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Dinslaken: Bahngleis nach Unfall gesperrt

VON ULRICH SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 27.03.2010

Dinslaken (RPO). Ein entgleister Kohlenwaggon beschädigte Schwellen und Schienen zwischen Dinslaken und Voerde. Nach 500 Metern sprang er zurück aufs Gleis. Die Ursache ist noch unklar. Die Reparatur kann Wochen dauern.

Autoschlange gestern vor dem Bahnübergang Schwanenstraße in Voerde, Während die Experten nach der Unfallursache forschten, waren die Schranken länger als üblich geschlossen.  Foto: RPO
Autoschlange gestern vor dem Bahnübergang Schwanenstraße in Voerde, Während die Experten nach der Unfallursache forschten, waren die Schranken länger als üblich geschlossen. Foto: RPO

dinslaken/voerde Ein mit 4000 Tonnen Kohle beladener Güterzug ist am Donnerstag, kurz nach 22 Uhr, nur knapp einer Havarie entgangen. Der Zug mit seinen 40 Waggons fuhr etwa 80 Stundenkilometer, als im Bereich Dinslaken-Bruch der 13. Waggon entgleiste. Dieser beschädigte dabei Schwellen und Gleise und sprang nach 500 Metern zurück auf die Schienen. Die Unfallursache stand gestern noch nicht fest. Der Zugverkehr zwischen Friedrichsfeld und Dinslaken ist auf unbestimmte Zeit auf ein Gleis beschränkt. Die Reparatur wird nach Bahnangaben Tage, wenn nicht Wochen dauern.

Verspätungen

Von Ausfällen und Verspätungen sind betroffen: Fernverkehr von und nach Amsterdam; Regionalzüge RE 5 (Koblenz-Emmerich) und RB 35 (Emmerich-Duisburg); die Regionalbahn RB 33 (Aachen-Krefeld-Wesel) fährt nur bis Duisburg. Sobald der ganze Umfang des Schadens geklärt ist, will die Bahn entscheiden, ob sie Busse als Ersatz einsetzen wird. Die Fahrgäste würden durch Lautsprecherdurchsagen und Aushänge an den Bahnhöfen über Änderungen informiert.

Info

Gefahrgut

Risiko Die Bahnstrecke zwischen Arnheim und Oberhausen soll für mehr Güterverkehr um ein drittes Gleis ausgebaut werden. Prognosen zufolge wird es dann auf der so genannten Betuwe-Linie täglich bis zu 165 Zugbewegungen geben. 75 Prozent davon werden voraussichtlich Gefahrguttransporte ausmachen.

Glück Diesmal ist ein Kohlenwaggon entgleist, kippte nicht um, riss keine anderen Waggons mit sich, sondern sprang ins Gleis zurück. Bei der Bahn spricht man von "Glück im Unglück".

Die Entgleisung an der Stadtgrenze zwischen Dinslaken und Voerde war dem Zugführer nach Bahnangaben gar nicht aufgefallen. Erst als derselbe Waggon im Güterbahnhof Oberhausen-West in einer Weiche erneut vom Gleis sprang, wurde der Zugführer auf das Problem aufmerksam und stoppte den Güterzug. Dessen Ziel war eine Stahlhütte im Saarland.

Einem Bahnsprecher zufolge untersuchen das Eisenbahnbundesamt und die Bundespolizei den Unfall. Mit Waggons der Baureihe, zu welcher der jetzt entgleiste gehört, habe es bislang keine vergleichbaren Probleme gegeben, hieß es. Dass der Kohlenwaggon zurück ins Gleis sprang, erklärt sich die Bahn mit dem Schub der nachfolgenden tonnenschweren Waggons.

Der Unfall zieht nach Bahnangaben massive Reparaturarbeiten nach sich. Gegebenenfalls muss ein so genannter Gleisumbauzug eingesetzt werden. Dieses schwere Gerät ist in der Lage, Gleise, Schwellen und Schotterbett in einem Arbeitsgang zu erneuern. Ein solcher Gleisumbauzug müsse dem Bahnsprecher zufolge allerdings erst einmal angefordert werden, und auch Ersatz zu beschaffen für die hohe Anzahl beschädigter Betonschwellen dauere einige Zeit. Deshalb könne sich die Reparatur wochenlang hinziehen. Der Schaden im Güterbahnhof Oberhausen-West ist dagegen glimpflicher ausgefallen. Dort müssen laut Deutscher Bahn höchsten Weichen repariert werden.

Quelle: RP

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