Dinslaken: „Irgendwas mit Gott“
VON ANNA BLASWICH - zuletzt aktualisiert: 26.05.2007Dinslaken (RPO). Warum feiern wir Pfingsten? Eine Frage, auf die bei einer RP-Umfrage mehr als die Hälfte der Befragten die Antwort nicht wussten. Es wurde gerätselt, gemutmaßt, und einige kannten die kirchliche Bedeutung der Feiertage doch.
Heute hat es begonnen, das lange Wochenende. Es ist das Pfingstwochenende und das bedeutet drei Tage zum Entspannen. Doch über den Grund für die freien Tage machen sich die Wenigsten Gedanken. Warum sind der Sonntag und der Montag überhaupt Feiertage und was genau wird gefeiert? Nur alter Brauch oder doch kirchliche Ereignisse?
Siberhochzeit und Geburtstag
„Da war doch irgendwas mit den Pfingstochsen“, überlegt Anne-Katrin Kittner und geht damit zwar schon einen Schritt in die richtige Richtung, trifft jedoch nicht den wahren Grund des Festes. „Das ist auf jeden Fall eine kirchliche Angelegenheit“, weiß Hausfrau Helga Huuk. „Aber, was da genau gefeiert wird, weiß ich auch nicht.“ Für Sigrid Weiß aus Dinslaken stehen derlei Gründe zum Feiern ganz und gar nicht im Vordergrund. „Am Sonntag sind wir zu einer Silberhochzeit eingeladen und am Montag auf einen Geburtstag. Den kirchlichen Anlass für die Feiertage kannte ich mal. Mit der Zeit und im Alltag vergisst man so etwas aber.“
Das Pfingstfest
Pfingsten feiern die Christen auf der ganzen Welt die Entsendung des Heiligen Geistes. Das Fest findet immer 50 Tage nach Ostern statt. Es gedenkt dem Tag, an dem die Jünger vom Heiligen Geist erfüllt und so bemächtigt wurde, in verschiedenen Sprachen zu predigen. Pfingsten werden auch die Gründung der Kirche und der Abschluss der Osterzeit gefeiert. Sonntag ist das Fest der Dreifaltigkeit, Montag die Geistentsendung.
An den Pfingstbrauch mit den Tieren erinnert sich auch Marktfrau Christa Bohnert: „Da haben wir frei, weil die Pfingstochsen laufen.“ „Da ist doch der Heilige Geist ausgeschüttet worden“, gibt dann Kollegin Monika Bodstein leise den entscheidenden Hinweis. Monika Thamm schlägt zunächst die Hände über dem Kopf zusammen. „Montag ist Feiertag, aber wieso? Da habe ich keine Idee.“ Begleiter Peter Arens schließt sich an. Doch nach kurzer Überlegung fällt bei der 48-Jährigen der Groschen. „Da ist doch was mit den Jüngern gewesen. Die haben den Heiligen Geist empfangen und wurden in die Welt geschickt, die Botschaft zu verkünden.“ Volltreffer. Auch bei den Jugendlichen ist die Bedeutung des Pfingstfestes nicht ganz vergessen. Jana Grohnert (18) und Lukas Hövelmann (19) rekonstruieren gemeinsam die Entsendung des Heiligen Geistes. „Da war etwas mit Feuerzungen und dem Heiligen Geist“, überlegt die 18-Jährige. „Die Jünger konnten durch den Heiligen Geist, den Menschen in vielen verschiedenen Sprachen die frohe Botschaft weitergeben.“ Nicht ganz so sicher ist sich die zwölfjährige Anna Baum. „Pfingsten hat irgendwas mit Gott zu tun. Der kam runter und hat eine Botschaft verkündet, glaube ich.“
Für den Voerder Rudolf Merten ist die Beantwortung der Frage nach der Bedeutung von Pfingsten eine ganz leichte Übung. „Das war die Erleuchtung der Jünger durch den Heiligen Geist. Ich bin katholisch erzogen worden und war früher Messdiener, da muss ich soetwas wissen.“
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