MSV Duisburg: 0:0 in Augsburg - das Ziel erreicht
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 11.02.2011 - 22:37Der MSV holte beim FC Augsburg gestern Abend beim torlosen Unentschieden einen Punkt. Überragender Akteur war Branimir Bajic. Ivo Grlic verletzte sich beim Aufwärmen. Debüt für Maurice Exslager und Jürgen Säumel.
In der Augsburger Allgemeinen wurde fast ängstlich die Frage gestellt, wer denn um Gottes willen die Stürmer Torsten Oehrl (verletzt) und vor allem den gesperrten Torgaranten und Vorbereiter Michael Thurk ersetzen solle für das Kräftemessen mit den ebenfalls personell dezimierten Zebras.
Immerhin hatten die beiden insgesamt bereits zwölf Treffer erzielt. Trainer Jos Luhukay nahm‘s mit Gelassenheit, die ihn allgemein als stets unaufgeregtes Mitglied der Branche ausgezeichnet. Dass der frühere Berliner Nando Rafael aufrücken würde, war klar. Der Mann weiß auch, wo das gegnerische Tor steht. Stefan Hain war sein Nebenmann. Die Stürmer auf beiden Seiten brachten nichts zustande. Das torlose Unentschieden nach 90 schwachen Spielminuten war insgesamt gerecht.
Topspiel ohne Topstürmer
MSV-Trainer Milan Sasic wollte auf die Ausfälle von Goran Sukalo, Stefan Maierhofer und Sefa Yilmaz mit der taktischen Variante reagieren, massiert in Abwehr und Mittelfeld zu stehen und nur Srdjan Baljak ganz vorne zu bringen. Oldtimer Ivo Grlic‘ verdrehtes Knie beim Aufwärmen machte da aber einen Strich durch die Rechnung. So kam Youngster Maurice Exslager in den Genuss, beim Topspiel in der impuls-Arena als weitere Offensivkraft erstmals von Beginn an dabei zu sein.
Manuel Schäffler blieb zunächst nichts übrig, als den Kollegen die Daumen zu drücken. Wintereinkauf Jürgen Säumel säumte erstmals die Ersatzbank und kam wölf Minuten vor Schluss für Exslager zu seinem Debüt. Das Topspiel ohne Topstürmer, von viel Taktik geprägt, dauerte ziemlich lange, bis sich die erste Chance eröffnete. In der 25. Minute war es der Ex-Duisburger Möhrle, der David Yelldell mit einem kräftigen Schuss richtig prüfte.
Die Teams neutralisierten sich im übrigen zusehends, Missverständnisse blieben nicht aus. Dann aber ging die Post ab, und zwar beim FCA. Die Mannschaft war ab Mitte der ersten Halbzeit klar überlegen und brachte den MSV in der Defensive, in der Branimir Bajic eine ganz starke Partie machte, ganz schön ins Schwitzen. Da war eine Portion Glück mit im wenig attraktiven Duisburger Spiel.
Die Zebras waren da überfordert, und man merkte von allem beim jungen Exslager, der heute 20 wird, dass Augsburg eine gute Hausnummer darstellt. Wichtige Stammspieler wie Sukalo oder Maierhofer sind eben nicht zu ersetzen. Die mannschaftliche Geschlossenheit sollte in erster Linie helfen. Das torlose Unentschieden zur Pause war glücklich.
Sportdirektor Bruno Hübner, der wie auch Trainer Sasic beim MSV bleiben wird („Es fehlen nur noch die Unterschriften“) monierte zur Halbzeit manche schlampige Abspiele, die fehlende Ruhe und auch, dass die Mannschaft kaum in den „torgefährlichen Raum“ vorgestoßen sei. Kontern fand nicht statt. Das war ganz schwach. Nur der Pfostenschuss von Ivo Banovic war ein Highlight.
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