Voerde: "Badneubau unvermeidbar"
VON ULRICH SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 30.08.2011Voerde (RP). Der CDU-Ortsverband Voerde hofft zwar, dass Frei- und Hallenbad noch lange nutzbar sind, sieht aber auf Dauer keine Alternative zu einem Neubau. Vorsitzender Bert Mölleken hält den Standort Friedrichsfeld für nicht geeignet.
Wegen des maroden Zustands von Hallenbad und Freibad ist der Neubau eines Schwimmbads "über kurz oder lang nicht vermeidbar": Das sagte Bert Mölleken, Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Voerde, am Montag auf Anfrage. Der Ortsverband hat sich mit dem Thema in einer Vorstandssitzung befasst. Demnach sei zwar noch keine endgültige Entscheidung für einen Standort gefallen.
Mölleken sagte aber: "Ich habe große Bedenken, dass die Kapazitäten in Friedrichsfeld reichen." Er kenne die Verhältnisse dort aus eigener Erfahrung als Badegast und glaube, dass insbesondere in guten Sommern der Platz zu knapp bemessen sei, um dem großen Andrang gerecht zu werden. Das sorge dann nur für Unzufriedenheit bei den Besuchern, "und das macht das Bad nicht attraktiv", sagte Mölleken weiter.
Der Förderverein
Gründung Der Förderverein sammelt seit 2005 Spenden, um das Freibad attraktiver zu gestalten. Seit der Veröffentlichung des Bädergutachtens kämpft der Verein für den Erhalt des Freibads, versammelt Experten, um realisierbare Modelle zu entwickeln.
Wirkung Die politischen Parteien sehen im Förderverein einen wichtigen Partner. Auch der CDU-Ortsverband Voerde betont, der Verein gehöre in alle weiteren Schritte eingebunden.
Technisch marode
Bädergutachter Christoph Keinemann hat Stadt und Politik wegen des aus seiner Sicht besten Preis-Leistungs-Verhältnisses empfohlen, das Freibad in Voerde aufzugeben, stattdessen das Hallenbad in Friedrichsfeld zu modernisieren und um ein Außenbecken für die Freibadsaison zu ergänzen.
Auf jeden Fall besteht aus Keinemanns Sicht dringender Handlungsbedarf wegen des schlechten technischen Zustands der beiden alten Bäder; nach seiner Überzeugung könnten jederzeit gravierende Defekte auftreten, die den Betrieb stoppten.
Der CDU Ortsverband Voerde hofft, dass die Lage sich weniger dramatisch entwickelt und "die Bäder noch einige Jahre halten", betonte Mölleken. Im Hinblick auf einen Neubau sei der Ortsverband dem Förderverein Freibad Voerde dankbar dafür, dass dieser die Diskussion auf das energetische Potenzial gelenkt hat.
Nun müsse ermittelt werden, welche öffentlichen Fördermöglichkeiten für eine energiesparende Bauweise bestehen. Der Förderverein hat sowohl ein "Öko-Bad" als auch ein "Passivhaus"-Hallenbad ins Gespräch gebracht. Pilotprojekte in dieser Passivhaus-Bauweise entstehen zurzeit in Bamberg und Lünen. Der Förderverein will sein Freibad um jeden Preis erhalten wissen. Seine Idee: das Freibad modernisieren und auf dem Areal an der Allee ein zusätzliches Hallenbad errichten.
Für diese Lösung sieht der CDU-Ortsverband Voerde durchaus die Chance, das Hallenbad in Friedrichsfeld zu erhalten; es müsste aber technisch saniert werden. Laut dem Vorsitzenden Bert Mölleken hat der Ortsverband aber auch noch die Aussicht vor Augen, dass sich ein privater Investor in Voerde engagiert und auf dem Freibad-Areal ein Kombi-Bad nach dem Vorbild des Dinslakener Stadtbads DINamare – nur kleiner – errichtet. "Wenn es zu einem solchen Bad mit Ganzjahresbetrieb kommt, müssten wir Friedrichsfeld sicherlich aufgeben", sagte Mölleken.
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