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Hünxe: Anschlag: Es bleibt die Angst

VON RALF SCHREINER - zuletzt aktualisiert: 11.09.2010

Hünxe (RPO). Hünxes Bürgermeister Hermann Hansen steht nach dem Brandanschlag auf den Carport an seinem Wohnhaus noch immer "unter Anspannung". Das Tatmotiv ist weiterhin unbekannt. Von den Brandstiftern gibt es keine heiße Spur.

Bürgermeister Hermann Hansen sucht nach Erklärungen für den Brandanschlag an seinem Haus.  Foto: RPO
Bürgermeister Hermann Hansen sucht nach Erklärungen für den Brandanschlag an seinem Haus. Foto: RPO

Unbekannte hatten am vergangenen Mittwoch, kurz nach 21 Uhr, zwei in einem Carport an Hansens Wohnhaus abgestellte Mülltonnen angezündet. Nachbarn und die Feuerwehr löschten die Flammen. Der Carport wurde bei dem Brand beschädigt. Der Bürgermeister und seine Familie blieben unverletzt. Einen Tag vor dem Anschlag hatte Hansen anonyme Drohanrufe erhalten.

Zwei Drohanrufe am Vortag

Ein Anruf erreichte den Gemeindechef am Dienstag im Büro, ein zweiter ging kurz darauf beim Bürgermeister zu Hause ein. Die Ehefrau nahm ihn an. "Der Unbekannte sagte irgendetwas von Haus niedermachen und abbrennen", berichtete Hermann Hansen gestern der RP. Einen Tag später sollte der anonyme Anrufer seine Drohung wahr machen. Der Bürgermeister hatte wie an jedem Abend sein Wohnhaus verlassen, um den Hund auszuführen. "In dieser Zeit ist das Feuer ausgebrochen. Ich war auf dem Rückweg, da sah ich plötzlich den Rauch. Und dann ging die Sirene. Da wusste ich, was passiert war. Da wurde mir ganz mulmig."

Info

Suche nach Sprengstoff

Die Polizei hatte gleich nach dem Brandanschlag eine Großfahndung ausgelöst. Autos wurden kontrolliert, ein Hubschrauber kreiste über Hünxe. Mit Spürhunden suchten die Fahnder Haus und Garten des Bürgermeisters nach Sprengstoff ab. Gefunden wurde nichts.

Als der 62-Jährige das Haus erreichte, hatten sich die Ehefrau, die Tochter und die beiden Söhne bereits ins Freie gerettet. Nachbarn bekämpften die Flammen mit einem Feuerlöscher. Die Feuerwehr erledigte kurz darauf den Rest. Verletzt wurde niemand. Die elfjährige Tochter erlitt einen Schock. "Sie ist traumatisiert", erklärte der Bürgermeister. Die ganze Familie habe noch immer Angst. Auch ihm selbst haben die Ereignisse der vergangenen Tage zugesetzt. "Man hat wenig Schlaf, führt 1000 Gespräche, muss viel organisieren."

"Ich finde keine Erklärung"

Am meisten beschäftigt den Hünxer Gemeindechef die Frage nach dem Motiv des oder der Täter. "Ich finde einfach keine Erklärung. In den vergangenen 40 Jahren habe ich schon einmal Drohanrufe erhalten. Aber dafür kannte ich die Hintergründe. Diesmal verhält es sich anders; ich weiß nicht, ob und wo ich jemandem auf den Fuß getreten habe. Recht sicher bin ich mir nur, dass es nichts Politisches ist."

Die Duisburger Kriminalpolizei ermittelt weiter in alle Richtungen. Polizeisprecher Ramon van der Maat erklärte gestern, dass es noch keine heiße Spur gebe. Für den Bürgermeister, der die Brandnacht mit seiner Familie in einem Hotel verbracht hat und mittlerweile wieder nach Hause zurückgekehrt ist, wurden "polizeiliche Schutzmaßnahmen" angeordnet.

Am Wochenende wird der Bürgermeister keine Termine wahrnehmen. Am Montag will er an seinen Arbeitsplatz zurückkehren. Die Stimmung im Rathaus bezeichnete Kämmerer Joachim Giersch gestern als weitgehend normal. "Wir versuchen einen klaren Kopf zu behalten und sachlich weiterzuarbeiten."

Quelle: RP

 
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