Dinslaken: Drittes Gleis und Flüsterbremse
VON FLORIAN LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 20.09.2007Dinslaken (RPO). In Dinslaken wird momentan an einigen Stellen kräftig gebohrt. Erste sichtbare Zeichen, dass es bei der Planung des dritten Bahngleises zwischen Oberhausen und Emmerich vorangeht. Die Bürgerinitiative „Betuwelinie – so nicht!“ informierte über die Aktivitäten zum Ausbau der Strecke.
Momentan läuft die so genannte Umweltverträglichkeitsprüfung für das geplante dritte Gleis zwischen Oberhausen und Emmerich. Dabei werden die Auswirkungen des Bauvorhabens auf die Umwelt geprüft. „Bis zum Sommer 2008 soll das Verfahren abgeschlossen sein“, sagte Heinz Mülleneisen, Vorsitzender der Bürgerinitiative „Betuwelinie – so nicht!“ den Teilnehmern der Informationsveranstaltung im Dinslakener City-Hotel. Wenn das Prüfungsverfahren abgeschlossen ist, könnte die Bahn mit Planung und Bau des neuen Gleises loslegen. Bis dann allerdings der Güterverkehr über das neue Gleis rollt, könnte es noch einige Zeit dauern.
Bürgerinitiative
Seit 1993 setzt sich die Bürgerinitiative für die Interessen der Dinslakener Bürger entlang der Bahnstrecke ein. Mittlerweile hat die Bürgerinitiative 202 Mitglieder und arbeitet mit verschiedenen Ansprechpartnern bei der Deutschen Bahn sowie in der lokalen und überregionalen Politik zusammen.
Erst im Jahre 2013
So geht aus einigen Schreiben von Vertretern der Deutschen Bahn an die Bürgerinitiative hervor, dass das dritte Gleis erst 2013 in Betrieb genommen werden soll. Erste sichtbare Zeichen, dass die Bahn an dem Projekt arbeitet, gibt es allerdings schon. So werden momentan an verschiedenen Stellen in Dinslaken Bodenerkundungen mittels Bohrungen durchgeführt, um Daten über die Beschaffenheit und die Belastung des Bodens zu gewinnen, die auch für die Planung für das dritte Gleis und den Lärmschutz entlang der Strecke wichtig sind. Außerdem soll damit ausgeschlossen werden, dass sich Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg in der Nähe befinden.
Zugzählaktionen
Die jüngst durchgeführte Zugzählaktion der Bürgerinitiative hat einige interessante Ergebnisse geliefert. So stieg die Anzahl der täglich auf der Strecke fahrenden Güterzüge seit der vorangegangenen Zählung im Jahr 2003 deutlich von 42 auf 58 Züge an, und auch die Länge der Güterzüge erhöhte sich. Wo 2003 noch insgesamt 1117 Güterwaggons an den Zugmaschinen über die Schienen rollten, waren es bei der neuen Zählunge 1867 Waggons. „Die Züge haben heute schon eine ziemliche Länge erreicht. Das ist besser für uns, weil es so weniger Schließungen von Bahnübergängen und weniger Lärmbelästigung gibt“, meinte Heinz Mülleneisen angesichts der neuen Zahlen. Die Bahn will künftig ihre Güterwaggons mit so genannten „Flüsterbremsen“ nachrüsten und durchgehend Elekto-Loks für den Güterverkehr einsetzen, um die Lärmbelästigung weiter zu reduzieren.
Der Schutz der Menschen an der Bahnstrecke vor den Belastungen durch Lärm ist weiterhin das Hauptanliegen der Bürgerinitiative. „Hauptsache, die Menschen an der Strecke haben einen vernünftigen Lärmschutz“, bekräftigte Heinz Mülleneisen dieses Anliegen noch einmal. Schließlich sollen künftig bis zu 120 Züge pro Tag vom Hafen in Rotterdam über die niederländisch-deutsche Grenze in Richtung Duisburg rollen. Natürlich bedeutet das für die Anwohner der Bahnstrecke mehr Lärm durch den Schienenverkehr.
Daher pocht die Bürgerinitiative unter Heinz Mülleneisen auch weiterhin auf den notwendigen Lärmschutz entlang der Strecke. Und diese Larmschutzwälle sollen von der Deutschen Bahn, nach Absprache mit den jeweiligen Kommunen, auch gebaut werden.
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