Dinslaken: Denkmalschutz bleibt bestehen
VON HEINZ SCHILD - zuletzt aktualisiert: 15.01.2009Dinslaken (RPO). Die Stadt Dinslaken denkt nicht daran, die Lohberger Fördertürme aus der Denkmalliste zu streichen. Hingegen ist NRW-Bauminister Oliver Wittke dazu durchaus bereit. Fest steht, Landesgeld für den Erhalt der Türme gibt es nicht.
Verständnis
Verständnis bringt der nordrhein-westfälische Bauminister Olive r Wittke für die Haltung der RAG auf, die die Lohberger Fördertürme demontieren und verkaufen will. Allerdings kann er auch verstehen, dass viele Dinslakener sich für den Erhalt der Türme einsetzen. "Doch nicht alles, was wünschenswert ist, ist auch tatsächlich machbar", sagte Wittke und verwies auf die enormen Summen die aufzubringen wären, um die Türme zu erhalten.
Bei seinem Besuch in Voerde ließ Oliver Wittke, nordrhein-westfälischer Minister für Bauen und Verkehr, keinen Zweifel daran, dass das Land kein Geld für den Erhalt der beiden unter Denkmalschutz stehenden Fördertürme der stillgelegten Schachtanlage Lohberg zur Verfügung stellen wird. Da die Stadt Dinslaken den Antrag der RAG abgelehnt hat, die beiden Bauwerke aus der Denkmalliste zu streichen, damit sie demontiert und in die Türkei verkauft werden können, kann der Minister verstehen, dass das Bergbauunternehmen von der Kommune erwartet, das diese nun die beiden Fördertürme übernimmt. "Wer die Türme erhalten will, muss das auch bezahlen", lautet die Ansicht des Bauministers, der durchaus bereit ist, die Fördertürme aus der Denkmalliste zu streichen.
Eigentümer in der Pflicht
Das wird von der Stadt Dinslaken aber anders gesehen. Denn für die Unterhaltung eines in die Denkmalliste eingetragenen Industrie-Bauwerks ist der Eigentümer zuständig. Der Antrag, den Denkmalschutz aufzuheben, wurde von der Stadt als Untere Denkmalbehörde abgelehnt, weil die von der RAG eingereichten Unterlagen dafür nicht ausreichten, erklärte gestern Horst Dickhäuser, Pressesprecher der Stadt Dinslaken. Die Kommune ist sich mit dem Landesdenkmalamt einig, dass die vorgebrachten Argumente der RAG es keinesfalls rechtfertigen würden, die Unterschutzstellung aufzuheben. Deshalb wurde der Antrag zurückgewiesen. Und an diesem Sachverhalt, so Dickhäuser weiter, habe sich bislang nichts geändert. Sollte die RAG als Eigentümerin finanziell nicht dazu in der Lage sein, die beiden Denkmäler zu erhalten, habe das Unternehmen dies genau zu begründen und gegebenenfalls auch nachzuweisen, sagte Dickhäuser.
Stadt setzt weiter auf Gespräche
Die Klage der RAG beim Verwaltungsgericht Düsseldorf gegen die Entscheidung der Kommune ruht gegenwärtig, doch ist damit zu rechnen, dass sie wieder aufleben und das Gericht entscheiden wird. Die Dinslakener Verwaltung setzt nach Aussage ihres Pressesprechers weiterhin darauf, eine Einigung auf dem Gesprächsweg zu erzielen. Zudem beabsichtigt sie, die Problematik in die politischen Gremien einzubringen, um von dort ein klares Signal zu erhalten, ob die Kommune die Fördertürme übernehmen soll.
Von der RAG Montan Immobilien GmbH war gestern keine Stellungnahme zur aktuellen Förderturm-Problematik zu erhalten.
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