Dinslaken: Auf zur Kirmes mit Herz
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 08.11.2008Dinslaken (RPO). Zum ersten Drehen der Fahrgeschäfte eröffnete die Martinikirmes. Statt einer Menge Regen gab’s sogar ein bisschen Sonne. All das war neu und ungewöhnlich. Gewohnt groß war die Faszination der Dinslakener für den Rummel.
Es riecht nach Waffeln-Reibekuchen-Crepes-Backfisch-Popcorn-Pommes-Wurst-Champions-Mandeln. Die Dinslakener mögen diesen Geruch. In Scharen strömen sie zur späten Mittagszeit dem Neutorplatz entgegen. Dort duftet dieser ganz eigene Kirmesgeruch, gegen den auch eine nahe gelegene Großparfümerie wie Douglas mit ihrer geballten olifaktorischen Ladung an Pflege- und Riechprodukten nicht anstinken kann.
Eine große Sache
Sei’s drum. Die Dinslakener kommen nicht, um an wohl duftenden Wässerchen zu schnuppern. Sie wollen Spaß. Den versprechen 150 Schausteller an ihren Buden, Imbissen und Getränkeinseln, an ihren Karussells, Losgeschäften und natürlich an den Fahrgeschäften. Die Martinikirmes – bekanntlich das letzte große Volksfest am unteren Niederrhein und einer der letzten innerstädtischen Jahrmärkte – ist immer eine große Sache in Dinslaken. Und deshalb sorgen 14 große Fahrgeschäfte noch bis einschließlich Dienstag, 11. November, dafür, dass es in der Innenstadt rund geht.
Tolle Tage
Die Martinikirmes ist bis Dienstag, 11. November, geöffnet. Auf dem Neutor- und Hans-Böckler-Platz geht es immer bis 23 Uhr rund. Montag ist nicht nur Frühschoppen, sondern auch Familientag mit vergünstigten Preisen. Am Dienstag endet die Kirmes mit einem Feuerwerk um 21 Uhr.
Wenn es rund geht, ist Sabine Weiss stets in ihrem Element. Zur erstmals um ein paar Stunden vorgezogenen Eröffnung der Martinikirmes war die Bürgermeisterin besonders gut drauf und legte die Latte für ihren Nachfolger hoch. Lässig, souverän und und volksnah gab Sabine Weiss – leger in Jeans und dunklen Parka gekleidet – den verbalen Startschuss zum Bummel über den Rummel. Im Publikum konnten sich vier der fünf Bürgermeisterkandidaten fürs nächste Jahr schon mal angucken, wie man das so macht mit dem Martinikirmes-Eröffnen. Heinz Wansing (CDU), Dr. Michael Heidinger (SPD), Birgit Emmerich (Grüne) und Heinz Brücker (ubv) tummelten sich – wie alle anderen Honoratioren mit gelben Regenschirmen ausgestattet – in der Menge.
Kein „Martinikirmeswetter“
Die Schirme aufzuspannen war nicht nötig, es zeigte sich sogar ein wenig die Sonne. Nicht nur für Sabine Weiss ein Grund zum Staunen. Umringt von acht Luftballontrauben haltenden Jungen und Mädchen aus Dinslaken stand sie auf den Stufen zum Fahrgeschäft „Montgolfiere“ und sinnierte über das typische „Martinikirmeswetter“. Dieses habe eher am Anfang der Woche geherrscht als zur tatsächlichen Jahrmarkt-Eröffnung. Auch wenn das Wetter fast zu gut war, um wahr zu sein, soll sich doch eine andere Sache rund ums große Volksfest an Sankt Martin in Dinslaken nie ändern, so Weiss. „Eine Kirmes mit Herz soll es sein – so wie immer.“ Sprach’s und gab „auf Drei“ den Kindern das Kommando, die Herz-Luftballons in den Himmel steigen zu lassen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




