschrank und Kaffeemaschine. Und eine Toilette sollte auf jeden Fall im Bus sein, das ist klar. Von Julia Puzalowski

Doch es gibt noch weitere Kriterien, die Interessierten helfen, seriöse Anbieter zu erkennen. Folgende Fragen können Busreisende dem Anbieter stellen. Seine Antworten sind ein guter Anhaltspunkt für den herrschenden Qualitätsstandard.

Wie viele Sterne hat der Bus?

Je mehr Sterne – es gibt maximal fünf – ein Bus aufweisen kann, desto höher sein Standard. Ein Vier-Sterne-Bus bietet zum Beispiel eine Beinfreiheit von mindestens 74 Zentimetern, ab drei Sternen muss eine Toilette mit an Bord sein. Im Drei- bis Fünf-Sterne-Bereich reisen Urlauber in der Regel bequem und komfortabel – und mit mehr Beinfreiheit als im Flugzeug. Doch seien nicht alle Sterne gleich viel wert, warnt Hermann Meyering, der der Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk) vorsitzt. Er betont: "Stern ist nicht gleich Stern!" Bei den gbk-Sternen sei gewährleistet, dass die Vergabe penibel überwacht werde. Die gbk ist ein Verband mit Sitz in Böblingen, dem bundesweit rund 500 Reisebusunternehmen angehören.

Wie ist der Chauffeur geschult?

Busreisende sollten auf die Ausbildung und Schulung des Chauffeurs achten. Die gesetzlichen Vorschriften nehmen vieles vorweg. Die Lenkzeiten zum Beispiel regeln, dass Busfahrer maximal neun Stunden am Tag hinter dem Steuer sitzen dürfen, zwei Mal in der Woche auch bis zu zehn Stunden, und nach viereinhalb Stunden eine Pause von 45 Minuten einlegen müssen. Ab 2013 müssen die Fahrer außerdem eine regelmäßige Weiterbildung nachweisen. Unternehmen mit qualifizierten Busfahrern, die in Theorie und Praxis auf dem neuesten Stand sind, erkennen Interessierte schon jetzt am Gütezeichen "RAL Bus-Chauffeur Fahrerschulung". Natürlich können Reisende auch selbst etwas für die Sicherheit an Bord tun: indem sie die Anschnallpflicht während der Fahrt beachten.

Wer zahlt bei Insolvenz?

Angebote zu vergleichen macht immer Sinn. Dennoch sollten Interessierte bedenken: Der Billigste ist nicht immer der Beste. Billiganbieter sind unter Umständen unzuverlässig, etwa, weil sie noch nicht lange am Markt bestehen. Um auf den Fall einer Insolvenz vorbereitet und als Kunde dann nicht der Leidtragende zu sein, können Urlauber nach einem Reise-Sicherungsschein fragen. Er sichert im Falle einer Insolvenz des Anbieters ab. Ein Anhaltspunkt für Qualität ist auch, ob sich der Busreiseunternehmer von einem Verband zertifizieren lässt oder zumindest Mitglied ist.

Ist eine zusätzliche Begleitung an Bord?

Zu einer guten Busreise gehört auch eine professionelle Reisebegleitung. Neben einer Person, die fachkundige Erklärungen zu Sehenswürdigkeiten und Städten liefert, ist es aber oft auch angenehm, einen weiteren Organisator im Bus zu haben. Der kann zum Beispiel die Gäste nach einer Pause wieder rechtzeitig einsammeln oder das Unterhaltungsprogramm während der Fahrt steuern. Dadurch wird der Fahrer entlastet und kann sich allein darauf konzentrieren, seine Gäste sicher ans Ziel zu bringen.

Ist auch für Alte und Kranke gesorgt?

Ältere Menschen, die unterwegs medizinisch versorgt werden müssen, sollten sich bei der Reiseplanung erkundigen, ob geschultes Personal und die nötige Ausrüstung mit an Bord sind. Wer auf Gehhilfen angewiesen ist, sollte auf barrierefreie Fahrzeuge und seniorenfreundliche Unterkünfte am Zielort achten. Viele Unternehmen bieten alle gewünschten Leistungen im Paket an. Mitglieder der gbk seien auf Kranke eingestellt, wie Meyering sagt: "Sie bilden ihre Reiseleiter und Busfahrer entsprechend aus, so dass sie im Ernstfall Hilfe leisten können." Rund 20 Prozent der gbk-Mitglieder verfügten über barrierefreie Busse. Manche Busse hätten sogar Defibrilatoren und andere medizinische Geräte mit dabei. Sie arbeiteten in der Regel mit zertifizierten Hotels für Senioren zusammen, so dass es auch am Zielort weder Treppen noch jegliche andere Hindernisse für Rollstuhlfahrer gebe.

 

Quelle: rps
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