Dinslaken: „Ich bin Jim Morrison“
zuletzt aktualisiert: 15.07.2008Dinslaken (RPO). „Back Doors Man“ halten die Musik der Doors seit 16 Jahren lebendig. Zum Auftakt des Fantastivals spielt die Gruppe am Freitag, 8. August, bei der Cover-Rock-Nacht im Dinslakener Burgtheater.
Die „Back Doors Man“ halten die Musik der Doors seit 16 Jahren lebendig. Zum Auftakt des Fantastivals spielt die Gruppe am Freitag, 8. August, bei der Cover-Rock-Nacht im Dinslakener Burgtheater. Ralf Schreiner sprach mit Sänger Wolfgang Ecker.
Die Back Doors Man werden als Europas erfolgreichste Doors-Tribute-Band gefeiert. Wo liegt das Geheimnis ihres Erfolgs?
Ecker Wir covern die Doors nicht, sondern bieten eine Doors-Show. Im Grunde ist es sowie unmöglich diese Band nachzuspielen. Die Doors haben ihre Stücke live niemals gleich gespielt. Wir improvisieren instrumental, ich füge hin und wieder Gedichte von Jim Morrison ein. Je nachdem, wonach mir der Sinn steht. Da kann es vorkommen, dass unsere Version von „The End“ auch schon mal 18 Minuten dauert.
Jim Morrison, Leadsänger der Doors, zählt zu den faszinierendsten Figuren der Rockgeschichte. Er hatte Charisma, war ein Poet, ein Schamane – was fasziniert Sie persönlich am meisten an ihm?
Ecker Das, was er darstellen wollte und die Art, wie er seine Botschaft rübergebracht hat. Mich fasziniert am meisten der Schamane. Das Wichtigste für ihn war es, Spaß zu haben.
Den hatte er. Bedingungslos, ohne Sicherheitsnetz. Und er ist ja auch oft genug abgestürzt.
Ecker Ja. Das werde ich nicht tun.
Man sagt Ihnen nach, dass Sie nicht nur singen wie Jim, sondern sich auf der Bühne auch bewegen wie er. Mimik, Gestik, alles gleich. Auch das Outfit stimmt: schwarze Lederhose, weißes Hemd. Fühlen Sie sich als Jim Morrison, wenn Sie seine Songs singen oder ist das Ganze nur eine perfekte Show, die zum Rock’n’Roll-Zirkus dazugehört?
Ecker Ich mache Jim Morrison nicht nach. Ich bin Jim Morrison – wenn ich auf der Bühne stehe. Wenn ich mich nicht ganz in ihn hineinversetzen würde, könnte ich die Songs nicht überzeugend singen. Es geschieht unbewusst. Auslöser ist die Musik.
Was ist es, das die Menschen – 37 Jahre nach Morrisons Tod in der Badewanne – an diesem Mann und den Doors so fasziniert?
Ecker Es gibt zurzeit keine Musikszene, mit der sich die Jugendlichen identifizieren können. Die Vielfalt ist zwar sehr groß. Aber abgesehen von den Techno-Leuten – die haben ihre eigene Musik – ist da nichts. Nur die große Bedeutungslosigkeit. Das bringt die Musiker der Vergangenheit zurück, die etwas zu sagen hatten.
Wen würden Sie noch dazuzählen?
Ecker Jimi Hendrix, U 2 vielleicht. Bono hat auch eine Botschaft.
Aber eine ganz andere als Jim. Bono kämpft für eine bessere Welt. Morrison funkte eher auf einer spirituellen Welle.
Ecker Das stimmt. Seine Botschaft war komplexer.
Und die Botschaft der Back Doors Man?
Ecker Wir sind authentisch. Wir transportieren in unseren Shows das Zeitgefühl von damals.
Kürzlich hat jemand in Ihr elektronisches Gästebuch geschrieben, die Back Doors Man seien besser als es die verbleibenden drei Doors kürzlich bei einem Konzert in Dortmund waren.
Ecker Das Publikum muss es wissen. So etwas freut uns.
Erinnern Sie sich noch an Ihre erste Doors-Platte?
Ecker Das war „Riders on the Storm“. Ich habe die Platte bei einem Freund gehört, als ich elf war. Und das in einer Zeit als „Sweet“ und „Slade“ angesagt waren. Dieser Song war komplett anders, allein diese Orgel: einfach phänomenal.
Hören Sie neben den Doors noch andere Bands?
Ecker Früher mal Deep Purple. Aber dann gab es nur noch die Doors. Alle Platten.
Ihr Lieblingssong?
Ecker „Break on through“. Text und Groove haben mich von Anfang an beeindruckt.
Was spielen die Back Doors Man beim Fantastival im Burgtheater?
Ecker Da außer uns zwei andere Bands auftreten, gibt es das gekürzte Programm. Ich denke es werden so 60 bis 90 Minuten. Wir spielen wohl zuerst. „Back Door Man“, „Roadhouse Blues“, „Five to One“, „Whisky Bar“, „L.A. Woman“ und noch ein paar andere Sachen.
Ich hätte Sie lieber am Schluss der Rocknacht auf der Bühne gesehen. Die Musik passt besser, wenn’ s dunkel ist.
Ecker Ich hätte auch gern als letzter gespielt. Nun werden wir das Pub likum gleich mit dem ersten Stück packen.
„Jim lebt“ steht auf vielen Grabsteinen auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise, wo Morrison begraben liegt. Doors-Organist Ray Manzarek hat vor einer Woche behauptet, Jim habe seinen Tod nur inszeniert, sei untergetaucht und lebe auf den Seychellen. Was halten Sie von solchen Geschichten?
Ecker Wenn der das sagt, hat das seine Gründe.
Aber es ist Blödsinn.
Ecker Vieles ist möglich.
Sie glauben das?
Ecker Ich bin nicht so naiv zu glauben, Jim Morrison lebt.
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