Hünxe: Bedeutender Wirtschaftsfaktor
VON HENDRIK GAASTERLAND - zuletzt aktualisiert: 29.06.2010Hünxe (RPO). Die Kreiszüchterzentrale Wesel und das Rheinische Pferdestammbuch veranstalten am 1. Juli auf dem Gelände des Reit- und Fahrvereins Hünxe die Stuten- und Fohlenschau. Für die Züchter ist es der Höhepunkt des Jahres.
Wenn sich eine Stute oder ein Fohlen gut präsentiert, dann kann es ganz schnell gehen. Bei einer Schau in Rhede wurde ein Jungpferd kurz darauf nach Schweden verkauft, in Kirchhellen eins in die USA, und für einen in Hünxe präsentierten Vierbeiner ging es nach Russland. Am Donnerstag, 1. Juli, findet auf dem Gelände des Reit- und Fahrvereins Hünxe ab 10 Uhr nun wieder die Stuten- und Fohlenschau des Kreises Wesel statt, die von der Kreiszüchterzentrale und dem Rheinischen Pferdestammbuch veranstaltet wird. "Es kann ein Sprungbrett für internationale Karrieren sein", weiß Ludwig Hermanns als Kreistierzuchtberater im Kreis Wesel.
Zucht und Sport
Die Schau findet unter der Woche statt, damit sich Zucht- und Sportveranstaltungen am Wochenende nicht überschneiden. "Es geht nur miteinander und das klappt hervorragend", meint Hermann Schult von der gleichnamigen Hengststation in Bruckhausen.
Für die Züchter ist die Präsentation ihrer Tiere der Höhepunkt des Jahres. Schon einige auf der Weseler Schau vorgestellte Pferde wurden nicht nur in die ganze Welt verkauft, manche wurden dort auch von Reitern und Züchtern entdeckt und brachten es bei Olympischen Spielen oder Welt- und Europameisterschaften zu Weltruhm. Momentan ist "El Santo" das Aushängeschild des Kreises, dessen Besitzerin Isabell Werth ihr Kommen nach Hünxe bereits zugesagt hat. "Sie wird bestimmt fünf bis acht Fohlen mitbringen. Neben ihrer sportlichen Karriere ist die Ausbildung von Pferden ihr zweites Standbein", erklärt Hermann Schult, der eine eigene Hengststation in Bruckhausen besitzt.
Mehr als 1500 Arbeitsplätze
Insgesamt werden die Weseler Pferdezüchter der Fachjury rund 40 Eintragungsstuten sowie über 200 Fohlen der verschiedensten Rassen vorstellen. Dabei werden die Warmblutfohlen nach ihrer Zuchtrichtung dressur- oder springbetont getrennt bewertet. Im vergangenen Jahr hinterließ "Fine Frenzy" von Ulla Katzorke bei der Jury den besten Eindruck und wurde die Hünxer Siegerstute. "Fine Frenzy" musste sich damals aber gegen eine harte Konkurrenz durchsetzen, denn die deutsche Pferdezucht besitzt weltweit den höchsten Stellenwert. "Die Holländer sind uns sportlich und auch züchterisch auf den Fersen. Für den Wettbewerb ist das allerdings eine gute Sache", sagt Schult. Dass es besonders viele Pferde aus dem Rheinland zu Weltruhm gebracht haben, ist für Hermanns kein Zufallsprodukt: "Wir haben sehr gute Böden und Weideland, und über Generationen hinweg wird hier eine intensive Pferdezucht betrieben."
Die Zucht ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für den Kreis. An über 7000 gehaltenen Vierbeiner hängen weit mehr als 1500 Arbeitsplätze. "Die Bedeutung der Pferdezucht wird völlig unterschätzt. Um das zu ändern, führen wir Jahr für Jahr unsere Stuten- und Fohlenschau durch", sagt Herrmanns.
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