Dinslaken: Die Sekundarschule kommt
VON JÖRG WERNER - zuletzt aktualisiert: 25.11.2011Dinslaken (RP). Dinslakens Politik hat gestern die Konsequenzen aus der Elternbefragung gezogen. Der Schulausschuss hat beschlossen, dass mit Beginn des Schuljahres 2012/2013 eine Sekundarschule die Arbeit aufnehmen wird.
Die Entwicklung der Schülerzahlen spricht eine eindeutige Sprache. Die Dinslakener Hauptschulen bluten aus. Auch von den beiden Realschulen ist nur eine auf mittlere Sicht überlebensfähig. Daraus zogen Dinslakens Schulpolitiker – vorausgegangen war eine Elternbefragung – gestern in großer Übereinstimmung die Konsequenzen. Lediglich die Linke, die eine zweite Gesamtschule wollen, weil sie dies, so wie sie das Befragungsergebnis interpretiert, für den eigentlichen Elternwillen hält, stimmte mit Nein.
Die beiden Dinslakener Hauptschulen im Volkspark und im Gustav-Heinemann-Schulzentrum in Hiesfeld werden schrittweise aufgelöst. Sie werden für das Schuljahr 2012/2013 keine Eingangsklassen mehr bilden.
Schulkonsens
Grundlage Die Sekundarschule ist das Ergebnis des nordrhein-westfälischen Schulkonsenses, in dem sich Landesregierung und Opposition auf die Einführung diese Schulform als Regelschule verständigt haben.
Vorgeschichte Ursprünglich hatte die Politik beschlossen, dass sich die Stadt an dem Modellversuch zur Einführung von Gemeinschaftsschulen beteiligen sollte.
Gleiches gilt für die Jeanette-Wolff-Realschule in der Stadtmitte. Dafür entsteht die Sekundarschule mit Ganztagsbetrieb am Standort Volkspark mit vier Eingangsklassen. Bis zur Klasse 8 werden die Schüler dort gemeinsam unterrichtet. Ab der Klasse 9 wird dann differenziert in einen berufsorientierten und einen bildungsorientierten Zweig.
Mit Blick auf das Oberstufenangebot soll die Sekundarschule mit dem Berufskolleg kooperieren. Hierzu soll noch bis zur Ratsitzung im Dezember eine Vereinbarung geschlossen werden. Ein weiterer Kooperationspartner könnte die Ernst-Barlach-Gesamtschule sein, die ihr Interesse angemeldet hat. Die Gespräche laufen.
Offen ist wie es mit dem Standort am Volkspark weitergehen wird. Eine vierzügige Sekundarschule im vollen Betrieb braucht 24 Klassenräume, an der bisherigen Volksparkschule gibt es nur zwölf. Zurzeit werden drei Alternativen erwogen.
Ab dem Schuljahr 2014/2015 – dann dürfte es der Sekundarschule am Volksparstandort zu eng werden – wird eine Dependance in dem Gebäude der jetzigen Jeanette-Wolff-Realschule eingerichtet. Eine Dependance könnte auch im Gustav-Heinemann-Schulzentrum errichtet werden. Abhängig ist das von den Anmeldezahlen des dort untergebrachten Gymnasiums und der Realschule. Die dritte Möglichkeit wäre der Ausbau des Standorts am Volkspark ab dem Schuljahr 2014/2015 oder dem Schuljahr drauf.
Für welche Lösung sich die Stadt entscheiden wird, hängt davon ab, wie erfolgreich die Sekundrschule arbeitet und wie sich ihre tatsächlichen Anmeldezahlen entwickeln. Weil das aus der Elternbefragung nicht zuverlässig ablesbar ist, soll eine Entscheidung fallen, wenn die Anmeldungen der ersten beiden Jahrgänge vorliegen.
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