(RPO) Raub und Diebstahl machen vor Schulen in NRW nicht Halt. 2008 wurden 1782 Fälle von Gewaltkriminalität gemeldet. Täglich wächst zudem die Zahl von Amok- Alarmmeldungen in Schulen.
Tatort Schulhof. Die Polizei gibt an, jedem Hinweis nachzugehen. Foto: ddp
Nach Informationen unserer Redaktion wurden seit der Bluttat in Winnenden (Baden-Württemberg) bis Mittwoch 202 Amok-Verdachtsfälle in NRW-Schulen registriert. Zum Vergleich: Im ganzen Jahr 2008 waren es 112. Dabei handle es sich sowohl um mutmaßliche Drohungen als auch um besorgte Hinweise von Eltern, Lehrern und Schülern, heißt es. Jedem Hinweis gehe die Polizei nach, versicherte ein Sprecher des Innenministeriums.
Laut NRW-Schulministerium entpuppen sich die Drohungen häufig als "Imponiergehabe von Trittbrettfahrern ohne ernsthaften Hintergrund". Gleichwohl müssten die Betroffenen mit Bestrafung rechnen. Die Polizei hat klargemacht, dass sie die Erstattung ihrer Einsatzkosten verlangt, die sich auf mehrere tausend Euro belaufen können.
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Straftaten
Von 13.320 aufgeklärten Straftaten an Schulen in NRW konnten 3276 (24,8 Prozent) Kindern zugeordnet werden. 7530 Taten (56,9 Prozent) wurden von Jugendlichen, der Rest wurde von Heranwachsenden begangen.
Am Mittwoch erst wurde in Brüggen (Kreis Viersen) ein 16-Jähriger festgenommen, der im Internet einen Amoklauf in seiner Schule angedroht hatte. Bei ihm wurde ein Luftgewehr gefunden. Unklar blieb, wie ernst er es gemeint hat.
NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU) fordert eine "Kultur des Hinsehens". Auffällige Beobachtungen, die auf eine mögliche Amoktat hindeuten könnten, sollten sofort den Behörden gemeldet werden. Dies habe nichts mit Denunziantentum zu tun, sondern diene der Sicherheit aller.
An den Schulen in NRW wurden 2008 rund 25.000 Straftaten begangen. Weitaus mehr als Hälfte davon entfiel auf Sachbeschädigungen und Diebstahl. Diese Zahlen nannte Innenminister Ingo Wolf (FDP) bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für 2008. Darin sind erstmals die Straftaten in Schulen erfasst. Einzelne Kriminalitätsschwerpunkte nannte das Innenministerium nicht, um nicht "eine ganze Schule in Misskredit zu bringen". Die Polizei vor Ort wisse jedoch sehr genau Bescheid und sei bestrebt, im Zusammenwirken mit den Schulen Lösungen zu entwickeln.
Nach Ansicht der CDU könnten viele der Straftaten an den Schulen verhindert werden, wenn es zu einem stärkeren Einsatz von Video-Überwachung käme. Dafür gebe es bereits viele gute Beispiele, sagte CDU-Generalsekretär Hendrik Wüst unserer Redaktion. Es sei unverantwortlich, dass die Landesdatenschutzbeauftragte Leitfäden für Schulen herausgebe, die "nur zum Ziel haben, Videoüberwachung zu verhindern".
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