Hünxe: Blues, Rock und Feierlaune
VON FLORIAN LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 12.07.2010Hünxe (RPO). Vor der Hünxer Kneipe "tacheles" im Wacholderhäuschen ging es an der frischen Luft rund: The Big W Bluesband sorgte in der Dämmerung für eindrucksvolle Klänge. Das Publikum war begeistert von der dynamischen Darbietung.
Langsam geht die Sonne unter. Neben dem "tacheles" (im Wacholderhäuschen) leuchten Fackeln. Einige Zuschauer haben sich schon vor der Bühne eingefunden. Kaum haben die Mitglieder der The Big W Bluesband die ersten Lieder gespielt, werden schon fleißig Tische und Stühle gerückt. Denn auch die Besucher, die bis dahin auf der anderen Seite der Kneipe gesessen haben, wollen nun vor die Bühne und sich mit Bluesrock beschallen lassen. So werden schnell Tische, Bänke und sogar einige Barhocker herbeigeschafft, damit auch alle Gäste einen gemütlichen Platz zum Zuhören haben.
"tacheles"
Neueröffnung Anfang Juni hatte Ludger Hullermann das "tacheles" im ehemaligen Wacholderhäuschen neu eröffnet.
Öffnungszeiten Das "tacheles" an der Wilhelmstraße 1 in Hünxe hat von montags bis sonntags ab 15 Uhr geöffnet. Ende offen.
Sitzplätze 40 Gäste finden in der Kneipe Platz, 60 im Biergarten.
Grooves und flotte Sprüche
"Es ist viel zu heiß hier oben. Ich glaub ich geh ein – geht jemand mit?", begrüßt Frontmann Ernie Galla die Zuschauer und spielt die ersten Akkorde auf seiner Gitarre. Schlagzeuger Christian Nühlen und Bassist Martin Pfuhler steigen mit ein, und dann liefert Rudi Graf-Puppa eine Slidegitarren-Vorstellung ab, die das Publikum sofort mitreißt. Und während ein einsamer Zuschauer schon vor der Bühne tanzt, genießen die anderen lieber still die musikalische Darbietung. Denn die vier Mitglieder der Band brennen ein Feuerwerk aus Blues- und Bluesrock-Klassikern ab. Dominierende Elemente dabei: der Gesang von Ernie Galla und die Slidegitarre von Rudi Graf-Puppa. Letzterer liefert dann auch ein kleines Gitarrensolo ab, während Frontmann Galla passend zur Geschwindigkeit lossprintet, um sich mal kurz ein neues Getränk zu besorgen.
"Wir sollten wohl weiterspielen, so lange ihr uns noch sehen könnt", sagt Ernie Galla und stimmt "Hoochie Coochie Man" von Muddy Waters an. Das grooved und im Publikum wippen die ersten im Takt mit. Mitsingen heißt es dann beim Song "Mustang Sally". Immer wieder fordert Ernie Galla die Zuschauer auf, das "Ride, Sally, Ride" laut mitzusingen, und tatsächlich lässt sich das Publikum dazu animieren, wenn auch nicht alle lautstark mitmachen. "Jetzt aber mal ernst hier", stachelt der Frontmann das Publikum weiter an. Schließlich sorgt tacheles-Inhaber Ludger Hullermann noch für eine kleine Lichtshow auf der Bühne. "Kann mal jemand hier hinleuchten? Ich kann den Text vom nächsten Song nicht auswendig", scherzt Galla und singt dann souverän weiter. Klar, dass die Zuschauer noch eine Zugabe von der Big W Bluesband haben wollen.
Mehr Kultur
"Ich wollte schon von Anfang an ein bisschen Kultur in Form von Live-Musik hier haben", sagt tacheles-Wirt Ludger Hullermann. Auch in Zukunft soll es im Sommer in unregelmäßigen Abständen Open-Air-Auftritte von Bands geben. Nach Möglichkeit soll es auch im Wacholderhäuschen weitere Kulturveranstaltungen geben: zum Beispiel Kabarett oder Comedy in den kälteren Jahreszeiten.
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