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Dinslaken: Allein unter den coolen Jungs

VON HENDRIK GAASTERLAND - zuletzt aktualisiert: 29.09.2011

Dinslaken (RP). Julia Momm ist 17 Jahre jung und die einzige Frau bei der Freiwilligen Feuerwehr in Spellen. Ihr Opa und Vater legten ihr die Leidenschaft für die Feuerwehr mit in die Wiege. Für die Gymnasiastin ist es eine Herausforderung.

Allein unter Männern, doch bei der Arbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr in Spellen ist Julia Momm in ihrem Element: "Es macht mir einfach Spaß."  Foto:  martin büttner
Allein unter Männern, doch bei der Arbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr in Spellen ist Julia Momm in ihrem Element: "Es macht mir einfach Spaß." Foto: martin büttner

Der Berufwunsch Feuerwehrmann ist typisch für Jungs. Immer in Aktion, Leben retten und die Muskeln spielen lassen. Dass aber auch Frauen zur Feuerwehr passen, das beweist die erst 17-jährige Julia Momm. Sie ist zierlich, geht noch zur Schule und ist die einzige Frau bei der Freiwilligen Feuerwehr in Spellen.

Für den Voerder Stadtbrandinspektor Ernst Wardemann ist es aber kein Wunder, dass die 17-Jährige bei der Feuerwehr gelandet ist. "Sie stammt aus einer richtigen Feuerwehrfamilie, und da konnte es gar nicht anders kommen. Mit ihrer Begeisterung für die Feuerwehr ist sie ein Vorbild und eine richtige Protofrau, denn viele Frauen kommen nicht zu uns", sagt Wardemann.

Info

Zur Person

Julia Momm geht auf das Gymnasium Voerde und wird im Dezember volljährig. Nach dem Abitur möchte sie am liebsten Medizin studieren und, solange es geht und es Freude bereitet, bei der Freiwilligen Feuerwehr, die sich alle zwei Wochen zu Übungen auf der Wache trifft, bleiben. In ihrer Freizeit singt sie noch im Jugendchor von Sankt Peter in Spellen oder gibt nach der Schule noch Nachhilfeunterricht.

Reizvolle Aufgabe

Ihr Opa Willi gehörte der Feuerwehr in Walsum an, Vater Ulrich ist der stellvertretende Löschzugführer in Spellen. Als Julia Momm noch ganz jung war, hat der Papa sie mit zu Übungen genommen und sie durfte als Knirps in den großen Löschautos sitzen. "Weil ich immer mitgenommen wurde, bin ich mit zwölf Jahren zur Jugendfeuerwehr gekommen, und dort hat es mir immer gut gefallen.

Dabei bin ich jetzt geblieben und gehöre seit Anfang des Jahres zur richtigen Freiwilligen Feuerwehr", erzählt die Spellenerin. Dass sie auf der neuen Wache an der Weseler Straße die einzige Frau ist, stört sie überhaupt nicht: "Ich kann verstehen, dass Frauen nicht zur Feuerwehr wollen. Es ist auch nicht für jeden Jungen etwas. Aber hier sind alle cool drauf, und es macht mir einfach Spaß."

Natürlich ist es für die Schülerin eine reizvolle Aufgabe, sich zwischen den vielen Männern zu beweisen und mitzuhalten. "Ich bin ja noch kein Jahr dabei und bekomme nur Aufträge erteilt und versuche, relativ wenig im Weg zu stehen. Aber wenn die Einsätze reinkommen, ist es für mich immer wieder eine neue Herausforderung, denn kein Einsatz ist wie der andere.

Es passiert nie dasselbe, und das ist der Unterschied zur Jugendfeuerwehr, bei der keine realen Sachen passieren, sondern zum Beispiel mit Dummies gearbeitet wird", erklärt die 17-Jährige ihre Begeisterung. Dass es bei der Feuerwehr aber auch an die eigene Psyche gehen kann, dies erfuhr Julia Momm bei dem schweren Verkehrsunfall vor wenigen Monaten auf der Bundesstraße 8, als ein Rollerfahrer von einem Fahrzeug erfasst wurde und starb.

"Das war mein größter Einsatz, aber kein schöner. Wir Neulinge wurden aber nicht bis nach vorne gelassen und blieben im Hintergrund", erinnert sich die Schülerin, die es trotzdem jeder Frau nur empfehlen kann, wie sie bei der Freiwilligen Feuerwehr anzufangen. "Bei uns Voerde ist die Frauenquote insgesamt gesehen gar nicht so schlecht, aber andere Städte klagen wirklich extrem. Julia wäre mit ihrem Spaß bei der Sache ideal, um für die Feuerwehr Werbung zu machen", glaubt Wardemann.

Quelle: RP


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