Voerde: Auf der Schiene bleibt es bei zwei Tarifen
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 14.09.2007Voerde (RPO). Bahn-Reisende aus Voerde, die Richtung Duisburg und Düsseldorf unterwegs sind, benötigen auch künftig zwei Fahrkarten. Die Kreise Wesel und Kleve werden zum 1. Januar 2008 nicht in den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) aufgenommen. Wie bisher bildet Dinslaken die Grenze des VRR-Gebietes. Damit erfüllt sich die Hoffnung vieler Pendler auf leichteres Bahnfahren, auch weiterhin nicht. „Wir werden zum 1. Januar 2008 nicht Mitglied im VRR“, stellte Peter Langenberg, Geschäftsführer für den Nahverkehrszweckverband Niederrhein (NVN) gestern klar.
Der VRR übernimmt zum neuen Jahr zwar die Schienenleistung am Niederrhein, sprich den Schienenpersonennahverkehr in den Kreisen Wesel und Kleve. Mehr aber nicht. „Das heißt: Es wird ein großer Betriebsraum gebildet, aber es gelten weiter zwei Tarife“, erklärte Peter Langenberg. Zwar sei die Tarifreform, die der VRR zum 1. August 2008 anstrebe, ein erster Schritt in die Richtung, die Tarife zu vereinheitlichen. Dies werde aber nur langfristig geschehen, lautet Langenbergs Prognose. Er geht davon aus, dass frühestens in zwei Jahren ein Einheitstarif für das VRR-Gebiet und den Niederrhein gelten wird. „Wenn wie im Jahr 2009 einen einheitlichen Tarif haben, können wir glücklich sein“, ist seine Einschätzung.
Gleichwohl ließ der NVN-Geschäftsführer keinen Zweifel daran, dass „es unser Ziel ist, diesen Gemeinschaftstarif zu bekommen“. Allerdings könne allein die Verkehsgemeinschaft Niederrhein (VGN), die der Zusammenschluss der Verkehrsbetriebe in den Kreisen Wesel und Kleve ist, bestimmen, ob sie dem VRR beitreten möchte.
Größter Stolperstein auf dem Weg zur Vereinheitlichung sind die daraus resultierenden wegbrechenden Einnahmen in Millionenhöhe. Peter Langenberg spricht von „Mindererlösen in Höhe von drei Millionen Euro“. Der VRR prüfe momentan, ob diese fehlenden Einnahmen reduziert werden können.
Wie dies geschehen soll, sei jedoch noch nicht raus. Erst wenn hier ein Weg gefunden ist, dürfen auch Pendler aus Voerde, dem restlichen Kreis Wesel und dem Kreis Kleve darauf hoffen, künftig nicht mehr zwei Fahrkarten Richtung Duisburg und Düsseldorf zu benötigen.
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