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Dinslaken: Archiv soll ins Johannahaus

VON JÖRG WERNER - zuletzt aktualisiert: 17.02.2010

Dinslaken (RPO). Mit deutlicher Mehrheit hat sich gestern der Kulturausschuss für den Umzug des Stadtarchivs ins Johannahaus ausgesprochen. Der Bürgermeister will nun prüfen, ob es dafür Fördermittel geben könnte.

Stadtarchivarin Gisela Marzin (l.) und Auszubildende Janine Wolfdorf arbeiten in drangvoller Enge. Jetzt soll das Archiv, so will es jedenfalls der Kulturausschuss, ins Johannahaus umziehen.  Foto: RPO
Stadtarchivarin Gisela Marzin (l.) und Auszubildende Janine Wolfdorf arbeiten in drangvoller Enge. Jetzt soll das Archiv, so will es jedenfalls der Kulturausschuss, ins Johannahaus umziehen. Foto: RPO

Mit Jörg Preckel hatte der geplante Umzug des Archivs in einen Teil des Johannahauses der Sankt-Vincentius-Gemeinde einen wortgewaltigen mit reichlich guten Argumenten ausgestatteten Anwalt. Der Münsteraner Architekt hatte im Auftrag der Kirchengemeinde und der Stadt eine Machbarkeitsstudie erarbeitet.

Das Fazit: "Ich bin gebeten worden zu untersuchen, ob die gemeinsame Nutzung des Gebäudes durch die Kirchengemeinde und das Archiv geht. Es geht." Kosten würde der Umzug die Stadt knapp zwei Millionen Euro.

Preckel, schon mit ähnlichen und weit größeren Vorhaben beschäftigt, malte die Chancen, die der Umzug böte, in den leuchtendsten Farben. Das alte Gemäuer mit seinen klimatischen Bedingungen sei geradezu ideal für die Unterbringung von Archivalien.

Info

Burgtheater

Der Kulturausschuss hat gestern mit Mehrheit den Plänen zum Bau einer neuen Toilettenanlage im Burgtheater zugestimmt. Laut Aussagen von Architekt Jörg Spelleken könnte im April mit dem Bau begonnen werden. Bis zum Fantastival sollte das neue Gebäude dann stehen.

Mit seinen dicken Mauern böte es das, was bei einem Neubau erst mit dem Einbau teurer Technik erkauft werden müsste. Die zentrale Lage sei in Zeiten, in denen das Interesse an der Stadtgeschichte wachse, bestens geeignet, eben dieses Interesse zu befriedigen und verstärkt zu wecken. Auch aus energetischen Gesichtspunkten sei die gemeinsame Nutzung eine bessere und deutlich nachhaltigere Lösung als jeder Neubau.

Und auch mit städtebaulichen Überlegungen punktete Preckel. Mit großen Glasflächen will er die Hinterfront des Hauses öffnen und so den Platz dahinter, der ein bisschen Hinterhofcharakter habe, erheblich aufwerten.

Was Preckel vorstellte, gefiel dem Ausschuss, überzeugte sogar die Kritiker des Projekts, die ihm wie beispielsweise Edgar Hellwig (FDP) oder Ralf Bühnen (Linke) attestierten einen "Traum" präsentiert zu haben. Allerdings einen, den die Stadt sich in ihrer finanziellen Lage nicht leisten könne. Und deswegen lehnten die beiden genauso wie Karl-Heinz Kathöwer für die Unabhängige Bürgervertretung das Projekt am Ende ab.

Für die Grünen meldete Rüdiger Schulte-Braucks ebenfalls erhebliche finanzielle Bedenken an und enthielt sich der Stimme. Allerdings könnte sich das Stimmungsbild der Gegner des Vorhabens noch ändern. Dann nämlich, wenn, wie es Preckel für durchaus realistisch hält, für das Projekt Fördermittel des Landes fließen. Bürgermeister Dr. Michael Heidinger, der sich ebenfalls für das Projekt stark machte, sicherte zu, "dass die Verwaltung an diesem Thema dran ist".

Wenn man Preckel glauben möchte, gibt es ohnehin keine kostengünstigere Alternative. Dieses Raumprogramm könne man nicht, wie es Kathöwer gefordert hatte, für eine Million Euro umsetzen. "Wer Ihnen etwas anderes erzählt, erzählt Käse. Die Frage ist einfach: Wollen Sie das Archiv oder wollen sie es nicht." Die Vertreter von SPD und CDU im Kulturausschuss jedenfalls wollen es. Sie stimmten allesamt mit Ja.

Quelle: RP

 
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