Dinslaken: Behinderung und Sport
VON CHRISTOPHER SCHNESKE - zuletzt aktualisiert: 09.07.2010Dinslaken (RPO). Die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an allen Bereichen des Lebens ist ein Hauptziel des Sozialverbandes VdK. Dazu gehört auch der Sport. Darauf weist eine Wanderausstellung des VdK hin.
Immer noch wird den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderung nach Auffassung der Caritas und des Sozialverbandes der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands (VdK), zu wenig Beachtung geschenkt. Eine Fotoausstellung im Mutter-Teresa-Haus der Caritas mit dem Titel "Behinderung und Sport" will hier Zeichen setzen. Der VdK ist mit 1,5 Millionen Mitgliedern der größte Verband Deutschlands. Er vertritt die Interessen von Menschen mit Behinderungen, von chronisch Kranken, Senioren und Patienten gegenüber der Politik und an den Sozialgerichten.
In die Mitte der Wahrnehmung
Bahnhof Dinslaken
Da das Mutter-Teresa-Haus praktisch gegenüber dem Dinslakener Bahnhof liegt, geriet der fast zwangsläufig in den Blick. Vöge wies daraufhin, dass der Bahnhof noch immer keinen behindertengerechten Zugang habe. Margarete Humpert und er hoffen, dass der nun zügig beim Ausbau der Betuwe-Strecke geschaffen wird.
Dinslakens stellvertretende Bürgermeisterin Margarete Humpert bedauerte in ihrer Eröffnungsrede, dass "Behinderung und Sport" nur ein Randthema in der Gesellschaft sei. "Das Thema gehört eigentlich vom Rand in die Mitte der öffentlichen Wahrnehmung. Dieses Ziel verfolgt der VdK mit seiner Wanderausstellung", sagte Margarete Humpert. Sie forderte zugleich eine bessere Integration von Menschen mit Behinderung in den Dinslakener Alltag. Der Fotograf Thomas Ebert aus Hamburg hat vor den Paralympics 2008 Sportler mit Behinderungen in Aktion fotografiert. Die Aufnahmen zeigen, dass Kraft, Dynamik und sportliche Höchstleistung keineswegs nur mit einem komplett gesunden Körper erreicht werden können. Sie sollen deutlich machen, dass Leistung auch mit Behinderung möglich ist.
Margarete Humpert betonte jedoch auch, dass Dinslaken sich nicht "verstecken braucht". "Dinslaken tut viel und wird auch weiterhin ein Auge auf Menschen mit Behinderung haben", sagte sie. Zu nennen seien der Behinderten und Rehabilitationssportverein (BSS) Dinslaken, der bereits seit vielen Jahren ein starker Partner beim Behindertensport sei. Im Jahr 2005 habe er dafür den "Maria-Euthymia-Preis"erhalten. Auch die Fußball-WM der Menschen mit geistiger Behinderung sei 2006 in Dinslaken ausgetragen worden. Zudem gebe es jedes Jahr den Aktionstag "Mittendrin statt außen vor", an dem sich alle Dinslakener Wohlfahrtsverbände sowie die IG-Metall und das Gesundheitszentrum Lang beteiligen.
Horst Vöge, im Landesvorstand des VdK und als Sozialpolitiker lange für die SPD im Landtag kritisierte Kürzungen der Bundesregierung im sozialen Bereich. Die verkürzte Zivildienstdauer führe beispielsweise zu erheblichen Problemen für die Wohlfahrtsverbände, die auf Zivildienstleistende zur Erledigung ihrer Arbeit für ältere und behinderte Menschen angewiesen seien.
Gute Zusammenarbeit
Auch Michael van Meerbeck, Direktor des Caritasverbandes Dinslaken-Wesel, bedauerte die Streichung von Mitteln im sozialen Bereich. "Die Kürzungen bei den Mitteln für die Arbeit der Verbände führt eben nicht zu Einsparungen, sondern auf Sicht zu höheren Ausgaben", erklärte er. Der Caritasdirektor wies auf die gute Zusammenarbeit seines Verbandes mit dem VdK hin.
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