Voerde: CDU neigt zu Aus für Gesamtschule
VON ULRICH SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 17.12.2010Voerde (RPO). SPD und CDU entscheiden am Montag, wie es mit der Schullandschaft in Voerde weitergehen soll. CDU-Fraktionschef Hans-Dieter Langenfurth will die Gesamtschule zu Gunsten der Realschule aufgeben. Die SPD ist noch unentschieden.
Schülerzahlen
Soll Damit ihr Fortbestand gesichert wäre, bräuchte die Gesamtschule Voerde mindestens 112 Fünftklässler. Das ist gesetzlich so vorgeschrieben.
Ist Zurzeit sind es lediglich 59.
Für Hans-Dieter Langenfurth, den Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Voerder Stadtrat, ist die Zukunft der Gesamtschule geklärt: Sie kann nur geschlossen werden. Um gleichwohl auch weiterhin über ein dreigliedriges Schulsystem in Voerde zu verfügen, muss seiner Ansicht nach die Realschule zu einer so genannten Verbundschule erweitert werden. Sprich: einer Realschule mit einem Hauptschulzweig, womöglich einem zweizügigen.
Mit dieser Empfehlung wird Langenfurth seine Fraktion am Montagabend in einer Sondersitzung zum Schulthema konfrontieren. "Und ich bin fest überzeugt, dass meine Fraktion mir folgen wird", sagte Langenfurth gestern der Rheinischen Post. Montag ist der Tag der Entscheidung: Auch die SPD-Fraktion wird dann zusammenkommen, um über die Zukunft der Gesamtschule und damit auch der Realschule zu befinden. Anders als Langenfurth will sich SPD-Fraktionschef Wolfgang Scholten allerdings noch nicht festlegen auf die Schließung der Gesamtschule zu Gunsten einer Verbundschule. Dabei ist aus Politikkreisen mehrheitlich zu hören, dass keine vernünftige Alternative zur Verbundschule bestehe. Scholten sagte der RP: "In die Fraktionssitzung werde ich ganz offen gehen, ich werde keine Vorgaben machen."
Der Zeitdruck, der seit der schicksalsträchtigen Ratssitzung am vergangenen Dienstag besteht, bricht sich nun also schon Bahn. Die Fraktionen von CDU und SPD, die im Rat, wenn sie einheitlich abstimmen, für eine klare Entscheidung sorgen können, wollen am Montag Klarheit schaffen. Denn sie wollen mit einem verlässlichen Votum in die Schulkonferenz-Sitzung der Realschule am Dienstagabend gehen. Diese Sitzung hatte Realschulleiter Alfons Knauer nach der Ratssitzung am Dienstag umgehend anberaumt.
Unter Zeitdruck
Der Zeitdruck erklärt sich dadurch: Die Gesamtschule Voerde hat nicht mehr genügend Schüler, ist unter ihr Existenzminimum gerutscht. Die Bezirksregierung Düsseldorf will die gesetzliche Konsequenz daraus ziehen und die Schule schließen. Angebot zur Güte: Sollte die Stadt Voerde Möglichkeiten finden, die Gesamtschule zu retten, bekäme sie ein Jahr Aufschub, um diese Optionen zu prüfen. Eine Option, die Voerde angab, hat die Bezirksregierung aber gekippt: eine Kooperation mit der Gesamtschule Hünxe. Bleibt nur noch eine Chance: die Zügigkeit von Gymnasium und Realschule reduzieren, so dass Schüler, die dort dann keinen Platz mehr finden, von ihren Eltern womöglich an der Gesamtschule angemeldet werden. Für die Prüfung dieser Option hat die Stadt noch Zeit bekommen bis zum 26. Januar. Denn die Eltern, die jetzt ihre Kinder an weiterführenden Schulen anmelden müssen, brauchen Klarheit.
Qualität darf nicht leiden
In der Politik jedoch herrscht mehrheitlich die Meinung, so ist zu hören, dass eine Reduzierung der Zügigkeit keine wirkliche Option darstellt. Erstens wegen der Vermutung, dass weniger die Gesamtschule, als umliegende Realschulen und Gymnasien profitierten. Zweitens weil die Realschule einen zu guten Ruf genießt, als dass die Politiker Hand an sie legen wollten. Konsequenz: Die Gesamtschule würde aufgegeben.
Selbst die Erweiterung der Realschule um einen Hauptschulzweig wird noch kritisch gesehen. "Darunter darf die hohe Qualität der Realschule auf keinen Fall leiden", betonte Langenfurth.
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