Dinslaken: Dinslaken – Nabel der Dartwelt
VON SEBASTIAN MÜHLEIS - zuletzt aktualisiert: 29.07.2010Dinslaken (RPO). Von heute bis Sonntag kämpfen die 32 besten Dartprofis der Welt in der Kathrin-Türks-Halle um den Europameistertitel. Zwei Fernsehsender übertragen live. Der logistische Aufwand ist immens.
Was haben die deutsche Finanzmetropole Frankfurt am Main mit ihren rund 670 000 Einwohnern, die niederländische Hauptstadt Amsterdam (770 000) und Dinslaken (70 000) gemeinsam? Auf den ersten Blick nur wenig, doch eine Sache eint die drei Städte: Von heute bis Sonntag ist Dinslaken der Nabel der Dartwelt, so wie es in den Jahren zuvor Amsterdam und Frankfurt waren.
Heute ab 20 Uhr treten die 32 besten Dartspieler der Welt auf der Bühne im Saal der Kathrin-Türks-Halle gegeneinander an, um bei dem mit 300 000 britischen Pfund (knapp 360 000 Euro) dotierten Turnier den Europameister zu ermitteln. Da sich mit dem niederländischen Weltranglisten-Zweiten Raymond van Barneveld, dem australischen Shootingstar Simon Whitlock und vor allem dem 15-fachen Weltmeister Phil "The Power" Taylor die absoluten Zugpferde der Szene angekündigt haben, war der Ansturm auf die Karten immens. Alle 3000 Tickets waren binnen kürzester Zeit vergriffen. "Wir hätten locker das Dreifache absetzen können", berichtete Jörg Springer, Pächter der Kathrin-Türks-Halle.
Zahlen und Fakten
Alle Informationen zu den großen Turnieren, der Weltrangliste und alles Weitere rund um den Dartsport finden sich auf der Homepage der Professional Darts Corporation unter www.pdc.tv.
Speziellere Fakten zur europäischen Tour mit allen Veranstaltungen in Deutschland und zur Europameisterschaft in Dinslaken stehen auf www.pdc-europe.net.
Springer und sein Team rotieren angesichts der Großveranstaltung ähnlich wie der Veranstalter, die Professional Darts Corporation (PDC) um ihren Turnierleiter Thorsten Brock, der schon für die beiden vorherigen international besetzten Dartveranstaltungen in Dinslaken verantwortlich war. "Eigentlich ist Thorsten die zentrale Figur. Bei ihm läuft alles zusammen. Wir versuchen ihm zu helfen, die Aufgaben zu verteilen", ergänzte Springer mit Blick auf Brock, der gleichzeitig seinen Laptop bediente, einen Anruf entgegennahm und eine Aufgabe delegierte.
So galt es für Brock etwa, die Transfers der Sportler und Offiziellen der PDC vom Flughafen in ihre Hotels zu organisieren. Insgesamt buchte er rund 200 Zimmer in Dinslaken, Voerde und Oberhausen – auch für zwei Fernsehteams aus Deutschland und England.
Erstmals wird ein Dartturnier auf deutschem Boden live im Fernsehen übertragen. In England auf dem neuen Sender Bravo TV, in Deutschland auf Sport1. Acht Kameras kommen bei dem Turnier zum Einsatz, mehrere Kilometer Kabel verlegten die Techniker, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Da sich die Sender nicht auf ein gemeinsames Studio in der Halle verständigen konnten, waren Springers Improvisationskünste gefragt – wie so häufig bei den Vorbereitungen "auf die mit Abstand wichtigste Veranstaltung, seitdem ich 1994 Pächter geworden bin".
Also ordnete Springer an, ein zweites Studio im Saal zu errichten. Zuvor hatte er schon das Restaurant in eine "Players Lounge" umfunktioniert, zu der nur Spieler, Offizielle und das Servicepersonal Zutritt haben. Der Theater-Treff dient den Spielern während des Turniers als "Practice Room", als Übungsraum, die Kegelbahnen als Kantine für die TV-Crews. Als Zusatz zu den Parkplätzen vor der Halle auf der Althoffstraße mietete Springer den Lehrerparkplatz des Theodor-Heuss-Gymnasiums an.
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