Voerde: BiB will härtere Gangart einschlagen
zuletzt aktualisiert: 26.02.2008Voerde (RPO). „Wir haben der Bergbehörde gerade klar gemacht, dass wir jetzt eine härtere Gangart einschlagen werden.“ Die Rheinische Post erreichte den erzürnten Vorsitzenden der Bürgerinitiative Bergbaubetroffener am Niederrhein, den Voerder Rechtsanwalt Klaus Friedrichs, gestern just in dem Moment, als er das Gebäude der Bergbehörde verließ.
Grund für die Ankündigung Friedrichs ist das vom Bergbau ausgelöste starke Beben im Saarland. „Wir fordern seit langem, dass der Bergbau nicht nur die Auswirkungen solcher Beben auf die Gebäude untersucht und dokumentiert, sondern auch die Auswirkungen auf die betroffenen Menschen. Das haben Bergbehörde und Bergbau bislang immer ignoriert“, sagte der BiB-Vorsitzende.
„Härtere Gangart“ heißt für Friedrichs, dass die Initiative nun den Staatsanwalt einschalten will. Es gebe eine eindeutige Vorschrift, dass auch die Auswirkungen auf den Menschen berücksichtigt werden müssten. Dies sei vom Bergbau aber einfach ausgeblendet worden.
Friedrichs hält auch nichts von der Behauptung, dass Beben wie im Saarland am Niederrhein mit seinen unterschiedlichen geologischen Bedingungen nicht vorkommen können. „Auch im Saarland hat der Bergbau immer gesagt, dass so etwas nicht passieren kann. Das es jetzt bei dem Beben keine Toten gegeben hat, ist reine Glücksache .“ Auch hier in der Region habe sich die Zahl der Beben deutlich erhöht, was am hohen Abbautempo des Bergbaus und der Konzentration auf wenige Betriebe liege, meinte Friedrichs. Dass die Ereignisse im Saarland – dessen Ministerpräsident Peter Müller erklärte gestern, dass er von einem dauerhaften Abbaustopp ausgeht – Folgen für den Bergbau am Niederrhein haben könnten, mochte Friedrichs nicht ausschließen. „Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass die Laufzeit für den Schacht Walsum verlängert wird, aber bei den anderen Bergwerken könnte dies schon der Fall sein“, sagte der BiB-Vorsitzende.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




