Dinslaken: Dicke Luft am Deich
VON MARKUS HAEGERT - zuletzt aktualisiert: 22.09.2006Dinslaken (RPO). Die Anwohner „Am Stapp“ in Eppinghoven müssen derzeit Baulärm und riesige Staubwolken erdulden. Der Rheindeich wird auf 130 Metern Länge mit einer Dichtwand ertüchtigt. Bis Ende Oktober rollen die Bagger.
Unmengen von Staub hängen in der Eppinghovener Luft: Die braunen Wolken stehen regelrecht über dem Rheindeich und unten über der Straße, werden lediglich von ein- und abfahrenden LKW umhergewirbelt. Vor den umliegenden Garagen ist deutlich zu sehen, welches Auto in den vergangenen Stunden nicht benutzt wurde: an dem erdfarbenen Film auf der Karosserie. Die Sonnenschirme im Biergarten flattern seelenlos vor sich hin. Fußgänger bleiben staunend stehen angesichts des Treibens auf der riesigen Baustelle „Am Stapp“.
Vier große Bagger graben aktuell dort oben all die Erde um, die eigens hier aufgeschüttet wurde. Der Rheindeich soll sicherer gemacht werden. Ertüchtigung heißt das im Jargon. Auf etwa 130 Metern Länge wird eine 60 Zentimeter dicke Dichtwand eingearbeitet. Damit soll letztendlich der gesamte Deich am Rheinufer von der Hubbrücke in Walsum bis zum Emscherdeich auf dem neuesten Stand sein.
Das Projekt
Der Rheindeich wird in Höhe der Stromkilometer 797,4 bis 797,65 ertüchtigt. Rund 35 000 Kubikmeter Erdreich bewegen die drei an der Maßnahme beteiligten Baufirmen. Auftraggeber ist der Deichverband Walsum. Die Kosten in Höhe von etwa 1,3 Millionen Euro übernimmt die DSK.
110 Tonnen im Einsatz
Seit über einem Monat dauern die Arbeiten bereits an. In der kommenden Woche wird es richtig spannend: Ein Seilbagger von 110 Tonnen wird entlang der zu dichtenden Strecke jeweils fünf Zentimeter Erde abschaufeln und sogleich die betonartige Fertigmischung hineinschütten. Darüber hinaus erhält der Deich derzeit eine schützende Lehmschicht.
Das alles passiert für die Menschen, die in Eppinghoven und Umgebung wohnen. Im Gegenzug müssen sie in Kauf nehmen, dass morgens ab sieben Uhr die Motoren brummen und die Straße Rheinaue – in Höhe des Deiches vorübergehend als Einbahnstraße gekennzeichnet – nur aus einer Richtung befahrbar ist.
„Wir liegen im Zeitplan“
Das Staatliche Umweltamt in Krefeld hat den 31. Oktober als Termin für die Fertigstellung festgelegt. „Wir liegen im Zeitplan“, beruhigt Frank Dziwisch die von Baulärm und Staub genervten Anwohner. Der Bauleiter vom beteiligten Voerder Ingenieurbüro Patt glaubt nicht, dass sich der Termin verzögert: „Das Wetter spielt für uns. Wenn es nicht stark regnen sollte, wird nichts schief gehen.“ Bis Ende kommenden Monats seien auch Wanderweg und Deichaufstieg für Spaziergänger und Radfahrer, die derzeit einen Umweg nehmen müssen, wieder frei.
Beendet sind die Arbeiten „Am Stapp“ dann aber nicht. Vor dem gleichnamigen Gasthaus werden Parkplätze errichtet und die von den Baufahrzeugen in Mitleidenschaft gezogene Straße wird neu gepflastert. Die Baustelle bleibt den Anwohnern also noch länger erhalten. „Aber“, so Frank Dziwisch, „davon haben am Ende alle etwas.“
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