Dinslaken: Dinslaken aus Vogelperspektive
VON MATTHIAS KNAUER - zuletzt aktualisiert: 30.08.2010Dinslaken (RPO). Die Hünxer Firma Aveo Air Service bot als DIN-Tage-Premiere Hubschrauber-Rundflüge an. Die Fluggäste waren begeistert von der ungewohnten Sichtweise auf die Stadt.
Es ist Samstagvormittag. Während Teile Nordrhein-Westfalens im Regen versinken, scheint an der Trabrennbahn die Sonne. Vom nahe gelegenen Flohmarkt dringt Gefeilsche herüber. Dann drängt sich ein Knattern dazwischen. Erst weit entfernt, dann immer lauter. Über den Bäumen und Flutlichtmasten der Rennbahn taucht ein schwarzer Hubschrauber auf. Gemächlich steuert er ein umzäuntes Areal an. Lärmend setzt er sanft auf. Die Türen öffnen sich, Fluggäste steigen aus. Strahlend. Lachend.
Der erste Flug im Leben
Meine Finger krallen sich fester um das Geländer am Rand der Rennbahn. Es wird ernst. Der erste Flug meines Lebens steht unmittelbar bevor. Sven Drazic von Aveo Air Service gibt mir und dem Ehepaar Ludwig und Jutta Schwarze, eine zufällige Schicksalsgemeinschaft, die letzten Anweisungen: "Wir helfen ihnen mit den Türen. Nichts anfassen und ansonsten: Viel Spaß!"
Die Maschinen
Das Team von Aveo Air Service war Samstag und Sonntag im Einsatz. Am Samstag drehte der kleinere, schwarze Helikopter seine Runden. Am Sonntag gingen die Passagiere im größeren, roten Hubschrauber in die Luft. Am Samstag war die Maschine noch bei einer internationalen Flugschau im Einsatz.
Flüge mit einem der Hubschrauber sind auch für andere Anlässe buchbar.
In den letzten Jahrzehnten habe ich mich vor dem Fliegen drücken können. Statt Urlaubsflugreisen ins Ausland, ging es mit dem Auto und dem Zelt nach Holland. Jetzt stehe ich vor dem schwarzen Hubschrauber. Der Wind der Rotoren bläst mir ins Gesicht. Drazic winkt mich an der Ko-Piloten-Tür stehend zu sich. Ich winde mich auf den beigefarbenen Platz. Pilot Andreas Reinger lächelt mich an. Ein smarter Mittdreißiger, Kopfhörer auf den Ohren. Mein Blick geht geradeaus. Durch die fast vollverglaste Kanzel sehe ich das Grün des Landeplatzes. Drazic gibt mir ein Paar "Mickey Mäuse", blaue Kopfhörer gegen den Lärm des Motors, dann schließt er die Tür. Kein Weg mehr zurück.
Der Motor wird lauter. Plötzlich geht es nach oben. Wie in einem gläsernen Fahrstuhl geht es nach oben und in eine Kurve. Es kribbelt im Bauch und in den Füßen. Während ich meinen Mageninhalt ordne, geht mein Blick durch die Fenster. Dinslaken liegt unter mir. Die rauchenden Schlote des Kraftwerks in Möllen sind zu sehen, die glatten, dunkelblauen Flächen der Tenderingsseen. Die Orientierung fällt ein wenig schwer. Was ist das da unten für eine Straße? Und dieses Gebäude war noch gleich wo? Kaum hat man sich an die Perspektive gewöhnt, setzt Reinger schon wieder zur Landung an. Langsam sinkt der Hubschrauber, setzt sanft auf. Das Kribbeln ist weg, aber das Lächeln im Gesicht geht einfach nicht mehr weg. Die nächsten Fluggäste kommen uns schon entgegen und mir und Familie Schwarze bleibt nur zu sagen: "Das war richtig toll!"
Mit weichen Knien geht es zurück an den Rand der Rennbahn. Hinter uns steigt der Hubschrauber wieder in die Luft. Carolin Schur und Thomas Zucca sind noch vollkommen begeistert. Sie hatten in der Flugrunde vor meiner Premiere im Hubschrauber gesessen. "Das war super", sagt sie. Zucca pflichtet bei: "Selbst als Dinslakener ist es erstaunlich, wie grün die Stadt von oben ist. Das ist mal eine ganz andere Sicht auf die Heimat."
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