Dinslaken: Der Markt der Träume
VON ULRICH SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 04.12.2008Dinslaken (RPO). Heute beginnt der Verkauf im neuen Edeka-Center Bienemann an der Gerhard-Malina-Straße. Größe und Luxus des Millionenprojekts haben sich die Inhaber seit Jahren erträumt. Eine Besonderheit: Weinabteilung mit Klavier.
Wie sich Uwe Bienemann durch seinen neuen Edeka-Markt bewegt, erinnert an ein anderes Bild: Kinder im Spielwarengeschäft. Beide strahlen die gleiche Zufriedenheit aus.
Kurz stoppt Bienemann vor den Frischetheken, um die Nummernausgabe zu erklären, die lange Wartezeiten vermeiden soll. Zeigt auf die selbstreinigende Fleischtheke, unter deren Behältnissen halbstündlich Wasser spült. Lotst an der Feinkost vorbei zur Weinabteilung, wo freitags und samstags in Kürze Verkostungen am Flügel begleitet werden. Und sagt schließlich, nach einem weiten, alles gutheißenden Rundblick: „Ich habe schon Respekt vor dieser großen Fläche. Aber mein Schwiegervater und ich haben uns einen solchen Markt immer erträumt.“ Nach dem Empfang für rund 200 geladene Gäste gestern Abend öffnet der neue E-Center heute für die Kundschaft.
Das Projekt
Bauherr/Investor Edeka
Inhaber Bienemann GmbH
Investitionssumme rund 2,5 Millionen Euro (ohne Baukosten)
Eigentümer Edeka hat den Großteil der Immobilie an einen US-amerikanischen Investor verkauft.
Verkaufsfläche 2200 qm
Sortiment ca. 30 000 Artikel
Shops Bäckerei/Konditorei, Café mit 70 Sitzplätzen, Blumen, Lotto, Tabakwaren, Tchibo; Geldautomat
Parkplätze 170, kostenfrei
Älteres Personal bevorzugt
Als Ausdruck ihrer eigenen Bodenständigkeit betrachten Bienemanns die Mentalität ihres Personals: Ein Jahr dauerte die Auslese, „und ich habe vor allem Leute genommen, die mit beiden Beinen auf dem Boden stehen und viel Erfahrung mitbringen“, sagt Uwe Bienemann. Was sich auch darin ausdrückt, dass Schlüsselpositionen (Marktleiter, Weinberater, Mitarbeiter Frisch-Fisch, etc.) mit Angestellten jenseits der 50 besetzt sind. „Wenn unser Weinberater einen Wein zu einem Wildschweinbraten empfehlen soll, dann fackelt der nicht lange. Der kennt sich eben aus“, sagt Uwe Bienemann. 30 neue Leute stellte er ein, die gesamte Belegschaft zählt 100 Mitarbeiter.
Um das neue E-Center wird er sich mit seiner Ehefrau Anne selber kümmern. Aber auch die Schwiegereltern Hermann und Gerda Bienemann sind nach wie vor wichtige und aktive Stützen des Betriebs. „Ohne sie wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen“, betont Uwe Bienemann. Das traditionsreiche Familienunternehmen, das vor rund 100 Jahren aus einer Bäckerei und Konditorei hervorging, betreibt zurzeit sieben Verkaufsstellen und drei Supermärkte: an der Augustastraße (eröffnet 1934) und in Lohberg sowie das neue E-Center, für das Bienemann den Markt an der Hünxer Straße aufgab.
Hier nun die Auflösung, wie eigentlich die erwähnte Nummernausgabe funktioniert: An allen Frischetheken können die Kunden Zettel mit einer Nummer darauf ziehen. Statt in der Schlange zu warten, kann der Einkauf fortgesetzt werden. Blinkt die gezogene Nummer an der Anzeigetafel auf, kehrt der Kunde zur Theke zurück und kommt sofort an die Reihe. „In Italien ist das gang und gäbe“, sagt Uwe Bienemann. Auch außerhalb des preislich auf jeden Geldbeutel ausgerichteten Sortiments finden sich mithin mediterrane Züge.
Öffnungszeiten montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr; samstags von 7 bis 20 Uhr
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