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Dinslaken: Besuch bei den Franken

VON LENA STEEG - zuletzt aktualisiert: 09.10.2008

Dinslaken (RPO). Die Stadtbibliothek Dinslaken veranstaltet auch in diesen Herbstferien wieder einen Ferien-Workshop für

Kinder ab acht Jahren. Gemeinsam mit Archäologin Heike Griesser erkundeten sie den Alltag der Franken.
Wie sah der Alltag der Franken aus? Ärchäologin Heike Griesser und die Kinder suchten nach Antworten.   Foto: RPO
Wie sah der Alltag der Franken aus? Ärchäologin Heike Griesser und die Kinder suchten nach Antworten. Foto: RPO

„Und dann kommt Opa Hermann.“ Lukas Drees legt konzentriert die Stirn in Falten, zieht eine feine Bleistiftlinie auf das Blatt, schüttelt den Kopf, radiert sie wieder weg und zeichnet erneut. Gar nicht so leicht, den eigenen Stammbaum zu Papier zu bringen. Schon gar nicht, wenn man sich partout nicht an den Namen der eigenen Großeltern erinnern kann. Hat man sie doch Zeit seines Lebens immer nur mit „Oma und Opa“ angesprochen. Aber weil im dritten Jahrhundert ein möglichst vielgliedriger und großer Stammbaum zum guten Ton und dem entsprechenden gesellschaftlichen Einfluss gehörte, skizzieren die jungen Teilnehmer des Workshops der Kinder- und Jugendbibliothek unbeirrt weiter.

Info

Aus Feind wird Freund

Und der „Nachbarschaftsstreit“ ging weiter: Seit dem dritten Jahrhundert unternahmen die Franken immer wieder Raubzüge in die römischen Provinzen auf der linken Rheinseite. In den folgenden zwei Jahrhunderten ließen sich dann sogar dauerhaft auf dem Gebiet des Römischen Reiches nieder und verschmolzen irgendwann ganz mit der romanischen Bevölkerung.

Eine Schublade voll Geschichte

„Die Franken“ lautet der Titel, unter dem die Neun- und Zehnjährigen drei Tage lang die Geschichte des dritten Jahrhunderts erkunden. Viele der Teilnehmer sind dabei schon „alte Hasen“, haben die letzten Workshopreihen über Griechen, Ägypter, Römer und die Sieben Weltwunder ebenfalls gespannt mitverfolgt. „Ich hab zu Hause sogar schon eine eigene Schublade für die Sachen, die wir hier immer basteln“, erklärt Samantha Brückert stolz. In ihr türmen sich Erinnerungen an die vielen Workshops, von denen sich die Fünftklässlerin neben dem Spaß an der Sache auch Vorsprünge in der Schule erhofft. „In Erdkunde machen wir zum Beispiel gerade etwas zu dem Thema.“ Mit sieben Jahren hat die heute Neunjährige zum ersten Mal einen Ferien-Workshop in der Stadtbibliothek besucht, noch bis Ende der Woche werden sie und ihre Banknachbarn fleißig an der Erweiterung des Relikt-Schatzes arbeiten. Neben dem Anfertigen einer Gürteltasche steht auch das Basteln eines fränkischen Helms auf dem Programm. „Außerdem werden die Kinder einen Knickwandtopf töpfern und beim Schreiben mit karolingischen Minuskeln ihr eigenes Monogramm entwerfen“, verspricht Workshop-Leiterin und Archäologin Heike Griesser.

Klingt spannend. Doch zunächst geht’s an die Theorie. Landkarten werden betrachtet, das Gebiet des östlichen Niederrheins zwischen Rhein und Weser, in dem sich dereinst mehrere kleine germanische Stämme zum Großststamm der Franken zusammen schlossen, bunt bemalt.

Stress mit den Römern

Genau wie die jungen Dinslakener lebten die „frühen Franken“ nämlich rechtsrheinisch, hatten aber trotz des trennenden Stroms „regelmäßig Stress“ mit den Römern von der linken Rheinseite, erzählt Heike Griesser. Und Nachbarschaftsstreitigkeiten, daran hat sich auch in den folgenden Jahrhunderten nicht viel verändert, wurden und werden nicht immer friedlich gelöst. Umso spannender für die jungen Workshopteilnehmer.

Quelle: RP

 
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