Dinslaken: Bessere Chancen gegen Krebs
VON ULRICH SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 21.01.2010Dinslaken (RPO). Das Dinslakener Sankt-Vinzenz-Hospital hat viele Abteilungen und externe Partner im Gynäkologischen Krebszentrum Niederrhein zusammengeführt. In der Prävention strebt die Klinik eine Vorreiterrolle an.
Seltene OP-Technik
Früher Vor Jahren haben gynäkologische Operationen laut Chefarzt Uhl verstümmelnde Folgen gehabt. Das habe schwere seelische Schäden bewirkt. Der Heilungsprozess dauerte Wochen.
Heute Am Vinzenz-Hospital wird mit der Knopfloch-Methode operiert. Schnitte werden auf ein Minimum reduziert. Uhl zufolge könnten die Frauen oft nach vier bis fünf Tagen in bester Verfassung nach Hause. Uhl: "Diese Methode können in Deutschland nur wenige Kliniken anwenden."
In seinen gut sieben Jahren am katholischen Sankt-Vinzenz-Hospital hat Dr. Bernhard Uhl eine kolossale Fortentwicklung der Gynäkologie erlebt und vorangetrieben. "Damals gab es noch wenige große onkologische Operationen. Für die radikale Entfernung der Gebärmutter samt Lymphknoten wurden die Frauen meist an Uni-Kliniken überwiesen. Heute machen wir das hier im Haus und haben selber das Niveau einer Uni-Klinik erreicht", sagte Uhl, Chefarzt der Gynäkologie. Um sein Fachgebiet weiter zu entwickeln und den Patientinnen eine immer bessere Behandlung zu bieten, hat Uhl nun ein neues Projekt verwirklicht: das Gynäkologische Krebszentrum Niederrhein am Vinzenz-Hospital. Ärzte, Betreuer und ehrenamtliche Helfer stellten es gestern vor.
Sprechstunde zur Vorbeugung
In dem Zentrum sind alle Klinikabteilungen und externen Partner, die an der Krebsbehandlung und der Betreuung der Patientinnen mitwirken, zusammengefasst. Uhl verspricht sich davon eine Optimierung der Behandlung, zumal das Qualitätsmanagement sich an Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft orientiert. "Ein solches Zentrum hat am Niederrhein gefehlt", sagte der Chefarzt.
Als einen besonderen Baustein des Zentrums hebt er die Krebsvorbeugung hervor. "In der Prävention können wir eine Vorreiterrolle einnehmen", sagte Uhl und bezog sich damit auch auf eine neue Dysplasie-Sprechstunde. Als Dysplasie bezeichnet man eine Vorstufe der Krebserkrankung, eine an sich ungefährliche Infektion, die aber auf einen Tumor hinauslaufen kann. Wird die Gefahr von Krebs in dem frühen Stadium erkannt, steigen die Genesungschancen erheblich.
Zu dem neuen Krebszentrum, geleitet von Oberarzt Dr. Jan Christoph van Vlymen, gehören: die Gynäkologie der katholischen Klinik als medizinischer Kernbereich; die Pathologie mit ihren Kenntnissen von Tumoren, insbesondere solche seltener Natur; die Onkologie, mit deren Hilfe die Therapie mit Medikamenten abgestimmt wird; die Prävention; die Psychoonkologie, die den emotionalen Stress bei einer Krebserkrankung bewältigen hilft (eine feste Gesprächsrunde mit Betroffenen ist geplant); die Strahlentherapie-Praxis unweit des Hospitals, zu der Dr. Thomas Schwerdtfeger zählt; kirchliche Seelsorger und Betreuer der Klinik; die Sozialarbeit mit wichtigen Informationen für Patientinnen (welche Beihilfen gibt es, welchen Nachteilsausgleich, was geschieht während der Behandlung mit den Kindern?); Physiotherapie und Schmerzambulanz; die Selbsthilfegruppe "Frauen nach Krebs".
Chefarzt Dr. Uhl zusammenfassend: "Alle unsere Bemühungen ranken sich um den einen Gedanken, der für die Patientinnen ganz wichtig ist: ,Ich will leben'."
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