Dinslaken: Bibbern vor dem großen Tag
VON LENA STEEG - zuletzt aktualisiert: 09.08.2008Dinslaken (RPO). Der Ranzen riesig, die Schultüte prall gefüllt und der Kopf voller Erwartungen – der erste Schultag ist für jedes i-Dötzchen ein spannendes Ereignis. Auch Elena Böhme (6) zählt aufgeregt die Tage bis zur Einschulung.
Nur noch drei weiße Füße bis zum Schulgebäude. Von insgesamt 63 kleinen Fußabdrücken sind auf dem mittlerweile recht bunten Malbogen nur noch diese drei unberührt. „Für jeden Tag bis zum ersten Schultag sollten wir einen Fuß ausmalen“, erklärt Elena. Den für heute hat sie schon in einen Hellbraun-Ton getüncht. Überhaupt fällt auf: Am Beginn der Fußspuren-Strecke sind die Farben noch deutlich bunter und kräftiger. Seit einigen Tagen nur noch hellbraun. Hat da jemand Bammel vor dem ersten Schultag? „Angst hab ich nicht, aber ich bin ganz schön aufgeregt.“
Städtischer Zuschuss
Der Rat hat beschlossen, Kindern von Hartz-IV-Beziehern und Sozialhilfeempfängern die schulische Erstausstattung zu bezahlen. 596 i-dötze werden diesmal eingeschult. 35 erhalten den Zuschuss. Das kostet die Stadt 2915 Euro. Im Rathaus geht man allerdings davon aus, dass noch weitere Anträge gestellt werden.
Vorfreude auf die Elefantenklasse
Was ja auch verständlich ist. Schließlich wird einem bereits Wochen vor Beginn der Schullaufbahn von allen Seiten eingetrichtert, dass es nun aber wirklich losgehe, mit dem „Ernst des Lebens“. Wobei der zunächst ja nur aus dem kleinen Einmaleins und ersten Schreibversuchen besteht. Damit kann Elena nun wirklich keiner mehr überrumpeln: „Fünf und fünf ist Zehn. Und meinen Namen kann ich auch schon schreiben. Und den von Papa und den von Mama auch.“ Da wird also eher Herr Kusen, Elenas Klassenlehrer, derjenige sein, der am ersten Schultag große Augen macht. Doch das Oberhaupt der Elefanten-Klasse hat den i-Dötzchen beim Kennenlernmorgen Anfang Juni sowieso schon die ersten große Angst genommen.
Gemeinsam mit neun anderen Kindern aus dem Kindergarten Karl-Leisner-Haus wird Elena ab Dienstag die Averbruchschule besuchen. Nur Freund Alexander geht fortan zur Gartenschule. „Das ist doof“, findet Elena. Ganz ohne Freunde muss sie aber zum Glück nicht in die neue Schule. Nina und Maren aus ihrer Kindergartengruppe sind ebenfalls für die Elefantenklasse eingeteilt. Neben wem von beiden Elena im Klassenzimmer sitzen will, hat sie sich noch nicht genau überlegt. „Am liebsten neben beiden“, sagt sie mit fragendem Blick in Richtung ihrer Mutter. Wieder so eine Sache, die sich innerhalb der ersten Schulwoche ganz von allein finden wird. Genau wie der Schulweg, der bereits jetzt gut organisiert ist: Ab Mittwoch wird Elena jeden Morgen in die Hasenstraße abbiegen, dort Maren abholen und mit ihr die wenigen Meter bis zur Averbruchschule schlendern.
Den Weg kennt sie längst. „Der Jannik war ja früher auch da“, erklärt sie. Mittlerweile ist ihr 12-jähriger Bruder in der siebten Klasse und sieht der ganzen Aufregung um den großen Tag mit Gelassenheit entgegen. Kater Joschi hingegen schaut Elena recht interessiert beim Einräumen des nagelneuen Schulranzens zu. Der ist natürlich auch zum neidisch werden und ganz so, wie die Sechsjährige sich ihn gewünscht hatte: „Rosa und pink mit einer goldenen Krone.“ Ein echter Prinzessinnen-Ranzen.
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