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Dinslaken: Ausbilden? Ja, aber . . .

VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 23.11.2007

Dinslaken (RPO). Zehn deutsche und zehn türkische Unternehmen aus den Kreisen Wesel und Kleve hat das imap-Institut für das Projekt „Lernender Niederrhein“ zu ihrer Ausbildungswilligkeit befragt. Im Ledigenheim gab’s die Ergebnisse.

Dr. Alois Becker, Leiter der Akademie Klausenhof, CDU-Bundestagsabgeordnete Ilse Falk, Hans-Karl Bellinghausen, Vorsitzender der Stiftung Ledigenheim und Bülent Arslan, Leiter des imap-Instituts (von links nach rechts) bei der Ergebnispräsentation im Lohberger Ledigenheim.  Foto: RPO
Dr. Alois Becker, Leiter der Akademie Klausenhof, CDU-Bundestagsabgeordnete Ilse Falk, Hans-Karl Bellinghausen, Vorsitzender der Stiftung Ledigenheim und Bülent Arslan, Leiter des imap-Instituts (von links nach rechts) bei der Ergebnispräsentation im Lohberger Ledigenheim. Foto: RPO

Dinslaken-lohberg Lediglich 20 bis 30 Prozent der Jugendlichen aus Zuwandererfamilien absolvieren eine Berufsausbildung. Tendenz: rückläufig. „Ein alarmierender Trend“, sagte Dr. Alois Becker, Leiter der Akademie Klausenhof und Leiter des Projekts „Lernender Niederrhein“. Zum Vergleich: 60 Prozent der Jugendlichen aus deutschen Familien machen eine Ausbildung. Auf Initiative des Projekts „Lernender Niederrhein: Brücken und Übergänge“ hatte das imap-Institut 20 Unternehmen – zehn türkische und zehn deutsche – aus den Kreisen Wesel und Kleve zu ihrer Ausbildungswilligkeit befragt.

Info

Broschüren

Zwei Broschüren vom Projekt „Lernender Niederrhein“: Eine gibt Jugendlichen aus Zuwandererfamilien Tipps zur Ausbildungsplatzsuche und wird in Moscheen verteilt. Die andere heißt „Niederrhein Wegweiser für den Übergang Schule – Beruf“. Sie listet alle Beratungsstellen zur Berufswahl in den Kreisen Wesel und Kleve auf.

Warum so wenig ausländische Jugendliche einen Ausbildungsplatz finden, wurde gestern bei der Vorstellung der Ergebnisse nicht beantwortet. Allerdings zeigte die Umfrage, dass die Vorstellungen, welche Fähigkeiten und Qualitäten ein Azubi mitbringen soll, bei den deutschen wie türkischen Unternehmern gar nicht so weit auseinanderliegen. Unabhängig davon, welcher Herkunft die Ausbildungsplatzbewerber sind, sollten sie des Deutschen mächtig sein – in Sprache und Schrift. Sie sollten motiviert und von gepflegter Erscheinung sein.

All das jedoch sei keine Selbstverständlichkeit. „80 Prozent der Bewerbungsunterlagen, die wir bekommen, sind keine“, erzählte ein türkischer Unternehmer aus Kamp-Lintfort bei der Ergebnispräsentation, an der auch CDU-Bundestagsabgeordnete Ilse Falk teilnahm. „Die Jugendlichen kommen in unmöglichen Klamotten zum Vorstellungsgespräch, oft mit dem Kaugummi im Mund“, so der Unternehmer. Das gelte für deutsche und türkische Jugendliche gleichermaßen. In der Befragung erklärten die türkische Unternehmer, dass sie gern ausbilden. Wenn sie es dennoch nicht tun, liege das daran, dass sie zu wenig darüber wissen, wie sie die Sache angehen müssen und welche Fördermittel es gibt. „Am Anfang haben wir uns nicht getraut auszubilden“, erzählte ein türkischer Unternehmer. Tipps von der IHK seien hilfreich gewesen. Oft sei auch Angst vor der damit verbundenen Bürokratie vorhanden, ergänzte imap-Institutleiter Bülent Arslan. Dabei ist den türkischen Unternehmern durchaus bewusst, dass Ausbildung nicht nur für die Jugendlichen eine Investition in die Zukunft ist. „Es ist wichtig auszubilden, damit der Betrieb weiter existieren kann“, so einer der türkischen Unternehmer. Michael Eßer von der Handwerkskammer Düsseldorf und Christian Reßing von der Agentur für Arbeit Wesel ermutigten die Unternehmer, in Ausbildung zu investieren und sich im Zweifelsfall Rat bei ihren Institutionen zu holen.

Quelle: RP

 
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