Voerde: „Da wird der Bock zum Gärtner gemacht“
VON MATTHIAS KNAUER - zuletzt aktualisiert: 26.03.2007Voerde (RPO). Der viel diskutierte Börsengang der RAG stand im Mittelpunkt der Samstagrunde der Bürgerinitiative Bergbaubetroffener (BiB). Angedacht ist, so erklärte deren Vorsitzender Klaus Friedrichs, nach dem Börsengang eine Stiftung zu gründen, die vornehmlich über die Verteilung des Gewinns aus dem Börsengang entscheiden soll. Werner Müller, Vorstandsvorsitzender der RAG, strebe an, dann neuer Aufsichtsratvorsitzender der Stiftung zu werden. Für Friedrichs und seine Mitstreiter ein Farce. „Da wird der Bock zum Gärtner gemacht,“ sagte Friedrichs. Schließlich sei Müller jetzt noch für die Bergschäden verantwortlich und solle dann für die Geschädigten eintreten. Ziel der BiB kann es nur sein, da waren sich alle einig, dass auch die Geschädigten selbst im Aufsichtsrat der Stiftung vertreten sein müssen. Um dies zu erreichen, will sich die BiB in den nächsten Wochen und Monaten an die Parteien in Land und Bund wenden. Die Chancen stünden gar nicht so schlecht, dass diese Forderung auch in den zuständigen Gremien genehmigt und durchgesetzt werde.
Diskutiert wurde auch, ob es effizienter wäre, den Gesamtkonzern RAG zu zergliedern und dann Teilbereiche zu verkaufen. So steht seit einigen Wochen ein Angebot des Chemieunternehmens Lanxess für die Chemiesparte der RAG, Degussa, im Raum. Im Gespräch ist ein Erlös aus dem Verkauf von vier bis sechs Milliarden Euro. Wie die Situation beispielsweise bei einem getrennten Verkauf der Immobiliensparte aussehen könnte, ließe sich nur vermuten. „Aber die Gerüchteküche brodelt gerade wie verrückt,“ erklärte Friedrichs. Er erinnerte daran, dass NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben sagte, dass die Chancen für ein Börsengang der RAG nur noch 50 zu 50 stehen würden, nur um dann einen Tag später ihre Aussage wieder zu relativieren. „Fast täglich hört man etwas Neues,“ da müssen wir wohl abwarten. Aber nichtsdestotrotz wolle man versuchen, die politische Entscheidung im Interesse der BIB mitzugestalten.
Angesprochen wurde auch die anstehende Renaturierung der Emscher, deren neue Mündung dann auf Voerder Stadtgebiet liegen würde. Genaueres wird es wohl erst nach der Sitzung des Umweltausschusses der Stadt Voerde im Mai geben. Karsamstag wird die BiB wie in jedem Jahr wieder ein Osterfeuer an der Mehrstraße entzünden.
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