Dinslaken: Butterfly statt Fahrradtour
VON STEFFEN PENZEL - zuletzt aktualisiert: 13.01.2007Dinslaken (RPO). Vor acht Jahren hat sich Fritz Murach zusammen mit seiner Frau Waltraud zum Fitness-Training im Sportpark Hünxe angemeldet. Seitdem schwört der 80-Jährige auf Bizeps-Curls und Oberschenkelübungen. Und ein Ende des „Bodystyles“ ist für die Murachs noch lange nicht in Sicht.
HÜNXE Montags-, Mittwochs- und Freitagsnachmittags hat Fritz Murach keine Zeit. Da kann kommen, was will. Denn dann stehen für den 80-Jährigen Butterfly-Geräte, Bizeps-Curls und Hüfttrainer auf dem Programm. Murach: „Dreimal in der Woche, pünktlich um 14 Uhr 30, erscheint die Murach-Family im Sportpark. Es muss schon etwas sehr Außergewöhnliches passieren, dass sich daran was ändert.“
Nicht mehr ausgelastet
Seit acht Jahren geht das schon so. Am 1. März 1999 hatte sich der Hünxer gemeinsam mit seiner Frau Waltraud im Hünxer Sportpark angemeldet. Davor hatte er mit Sport nicht viel zu tun. „Wir waren einmal die Woche spazieren und haben ab und zu mal ein paar Ausflüge mit dem Fahrrad gemacht“, erinnert sich Fritz Murach. Aber irgendwie habe ihn das mit der Zeit nicht mehr ausgelastet. „Ich wollte einfach etwas mehr Sport machen und mich um meine Gesundheit kümmern.“ Gesagt, getan. Das Ehepaar Murach schaute sich im benachbarten Sportpark um. Und wenige Minuten später war der Vertrag unterschrieben.
Wenig Jugendliche
Überwiegend gesundheitsorientiert ist das Angebot des Fitness-Studios im Hünxer Sportpark ausgerichtet. Dementsprechend hoch ist dort auch der Anteil an älteren Mitgliedern. „Unsere Mitglieder sind im Schnitt etwa 30, 40 Jahre alt. Wir haben nur einige, wenige Jugendliche bei uns. Und die werden zumeist vom Orthopäden zu uns geschickt. Dafür kommen aber viele 50- bis 70-Jährige, die Wirbelsäulengymnastik, Herz-Kreislauf-Training und teilweise auch Krafttraining machen“, berichtet Sportpark-Inhaberin Elke Winkelmann. Das zweitälteste Mitglied des Sportparks ist mit ihren 78 Jahren übrigens Fritz Murachs Frau Waltraud.
Seitdem können sich die Sportpark-Angestellten darauf verlassen, dass die Murachs zu ihren angestammten Zeiten auf der Matte des Fitness-Studios stehen. Und daran ändern auch „Lapalien“ wie der 80. Geburtstag von Fritz Murach am vergangenen Mittwoch nichts. „Herr Murach checkte wie jeden Mittwoch pünktlich um 14 Uhr 30 Uhr ein, um seinen Body zu stylen, wie er immer zu sagen pflegt“, schmunzelt Elke Winkelmann, Inhaberin des Hünxer Sportparks. Genauso stoisch wie seine Trainingstage, hält der 80-Jährige auch die Reihenfolge seiner Trainingsgeräte ein. Nach 15 Minuten Aufwärmphase auf dem Fahrrad, geht es erst zum Rückenmassage-Gerät und dann auf den Gummi-Ball. Danach folgen Übungen für die Oberschenkel, Brust, Rücken, Arme und der Hüfttrainer. „Und dann ab unter die Brause.“ Denn mit der Sauna hat es der Fritz Murach nicht so sehr. Aber auch ohne Nachschwitzen tut ihm das Fitness-Programm gut. Probleme vergangener Tage wie Rückenschmerzen und Bandscheibenprobleme sind passé. „Mir geht es mit dem Training ausgezeichnet. Der ganze Körper wird gefordert. Das Training ist allemal besser, als nur ein wenig spazieren gehen.“
Keine Zeit zum plauschen
Für einen lange Plausch bleibt Fritz Murach im Fitness-Studio keine Zeit. „Ich wechsel ein paar Worte mit meinen Sportkameraden. Eigentlich will ich mich aber auf mein Training konzentrieren.“ Ein Ende des Fitnesstrainings ist im Hause Murach noch lange nicht in Sicht. „So zehn Jahre wollen wir das auf jeden Fall noch machen. Eben so lange es noch geht“, sagt Fritz Murach und fügt leise schmunzelnd hinzu, „auch wenn Ulla Schmidt das bestimmt nicht gerne hört .“
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