Dinslaken: „Das Feuer am Brennen halten“
VON LENA STEEG - zuletzt aktualisiert: 18.09.2006Dinslaken (RPO). Zum Jubiläumskonzert des Evangelischen Kirchenchor Bruch waren viele Freunde gekommen. Gemeinsam feierte man den 50. Geburtstag. Unterstützung erhielt der Chor durch den Bläserkreis Bruch, das Bläserquintett, das Streichensemble und den Kinderchor.
Lebendiger Kinderchor
Mächtig Schwung kam in die Geburtstagsfeier des Kirchenchors, als der Kinderchor Bruch den Raum betrat. Der Sängernachwuchs stellte sein Können unter Beweis und überraschte dabei vor allem mit seiner Textsicherheit bei den englischen Stücken „Go, tell it on the mountain“ und „This little light of mine“.
„Es war ein Zeichen“, vermutete Karl-Heinz Tackenberg, Pfarrer im Betsaal Bruch. Vor einiger Zeit nämlich, als der Kirchenchor Bruch bereits mitten in den Vorbereitungen für das Jubiläumskonzert anlässlich seines 50-jährigen Bestehens steckte, fiel während der Probe der alte Notenschrank in sich zusammen. Ohne große Vorankündigen durch Wackeln, Knarren oder Quietschen. Einfach so. „Und weil man auch in Bezug auf Traditionen die Asche nicht pflegen, sondern das Feuer am Brennen halten sollte, haben wir unser Repertoire daraufhin neu geordnet und sortiert“, erklärte Tackenberg freudig. Schließlich sei man so auf alte Schätzchen gestoßen oder habe längst vergessene Stücke wieder entdeckt. Mit Helmut Walchas „Lobe den Herren“ begann so auch das knapp 90-minütige Jubiläumskonzert.
Das Publikum war an diesem lauen Spätsommernachmittag in Scharen in die Kirchenräume des Betsaals geströmt. Kurzerhand wurden zusätzliche Stuhlreihen aufgestellt, und die Sängerinnen und Sänger des Chors, gefolgt vom Bläserkreis Bruch und dem Streichensemble betraten pünktlich auf die Minute den Altarraum. Nach einigen Kostproben ihres Könnens und dem zu Recht stolzen Ergebnis jahrelanger Chorarbeit war dann auch das Publikum gefordert, in „Allein Gott in der Höh’ sei Ehr“ mit einzustimmen. Unterstützt durch die Orgel erfüllten die hoffnungsvollen Klänge den gesamten Kirchenkorpus, und durch die geöffneten Fenster und Türen strömte die Geräuschkulisse dieser ausgelassenen Geburtstagsfeier hinaus auf die Straßen. Kein Wunder also, dass auch während des Konzerts immer wieder zufällig vorbei gekommene Zuhörer ihre Köpfe neugierig durch die Flügeltüren steckten und nicht selten sogar Platz nahmen. Natürlich dürfen bei einer anständigen Geburtstagsfeier auch Geschenke nicht fehlen. So gratulierte Bürgermeisterin Sabine Weiss zum 50. Geburtstag des Chors und überreichte, wenngleich das Rathaus derzeit knapp bei Kasse sei, einen Umschlag an den Schatzmeister. Helmut Butterweck hingegen, der seinen Beitrag zur gebundenen Festschrift des Chors vortrug, schenkte den Musikern etwas ganz anderes. Nämlich die Erinnerung daran, was Chormusik bewirken kann. Dass sie nicht nur der Untermalung des Gottesdienstes dient. Sondern dass sie ihre Hörer vielmehr wieder an die Fähigkeit zum Staunen und Vertrauen erinnert. Denn: „Singen verändert die Herzen der Menschen mehr als Lesen.“ Es lebe das gesungene Wort!
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