Dinslaken: Das kleine Schwarz-Rot-Goldene
VON HENDRIK GAASTERLAND - zuletzt aktualisiert: 03.07.2010Dinslaken (RPO). Vier Schülerinnen schneiderten sich mit Omas Hilfe extra für die WM ein Kostüm in Deutschlandfarben – und fielen damit in der DIN-Arena auf. Auch am Samstag werden sie wieder Jogis Jungs die Daumen drücken.
Megan McKenzie hatte mit Fußball nichts am Hut. Bei ihr zu Hause heißt der für sie etwas komische Sport auch Soccer und viel verstehen tat sie bis vor kurzem davon nicht. Doch das hat sich für die 16 Jahre alte Austauschschülerin aus den USA geändert, seitdem sie in Deutschland ist und nun mit Jogis Jungs mitfiebert. "Sie geht bei den Spielen gut mit und kann auch bei den Gesängen schon mitmachen", sagt Beryl-Joy Kopf, die gemeinsam mit Marit Schlagheck, Lina Hegemann und der Amerikanerin heute wieder in der DIN-Arena Fußball feiern will.
Ein Blickfang
Die drei Mädels aus Voerde und Megan sind beim Viertelfinale gegen Argentinien nicht zum ersten Mal in der Kathrin-Türks-Halle. Sie feuerten die Deutschen schon gegen England lautstark an und fanden die Stimmung so klasse, dass sie auf jeden Fall wiederkommen wollen. Auch die Jungs in ihrem Alter werden sich über die aufgeweckten Mädchen freuen, schließlich waren Megan, die 16-jährige Marit und die beiden 17-jährigen Lina und Beryl-Joy mehr als ein Blickfang.
Deutscher Sieg
Einigkeit herrscht, wenn es um den Ausgang des Viertelfinals geht. Marit tippt auf ein 3:2 für Deutschland, Megan ein glattes 2:0, Lina prognostiziert einen Sieg nach Elfmeterschießen und Beryl-Joy blickt direkt noch zwei Runden weiter: "Wenn wir Argentinien schlagen, dann werden wir auch Weltmeister."
Hoffentlich beweisen die Mädels nicht nur modischen Geschmack, sondern auch Fußballsachverstand.
Ihnen war das standardmäßige weiße DFB-Trikot, eine Blumenkette und eine geschminkte Deutschlandflagge zu wenig. Sie ließen sich deshalb etwas Besonderes einfallen. "Als wir an einem Ein-Euro-Shop vorbeikamen, gab es dort eine deutsche Riesenflagge für drei Euro. Daraus wollten wir uns dann Kleider machen", erzählt Lina von der Idee. Doch ganz allein reichten die Nähkünste der jungen Frauen nicht aus, so dass Marits Oma aushelfen musste und von Freitagabend bis zur Partie gegen England am vergangenen Sonntag die vier Kleider in schwarz-rot-gold anfertigte. Damit wurden die Mädchen zum Hingucker des Abends: "Es haben uns wirklich viele angesprochen", berichtet Beryl-Joy.
Heute werden die kleinen Schwarz-Rot-Goldenen wieder präsentiert, doch da Frau niemals zweimal das gleiche Kleid trägt, steht für die Voerder Clique noch ein bisschen Arbeit bevor. "Wir müssen sie noch ein bisschen pimpen", kündigt Beryl-Joy es auf Neudeutsch an – schließlich wollen die jungen Damen den männlichen Fans in der DIN-Arena wieder gefallen: "Es sind ja auch immer viele coole und nette Jungs da."
Jogis Jungs
Aber auch Jogis Jungs stehen bei den Schülerinnen hoch im Kurs – "wegen der strammen Hintern", wie sie sagen – doch bei der Beliebtheit der Kicker unterscheiden sich die Geschmäcker. Die Namen von Lukas Podolski, Cacau und Mesut Özil werden wild durcheinander in die Runde geworfen.
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