Dinslaken: Anwältin der Benachteiligten
VON HEINZ SCHILD - zuletzt aktualisiert: 19.02.2010Dinslaken (RPO). Sich für die Belange benachteiligter Menschen einzusetzen, ist für Jeanne Fellmeth zur Lebensaufgabe geworden. Seit über drei Jahrzehnten engagiert sie sich ehrenamtlich. Jetzt erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.
Jeanne Fellmeth
Jeanne Fellmeth wurde im Juli 1948 in Aubagne (Südfrankreich) geboren und kam mit drei Jahren an den Niederrhein. Sie heiratete 1973 Wilfrid Fellmeth. Im DRK war sie Leiterin der Sozialarbeit, kümmerte sich um die Seniorenarbeit, eine Kindertagesstätte und die Organisation des Blutspendedienstes. Sie gehört der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald an.
Über 30 Jahre hat sie sich ehrenamtlich im sozialen Bereich engagiert und es sich dabei zur Lebensaufgabe gemacht, anderen Menschen zu helfen und sich für die Belange von Benachteiligten einzusetzen. Für dieses jahrzehntelange Engagement und ihre "beispielhafte Nächstenliebe" wurde Jeanne Fellmeth mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Im Beisein ihrer Familie und einiger Wegbegleiter erhielt die 61-jährige Dinslakenerin gestern vom stellvertretenden Landrat Heinrich Heselmann im Rathaus die Urkunde und die Ordensinsignien.
Glücklich und zufrieden
"Das ist ja ganz schön schwer", staunte Jeanne Fellmeth, als Heselmann ihr die Verdienstmedaille ansteckte. Nachdem sie Ende vergangenen Jahres erfahren hatte, dass sie ausgezeichnet werden sollte, war sie zunächst sprachlos, wie Jeanne Fellmeth sagte. Dann habe sie über ihr ehrenamtliches Engagement nachgedacht und sei erstaunt gewesen, auf wie vielen Gebieten sie sich in den mehr als drei zurückliegenden Jahrzehnten eingesetzt habe. "Das alles war für mich selbstverständlich. Ich habe dabei nicht zurückstehen müssen und war stets glücklich und zufrieden." Einen Appell richtete Jeanne Fellmeth an die Jugend. "Ich wünsche mir, dass mehr junge Menschen ehrenamtliche Aufgaben übernehmen, denn unser Staatsgefüge kann nur funktionieren, wenn viele sich engagieren."
"Junge Menschen brauchen Vorbilder für bürgerschaftliches Engagement", befand Bürgermeister Dr. Michael Heidinger. Jeanne Fellmeth lobte er als ein solches Vorbild. Sie habe sich eingebracht und mit ihrem Wirken viel in Dinslaken bewegt. Unter den Gästen, die an der Ordensübergabe teilnahmen, befand sich auch der frühere Voerder Bürgermeister und ehemalige Bundestagsabgeordnete Dr. Hans-Ulrich Krüger, der Jeanne Fellmeth auf Initiative des ebenfalls anwesenden Horst Vöge, Vorsitzender des VdK-Kreisverbandes am Niederrhein, für die Auszeichnung vorgeschlagen hatte.
Die neue Bundesverdienstkreuzträgerin, gebürtige Französin, Frau von Wilfrid Fellmeth, dem früheren Dinslakener Bürgermeister, ist Hausfrau und Mutter einer Tochter. 1975 trat sie der SPD bei, engagierte sich in der städtischen Partnerschaftskommission Agen – Dinslaken und war viele Jahre als Schöffin tätig. Sie brachte sich unter anderem ehrenamtlich im Deutschen Roten Kreuz (DRK) ein und war über zehn Jahre stellvertretende Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes Dinslaken-Voerde-Hünxe. Stets setzte sie sich für sozial schwache und benachteiligte Menschen ein, und machte sich zu deren Anwältin, wie es Heinrich Heselmann in seiner Laudatio sagte.
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