Dinslaken: „Die Motivation ist sehr hoch“
zuletzt aktualisiert: 12.08.2008Dinslaken (RPO). Interview Lützenkirchen-Modro zum Englischunterricht für erste Klassen.
Ab dem 1. Februar 2009 ist das Fach Englisch Pflicht für alle Erstklässler aus NRW. Im Gespräch mit RP-Mitarbeiter Steffen Penzel erzählt Gabriele Lützenkirchen-Modro, Leiterin der Grundschule an der Gartenstraße, was sie von der Neuerung hält und wo die Schwerpunkte an ihrer Schule gelegt werden.
Frau Lützenkirchen-Modro, müssen an der Gartenschule neue Lehrkräfte eingestellt werden, um die Erstklässler ab dem kommenden Halbjahr in Englisch zu unterrichten?
Lützenkirchen-Modro Nein, das ist nicht der Fall. Wir haben an unserer Schule genügend Kollegen, die bisher auch schon den Englisch-Unterricht für die Dritt- und Viertklässler übernommen haben. Um das Fach Englisch unterrichten zu dürfen, bedarf es einer Zusatzqualifikation im methodisch-didaktischen Bereich. Vier Lehrer sind hier bereits ausgebildet und eine Kollegin ist gerade noch dabei.
Halten Sie den Englischunterricht ab Klasse eins für eine gute Idee?
Lützenkirchen-Modro Ja, auf jeden Fall. Das Interesse und die Motivation der Erstklässler sind sehr hoch. Wir haben in Klasse eins viel eher als in der dritten Klasse die Möglichkeit, das Ganze integrativ zu gestalten. Wir können Englisch auch in anderen Unterrichtsstunden mit einfließen lassen und müssen es nicht nur auf den Englisch-Unterricht beschränken. Der ganze Bereich Begegnung mit Sprache wird ausgebaut – und das ist definitiv eine gute Sache.
Auf welche Art werden die Lehrer probieren, den Kindern das Englische zu vermitteln?
Lützenkirchen-Modro Es werden spielerische Elemente eingebaut. Das wird kein Fremdsprachenunterricht mit Vokabeltesten. Es geht um die ersten Verstehensebene und um Sprachmelodie. Wir werden viel auf verbaler Ebene und mit Spielen und Liedern arbeiten. Ursprünglich sollte auch der Englischunterricht für die Drittklässler so angegangen werden. Aber dort ist der Schriftsprachenanteil zuletzt immer höher geworden.
Gibt es Kooperationen zwischen den Dinslakener Grundschulen?
Lützenkirchen-Modro Die gibt es. Einzelne Vertreter der Schulen sind ja im Arbeitskreis Englisch organisiert. Hier haben wir zusammen entschieden, welche Lehrbücher für den Englischunterricht an den Dinslakener Grundschulen angeschafft werden. Und entsprechend dieser Lehrwerke werden wir den Englischunterricht in Dinslaken aufbauen. Die Kooperation zwischen den Grundschulen ist wichtig und funktioniert gut.
Wie viele Stunden Englischunterricht wird es pro Woche geben?
Lützenkirchen-Modro Das werden zwei Unterrichtsstunden pro Woche sein. Damit sind die Schüler bei insgesamt 23 Wochenstunden. Die Belastung ist dann natürlich höher. Gerade für Kinder, die auch noch am Türkisch- und Förderunterricht teilnehmen. Ich denke aber, dass diese Belastung zumutbar ist.
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