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Dinslaken: 100 Kilogramm auf 60 Zentimetern

VON STEFFEN PENZEL - zuletzt aktualisiert: 08.09.2008

Dinslaken (RPO). Der Löschzug Oberlohberg lud am Samstag Feuerwehrkollegen aus Dinslaken und Hünxe zum Bobbycar-Rennen. Dafür wurde

ganztägig die Steinbrinkstraße gesperrt. Die RP beobachtete, wie es aussieht, wenn sich große Männer auf kleine Plastikautos zwängen.
Großer Mann auf kleinem Auto: Beim Bobbycar-Rennen des Feuerwehrlöschzugs Oberlohberg gab’s so manche kuriose Situation.  Foto: RPO
Großer Mann auf kleinem Auto: Beim Bobbycar-Rennen des Feuerwehrlöschzugs Oberlohberg gab’s so manche kuriose Situation. Foto: RPO

Dinslaken-Oberlohberg Da stehen sie, die kleinen roten Flitzer. Knapp 60 Zentimeter lang. Dreizehn an der Zahl. Und sie sehen so gar nicht danach aus, als wenn lange Kerle wie Klaus Stepper auf ihnen in Richtung Tal rasen könnten. Können sie aber. Weil die Spielautos von den Oberlohberger Feuerwehrmännern im Vorfeld des großen Bobbycar-Rennen auf der Steinbrinkstraße frisiert worden sind. „Wir haben die Achsen und die Lenkung verstärkt. Denn ohne Verstärkung haben die Dinger schnell die Segel gestrichen wie wir beim ersten Test spüren mussten“, erklärt Rennleiter Willi Becks im Zielraum.

„Reine Gaudi-Veranstaltung“

Info

Jubiläum

Das Bobbycar-Rennen veranstalteten die Oberlohberger Feuerwehrleute im Rahmen des 90-jährigen Jubiläums ihres Löschzuges. „Das ist doch viel interessanter und lustiger als einfach nur einen Tag der offenen Tür zu machen“, befand Rennleiter Willi Becks.

Am Start waren 32 Fahrer der Löschzüge aus Oberlohberg, Dinslaken Stadtmitte, Hiesfeld, Eppinghoven, Hünxe und Bruckhausen.

Oben auf der Startrampe macht sich Klaus Stepper derweil für das freie Training startklar. Mit Sonnenbrille und Ellenbogenschoner ist der 100-Kilo-Feuerwehrmann gut ausgerüstet. „Die Brille ist gegen die Mücken und der Schoner reine Vorsichtsmaßnahme“, lacht der Dinslakener Löschzugführer. Bevor es losgeht, beäugt er kritisch einen kleinen Haufen Sand, der aus einem der gespendeten Bobbycars auf die hölzernen Startrampe gerieselt ist. „Wenn da mal nicht die Reifen durchdrehen.“ Dann geht’s los. Jens Maltusch löst per Hebel die Startklappen, und die großen Kerle auf den kleinen Plastikmobilen rasen in Richtung Hünxer Straße. „Das sieht schon lustig aus“, findet Maltusch. Aber darum geht es ja schließlich auch. „Das ist ja eine reine Gaudi-Veranstaltung. Wir wollen heute nur ein bisschen Spaß haben.“ Bei all dem Gaudi gerät der Ernstfall aber nie in Vergessenheit. „Wir sind sofort startklar, falls es brennen sollte. Unser Löschfahrzeuge stehen alle in Position und sind abfahrbereit“, berichtet Jens Maltusch.

Dass es nicht immer hundertprozentig rund läuft, muss Maximilian Messerschmidt gerade feststellen. Während seine Kollegen mit bis zu 30 Stundenkilometern den Asphalt runtersausen, trägt er sein Bobbycar auf den Schultern über die Ziellinie. „Mmh, irgendwie bin ich in der ersten Kurve stehengeblieben. Ich glaube, hier muss mal ein Tropfen Öl dran“, nimmt er den außerplanmäßigen Spaziergang locker und gibt sein Renngefährt in der „Boxengasse“ ab. Da hockt mit Volker Janßen der verantwortliche Mechaniker des Rennens. Und der muss kräftig kleben, schrauben, ölen. Denn – trotz aller Verstärkungen – sind die Bobbycars nicht jedem Fahrer gewachsen. Welche Fahrer die besten Chancen auf den Sieg haben, kann auch Volker Janßen nicht endgültig klären. „Die etwas Schwereren müssten eigentlich schneller sein. Aber die Schlanken sind dafür windschnittiger.“

Aufs Eigengewicht verlassen

Windschnittigkeit ist nicht sein Sache, muss Klaus Stepper nach seinem zweiten Zieldurchlauf feststellen. „Sobald ich mich hinlege, schleift das Ding. Also muss ich mich wohl auf mein Gewicht verlassen.“ Wobei ihm die Platzierung am Ende ziemlich schnuppe ist. „Das ist einfach lustig hier. Und es macht verdammt viel Spaß, die Straße runterzufahren.“

Dass es beim Rennen sehr locker zugeht, zeigt auch der Start von Carlo Pohl. Der ist Mitglied des Treckerclubs „Ackerschlepper Oberlohberg“. Und der hat am frühen Samstagmorgen ein Schaukelpferd auf eine Holzplatte geschraubt und diese mit Skateboardachsen und-rollen versehen. „Aus einer Bierlaune heraus“ sei die Idee entstanden. Nun rechnet sich Pohl, der außerhalb der Konkurrenz startet, Chancen auf den Titel des Renn-Schnellsten aus. „Ich werde wohl schneller als die kleinen roten Autos sein“, sagt er und stapft mit dem Schaukelpferd im Schlepptau in Richtung Startrampe.

Quelle: RP

 
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