Dinslaken: Anklage: schwere Brandstiftung
VON BIRGIT LAMEYER - zuletzt aktualisiert: 02.02.2012Dinslaken (RP). Schwere Brandstiftung, Waffenbesitz und eine ganze Reihe von Einbrüchen werden einem Mann aus Dinslaken vorgeworfen. Seit Mittwoch muss sich der 22-Jährige Angeklagte vor dem Duisburger Landgericht verantworten.
Es war ein Prozess, für den verschärfte Sicherheitsvorkehrungen angeordnet waren. Vor dem Gebäude des Landgerichts standen den ganzen Morgen über Polizeifahrzeuge. Nicht nur bei der Einlasskontrolle am Haupteingang, zusätzlich auch noch vor dem Verhandlungssaal durchsuchten Wachmänner die Zuhörer.
"Es geht in dem Verfahren unter anderem darum, dass ein vermutlicher Supporter der Bandidos einen Molotow-Cocktail gegen ein von den Hells Angels betriebenes Lokal geworfen haben soll", erläuterte ein Gerichtssprecher die Gründe. Deshalb sei man besonders vorsichtig.
Der Prozesstag verlief trotz einer ganzen Reihe von Zuschauern allerdings ruhig. Dem Angeklagten, der sich zur Zeit in Untersuchungshaft befindet, wird unter anderem eine ganze Reihe von Einbrüchen und versuchten Einbrüchen in Wohnungen und Geschäftsräume vorgeworfen.
Im Mai vergangenen Jahres soll er in eine Spielhalle in Dinslaken eingestiegen sein und einen Geldspielautomaten aufgebrochen haben. Auch in die Geschäftsräume einer Waschstraße, in eine Gartenlaube und in die Wohnung eines Rechtsanwaltes soll er eingebrochen sein und dort Geld und Wertgegenstände gestohlen haben. Ein weiterer Einbruch in ein Kiosk wird dem Dinslakener zur Last gelegt. Weitere Versuche seien misslungen, unter anderem der Einbruch in ein Dinslakener Wettbüro.
Außerdem soll der 22-Jährige mehrere Schusswaffen besessen haben. Die Taten hat er bereits gestanden. "Die Vorwürfe werden voll umfänglich eingeräumt", sagte sein Verteidiger. Bei dem Wurf des Molotow-Cocktails streite sein Mandant allerdings ab, dass er das Gebäude in Duisburg auf der Freiligrathstraße in Brand setzen wollte.
Er habe den Betreffenden lediglich einen Denkzettel verpassen und niemanden schädigen wollen. Monate zuvor habe es dort nämlich körperliche Übergriffe gegen ihn gegeben. Auch sein Auto sei beschädigt worden.
Er habe den Molotow-Cocktail allerdings bewusst so zusammengesetzt, dass keine Gefährdung für andere bestehe. Sein Mandant wisse nämlich sehr wohl, wie man wirksam einen solchen Wurfbrandsatz anfertige, berichtete der Anwalt und zählte sogleich die benötigten Materialien dafür auf. Das habe er aber gar nicht gewollt. Tatsächlich war das Feuer sofort erloschen, ohne weiteren Schaden anzurichten.
Der Dinslakener ist schon in der Vergangenheit aufgefallen, unter anderem wegen Eigentumsdelikten. Nach dem Jugendstrafrecht war er schon zu Freizeitarrest, Geldstrafe und Sozialstunden verurteilt worden. Der Prozess wird heute fortgesetzt.
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