Dinslaken: 50 Jahre offene Jugendarbeit
VON FLORIAN LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 04.12.2008Dinslaken (RPO). Am Sonntag feiert das ND-Jugendzentrum sein Jubiläum. Heute kommen rund 1000 Jugendliche pro Woche in die Einrichtung, die der Studienrat Aloys Angenendt begründete und die seither Generationen junger Leute mit prägte.
Jubiläumsfeier
Am Sonntag, 7. Dezember, feiert das ND-Jugendzentrum sein 50-jähriges Bestehen mit einem Empfang. Danach wird beim Tag der offenen Tür ab 12 Uhr) unter anderem Musik und Theater geboten. Mehr zur Einrichtung unter www.nd-jugendzentrum.de
Klaus Lasse ist der Vorsitzende des Förderervereins, der das ND-Jugendzentrum unterstützt. Wenn er sich an frühere Jahre der Einrichtung erinnert, sagt er diesen Satz: „Wir haben immer gekämpft.“ Ein Kampf für die Existenz des Zentrums und für die offene Jugendarbeit in Dinslaken. Und ein Kampf, der sich gelohnt hat. Denn mittlerweile kann das ND-Jugendzentrum auf 50 Jahre Geschichte zurückblicken. „Hier wurden ganze Generationen von Dinslakenern mit geprägt“, betont Klaus Lasse.
Was heißt eigentlich „ND“ ? Diese Frage mag sich der eine oder andere schon gestellt haben. Die Antwort: Nach dem ersten Weltkrieg formierte sich ein Verband von katholischen Schülern an den Gymnasien. Diese wollten die schlimmen Erfahrungen des Krieges nicht in Vergessenheit geraten lassen. Im Sinne der damaligen Jugendbewegung wollten sie das Land aus dem katholischen Glaubensverständnis heraus erneuern. Der Name dieses Bundes: „Neudeutschland“ – abgekürzt ND.
Nazi-Verbot getrotzt
Auch in Dinslaken formierte sich eine solche Gruppe und blieb, trotz eines Verbotes durch die Nationalsozialisten, weiter bestehen. Nach dem zweiten Weltkrieg ergab sich die Notwendigkeit, ein neues Heim zu beziehen. Aloys Angenendt, Studienrat und Geistlicher, und Architekt Heinz Buchmann nutzten die Gelegenheit, um ein Gebäude allein für die offene Jugendarbeit zu konzipieren: das ND-Jugendzentrum. Am 8. Dezember 1958 öffnete das Zentrum eröffnet und entwickelte sich schnell zu einem Treffpunkt für Dinslakener Jugendliche.
Teilweise zum Ärger der Nachbarn. „In den 70er und 80er Jahren hatten wir hier bei Disco-Veranstaltungen oft rund 200 Jugendliche“, erinnert sich Klaus Lasse. Da waren höheren Lautstärken programmiert, was hier und da die Nachbarschaft störte. Heute lädt man zum Nachbarschaftstag ins Haus und kümmert sich um neue Anwohner rund um das Jugendzentrum.
Mittlerweile kommen rund 1000 Jugendliche pro Woche in die Einrichtung. „Wir sind hier oft Elternersatz und Bezugspunkt für die Kinder und Jugendlichen“, berichtet Klaus Lasse. „Vieles unter einem Dach“, lautet das Motto der Einrichtung und das wird – durch die engagierten Mitarbeiter – auch mit zahlreichen Angeboten umgesetzt. Und so ist das ND-Jugendzentrum auch noch nach 50 Jahren eine wichtige Anlaufstelle für junge Menschen aus Dinslaken und Umgebung.
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